RAG-Stiftung

  • Kerstin Terhardt folgt auf Jürgen Rupp und wird neue Finanzvorständin der RAG-Stiftung

    In seiner Sitzung vom 23. September 2025 hat das Kuratorium der RAG-Stiftung, Essen, Kerstin Terhardt zur neuen Finanzvorständin der RAG-Stiftung bestellt (Bild 1). Sie folgt am 7. Mai 2026 auf Jürgen Rupp, dessen Vertrag nach zwei Amtszeiten und dann insgesamt sieben Jahren im Vorstand der RAG-Stiftung ausläuft.

    Mit Terhardt folgt Rupp eine ausgewiesene Expertin auf dem Gebiet der Finanzanlage nach. Sie ist aktuell Mitglied der Geschäftsführung der HSBC Asset Management Deutschland GmbH. Terhardt verfügt über 20 Jahre Erfahrung in der Vermögensverwaltung für institutionelle und private Anleger. Einer ihrer Schwerpunkte liegt auf nachhaltigen Investmentstrategien. Ihr Vertrag bei der RAG-Stiftung ist auf fünf Jahre festgesetzt. (RAG-Stiftung/Si.)

  • RAG-Stiftung erfüllt Auftrag zuverlässig trotz anhaltend herausforderndem Umfeld

    Die RAG-Stiftung, Essen, hat unter herausfordernden Rahmenbedingungen weiter an der Robustheit und Widerstandfähigkeit ihres Portfolios gearbeitet. Ihren Auftrag konnte die Stiftung auch 2024 zuverlässig erfüllen und sich weiter wetterfest machen. Dies berichtete der Vorstand der Stiftung am 2. Juli 2025 im Rahmen des Presse-Jahresgesprächs auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen. Die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres standen dabei ebenso im Fokus, wie die Entwicklungen im laufenden Geschäftsjahr.

    „In konjunkturell schwierigen Zeiten gilt: Wir können die Rahmenbedingungen nicht ändern, aber wir können alles tun, um uns gut darauf einzustellen und damit umzugehen. Damit haben wir nicht erst 2024 begonnen. Wir planen mit langem Blick und das zahlt sich aus“, betonte Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung, im Rahmen des Presse-Jahresgesprächs. Trotz anhaltender Turbulenzen an den Märkten weltweit konnte die Stiftung einen Jahres­erfolg von 965 Mio. € erzielen (Vorjahr: 394 Mio. €). Bereinigt um den Sondereffekt des Verkaufs eines Aktienpakets von Evonik im Mai 2024 im Wert von 513 Mio. € überstieg der Jahreserfolg 2024 den Planwert von 376 Mio. € noch immer um 76 Mio. €. Somit konnte rd. 1 Mrd. € der Rückstellung für Ewigkeitslasten zugeführt werden, die sich abzüglich der Ausgaben im Jahr 2024 auf nunmehr rd. 9,8 Mrd. € belaufen.

    Das Vermögen der Stiftung nahm im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Mrd. € ab und betrug zum Ende des Jahres 2024 17 Mrd. € (Vorjahr: 17,5 Mrd. €). Gemessen an der Heftigkeit der Turbulenzen in der Welt und an den Märkten fiel dieser Rückgang jedoch moderat aus und konnte teils bereits wieder aufgeholt werden. „Auch für die Zukunft rechnen wir mit einer hohen Volatilität der Märkte“, betonte Tönjes. „Wir konzentrieren uns deshalb auf drei Maximen: Erstens auf die fortschreitende Diversifizierung unserer Kapitalanlagen. Zweitens auf die Verringerung von Komplexität in unseren strategischen Beteiligungen. Und drittens auf die weitere Schärfung unserer Renditeziele zu vertretbaren Risiken. Kurz: Unser strategischer Dreiklang lautet: Diversifizierung – Fokussierung – Performance.“

    Für die Ewigkeitsaufgaben verausgabte die Stiftung im Jahr 2024 288 Mio. € (Vorjahr: 266 Mio. €). Der Anstieg um rd. 20 Mio. € war wie bereits im Vorjahr überwiegend auf weiter gestiegene Energiekosten zurückzuführen. Seit Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus summieren sich die von der Stiftung getragenen Ausgaben für Ewigkeitslasten zum Stichtag 31. Dezember 2024 mittlerweile auf rd. 1,7 Mrd. €. „Die Mittel zur Erfüllung unserer Aufgaben wollen Jahr für Jahr aufs Neue verdient werden. Das gelingt uns seit 2019 absolut zuverlässig. Unsere Einnahmen liegen in Summe konstant über den Ausgaben – daran haben auch die Krisen der vergangenen Jahre nichts geändert“, so Jürgen Rupp, Finanzvorstand der RAG-Stiftung.

    Insgesamt investierte die Stiftung im vergangenen Jahr über 700 Mio. € in ihre Kapitalanlage. „Die Diversifizierung unseres Anlageportfolios ist und bleibt ein strategisches Ziel, um das Stiftungsmodell nachhaltig wetterfest zu machen. Wir stellen uns auch weiterhin auf herausfordernde Zeiten ein, denen wir unsere gewachsene Stärke entgegensetzen“, so Rupp.

    Im Bereich der Förderung von Bildung, Wissenschaft und Kultur konnte die RAG-Stiftung im Jahr 2024 erneut 32 Mio. € einsetzen. Sie geht mit ihren Förderaktivitäten in bewährter Art und Weise drängende Herausforderungen unserer Zeit an, darunter Demokratieförderung, die Bekämpfung sozial bedingter Ungleichheit im Bildungssektor und Einsamkeit bei Jugendlichen sowie die Abmilderung des Fachkräftemangels mit einem Fokus auf MINT-Kompetenzen. „Unsere Fördernehmer kennen uns als verlässlichen Partner. Das schätzt auch unser Kuratorium. Dessen Mitglieder haben daher im vergangenen Jahr einer Erhöhung unseres Förderbudgets zugestimmt: Jährlich 35 Mio. € werden ab 2025 bis zunächst 2027 in die Förderung von Bildung, Wissenschaft und Kultur fließen“, berichtete Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied im Vorstand der RAG-Stiftung und verantwortlich für das Ressort Personal sowie die Förderaktivitäten der Stiftung. „Dies ist ein bedeutsamer Schritt und Ausdruck des Vertrauens unseres Kuratoriums in die Förderarbeit der Stiftung. In unruhigen Zeiten bedeutet das vor allem ein Stück notwendige Stabilität für unsere Fördernehmer“, hob Bergerhoff-Wodopia hervor.

    „Unter Druck entstehen Diamanten“, resümierte Tönjes. „Der Druck, der ausgehend von den Turbulenzen an den Weltmärkten auch auf uns und unserem Anlageportfolio lastet, ist und bleibt hoch. Aber er treibt uns an, kontinuierlich besser zu werden.“ Dabei betonte er: Die neue Regierung müsse nun zügig die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen, damit die Wirtschaft, Deutschland und Europa insgesamt zu neuer Stärke finden können. (RAG-Stiftung/Si.)

  • Eröffnung des „TUMO-Zentrums Essen | Ruhrgebiet“ nach den NRW-Sommerferien

    Gute Nachrichten für mehr Bildungsgerechtigkeit im Ruhrgebiet: Die RAG-Stiftung, Essen, der Projektträger Accenture und die KfW ermöglichen gemeinsam die Gründung eines neuen TUMO-Lernzentrums. Bei TUMO handelt es sich um ein innovatives kostenloses Bildungskonzept für junge Menschen zwischen zwölf und 18 Jahren, das in Armenien entwickelt und auf Initiative der KfW in Deutschland eingeführt wurde. Es richtet sich vorwiegend an chancenbenachteiligte Jugendliche und vermittelt ihnen wichtige MINT- und Digitalkompetenzen. Das neue „TUMO-Lernzentrum Essen | Ruhrgebiet“ wird seinen Betrieb nach den Sommerferien aufnehmen (Bild 1). Zuhause ist es künftig in renovierten und eigens an die Bedarfe des Zentrums angepassten Räumlichkeiten des Colosseums im Essener Stadtzentrum.

    Mehr als 700 Jugendliche pro Woche werden künftig nach der Schule im Essener TUMO-Zentrum ihre Fähigkeiten in acht Themenbereichen entfalten können. Dank eines individuell entwickelten Lernpfads erlangen die Teilnehmenden zunächst digitale Grundfertigkeiten, die anschließend zweimal pro Woche in einem von ihnen ausgewählten Workshop mit zwölf bis 16 Jugendlichen und eigenen Lernlaboratorien vertieft und gefestigt werden. Es stehen Workshops zu den Themen Animation, Programmierung, 3D-Modellierung und Robotik, aber auch Grafikdesign und Fotografie auf dem „Lehrplan“, die mehrfach pro Woche angeboten werden. Dabei bestimmen die Jugendlichen ihr Lerntempo selbst.

    Finanziell gefördert wird das Zentrum von der RAG-Stiftung, die als größter Bildungsförderer im Ruhrgebiet bereits zahl­reiche Projekte initiiert und umgesetzt hat, die insbesondere chancenbenachteiligte Kinder und Jugendliche auf ihrem Bildungsweg unterstützen.

    „Bildungschancen dürfen nicht von der Herkunft oder dem Geldbeutel der Eltern abhängen. Die RAG-Stiftung zielt mit ihrer Bildungsförderung darauf ab, einen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit in den ehemaligen Bergbauregionen zu leisten. Auch das TUMO-Lernzentrum Essen | Ruhrgebiet zahlt künftig auf dieses Ziel ein, da es Jugendlichen die Möglichkeit bietet, sich MINT- und Digitalkompetenzen anzueignen – freiwillig nach der Schule und vor allem komplett kostenlos. Aus diesen Gründen unterstützen wir den Aufbau des TUMO-Lernzentrums in Essen mit großer Überzeugung und haben uns für die Ansiedlung im Ruhrgebiet stark gemacht“, sagt Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied im Vorstand der RAG-Stiftung.

    Accenture wird das Lernzentrum in Essen als Projektträger operativ betreiben. Dies beinhaltet u. a. die pädagogische Leitung des Zentrums sowie die Einstellung und Schulung der Coaches (Lernbegleitung der Jugendlichen) und Workshopleiter.

    Christina Raab, Vorsitzende der Geschäftsführung von Accenture in Deutschland, betont: „Digitale, kreative Technologien werden in unserer Arbeitswelt immer wichtiger. Accenture unterstützt deshalb seit vielen Jahren Initiativen, die Jugendlichen und Berufstätigen genau diese Fähigkeiten vermitteln. TUMO Essen | Ruhrgebiet bietet ein großartiges außerschulisches Ausbildungsangebot, um die Jugendlichen von heute auf die beruflichen Anforderungen von morgen vorzubereiten. Wir sind stolz, dieses Projekt mit der RAG-Stiftung realisieren zu dürfen.“

    Mit dem TUMO-Lernzentrum Essen | Ruhrgebiet entsteht neben Berlin, Mannheim, Hirschaid und Lüdenscheid das fünfte TUMO-Zentrum für außerschulische Bildung in Deutschland.

    Das erste TUMO-Zentrum liegt bis heute in einem Park, der nach dem armenischen Dichter Hovhannes Tumanyan benannt ist. Umgangssprachlich wird der Park auch TUMO genannt, woraus sich die Bezeichnung TUMO-Zentrum ableitet. Ziel von TUMO ist es, Jugendliche zu befähigen, mit den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung in Gesellschaft und Arbeitswelt umzugehen.

    Weitere Informationen zu TUMO Essen | Ruhrgebiet inklusive Details zur Anmeldung sind hier erhältlich: https://essen.tumo.de (RAG-Stiftung/Si.)

  • Grundstein gelegt: Hochmodernes Forschungs- und Depotgebäude entsteht

    Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum – Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen (DBM) feierte am 17. Januar 2025 einen weiteren Meilenstein beim Bau seines neues Forschungs- und Depotgebäudes an der Jahrhunderthalle in Bochum. Im Beisein von rd. 80 geladenen Gästen, u. a. Projektbeteiligte, Architekten und Planer sowie Vertreter aus Politik und Wissenschaft wurden eine Zeitkapsel befüllt und der Grundstein gelegt (Bild 1). Das hochmoderne Gebäude soll künftig die Sammlungen des hauseigenen Montanhistorischen Dokumentationszentrums (montan.dok) verwahren und gleichzeitig als Einrichtung für Forschung und Digitalisierung fungieren. Die Fertigstellung ist für Herbst 2026 geplant.

    Derzeit befinden sich die Archivbestände und Objekte des montan.dok auf externen Lagerflächen und in Büroräumen an einem Interimsstandort. Konkret handelt es sich um rd. 350.000 Objekte, mehr als 350 archivische Bestände und über 30 Spezialsammlungen auf rund sieben Regalkilometern, 85.000 Bücher und Zeitschriften sowie 150.000 Fotografien. Für all das bietet das neue Gebäude an der Jahrhunderthalle ausreichend Platz und optimale Lagerungsbedingungen. Darüber hinaus entsteht dort eine moderne Infrastruktur für die Erforschung und Digitalisierung der montanhistorischen Sammlungen, die auch externen Forschenden zur Verfügung steht.

    „Das neue Gebäude ist ein wichtiges Projekt für den Forschungsstandort Bochum und die Wissenschaftsmetropole Ruhr“, sagt Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch. „Es steht für den Strukturwandel einer ehemaligen Industrie- zu einer fortschrittlichen Wissenschaftsregion. Und dazu passt sogar der Standort: Der Neubau entsteht nämlich auf dem ehemaligen Gelände des Bochumer Vereins für Gussstahlfabrikation.“

    „Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum ist nicht nur eine Kultureinrichtung, sondern als Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen auch eine große überregional gemeinsam finanzierte Wissenschafts­einrichtung“, sagt Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung und Kuratoriumsvorsitzende des DBM. „Mit diesem Neubau investieren wir in die Zukunftsfähigkeit des Forschungsmuseums und bieten moderne Infrastruktur für die montanhistorische Forschung.“

    Eine Infrastruktur, die auch Anziehungspunkt für externe Wissenschaftler aus dem In- und Ausland sein soll. Der Vizepräsident der Leibniz-Gemeinschaft, Prof. Matthias Beller, ergänzt: „Mit den hochmodernen Lagerungs- und Arbeitsbedingungen ergeben sich neue Wege für Forschungsaktivitäten. Das Gebäude bietet Platz für Forschende und Gäste aus dem internationalen Forschungsnetzwerk und ist damit ein hervorragender Ort für die internationale Forschung zu Bergbau und Georessourcen.“

    Bei der Grundsteinlegung befüllten die Wissenschaftliche Direktorin Prof. Sunhild Kleingärtner und der Kaufmännische Geschäftsführer des DBM Tim Pfenner, eine Zeitkapsel. Hinein kamen eine aktuelle Tageszeitung, ein Beutel mit Euro-Münzen, ein USB-Stick mit 3D-Scans von Objekten des Sammlungsbestands des Museums und eine Planzeichnung des Gebäudes. „Wir freuen uns sehr, heute einen weiteren Meilenstein beim Bau unseres neuen Gebäudes feiern zu können. Es hat eine zentrale Bedeutung für unser Museum, denn es bewahrt die Sammlungen auf, die Basis für die Forschung und gleichzeitig relevant für deren Vermittlung in den Ausstellungsräumen des Haupthauses sind“, so Kleingärtner.

    Die Fertigstellung des Gebäudes ist für Herbst 2026 geplant. Im Juli 2024 fand der feierliche Spatenstich statt und gab den Startschuss für den Bau. Seitdem sind u. a. 700 Rüttelstopfsäulen bis 11 m Tiefe gesetzt worden. Auf diese Schottersäulen werden nun Betonkörper gesetzt – zusammen bilden sie das Fundament.

    Die bereitgestellte Finanzierung für den Neubau beläuft sich auf ca. 39,9 Mio. €. Die benötigten Mittel stammen je zur Hälfte aus dem Etat des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

    Der Entwurf des Architekturbüros Carpus+Partner AG aus dem Wettbewerbsverfahren 2021 wird zu 100 % umgesetzt. In der Sockelebene mit Klinkerfassade werden künftig Großobjekte untergebracht. Darauf aufgesetzt wird ein Depotkubus zur fachgerechten Unterbringung der umfangreichen Museumssammlung und ein Kubus mit einer Stahl-Klinker-Glasfassade, in dem Büros und Arbeitsflächen für Forschende entstehen sowie Bestände aus Archiv und Bibliothek Platz finden.

    Das Bauprojekt berücksichtigt viele nachhaltige Aspekte. Angestrebt wird die Gold-Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Zur Erreichung dieser Bewertung wurden umfangreiche Konzepte für diverse Arbeitsfelder entwickelt. Einzelne Maßnahmen, die umgesetzt werden, sind beispielsweise die Energieversorgung des Gebäudes durch eine Solaranlage und eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, feuchteausgleichende Wandflächen im Inneren, um die Lagerungsanforderungen der Objekte sicherzustellen sowie ein begrüntes Dach mit Regenwassernutzung und das Setzen von einheimischen Pflanzen in den Freiflächen und Nistmöglichkeiten für Schwalben und Fledermäuse in der Klinkerfassade. (DBM/Si.)

  • Zukunftsprojekt Montangeschichte: Spatenstich für neues Forschungs- und Depotgebäude

    Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum (DBM) – Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen in Bochum erweitert seine Infrastruktur: Am 19. Juli 2024 begann der Bau eines neuen Forschungsgebäudes mit integriertem Depot. Zu diesem Anlass waren auch Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, und Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Vorstandsmitglied der RAG-Stiftung und Kuratoriumsvorsitzende des Museums, vor Ort in Bochum. Den zeremoniellen ersten Spatenstich als Symbol für den Baubeginn setzten gemeinsam Brandes, Bergerhoff-Wodopia, Prof. Sunhild Kleingärtner, Wissenschaftliche Direktorin des DBM, und Dietmar Dieckmann, Stadtrat der Stadt Bochum (Bild 1).

    Das DBM schafft mit der Errichtung des neuen Forschungs- und Depotgebäudes verbesserte Arbeitsbedingungen sowie die dringend benötigte Infrastruktur zur Aufbewahrung der Sammlungen des hauseigenen Montanhistorischen Dokumentationszentrums (montan.dok). Die Archiv-Bestände und Objekte des montan.dok befinden sich derzeit noch auf externen Lagerflächen und in Büroräumen an einem Interimsstandort. Der Neubau stellt einen dauerhaften Ort für die Erforschung und Digitalisierung der montanhistorischen Sammlungen dar und dient zukünftig auch externen Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland als Forschungseinrichtung. Die Fertigstellung des Gebäudes ist für das Jahr 2026 geplant.

    Mit seiner innenstadtnahen Lage reiht sich der Neubau auf dem ehemaligen Gelände des Bochumer Vereins für Gussstahlfabrikation in die Montangeschichte der Stadt ein. Gleichzeitig steht das moderne Gebäude sinnbildlich für den Strukturwandel einer ehemaligen Industrie- zu einer fortschrittlichen Wissenschaftsregion. (DBM/Si.)

  • Trag- und Widerstandsfähigkeit des Stiftungsmodells bewährt sich im Härtetest anhaltend schwieriger Rahmenbedingungen

    Im Rahmen des Presse-Jahresgesprächs der RAG-Stiftung, Essen, hat der Stiftungs-Vorstand am 11. Juni 2024 auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres vorgestellt und Einblicke in die Entwicklungen im laufenden Jahr gegeben (Bild 1). Während die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen insgesamt schwierig blieben, konnte die Stiftung 2023 dennoch einen Jahreserfolg über dem Vorjahreswert verzeichnen. Die Ausgaben der Stiftung für Ewigkeitsaufgaben seit Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus summierten sich Ende 2023 auf 1,3 Mrd. €.

    „1,3 Mrd. € für die Ewigkeitsaufgaben seit 2019 – das entspricht in etwa der Hälfte des Volumens des von der Bundesregierung verabschiedeten Wachstumschancengesetzes. Die Stiftung hat diese Kosten in den zurückliegenden fünf Jahren zuverlässig und nahezu geräuschlos getragen. Und das, ohne ihre Substanz zu verzehren“, betonte Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung, im Rahmen des Presse-Jahresgesprächs. Dies sei keine Selbstverständlichkeit angesichts der anhaltenden Krisen und ihrer tiefgreifenden Folgen für die wirtschaftliche Gesamtlage in Deutschland, welche auch die Stiftung zu spüren bekomme. Dennoch habe die Stiftung erneut all ihre Verpflichtungen erfüllt. Im Jahr 2023 hatten sich die Zahlungen für Ewigkeitsaufgaben auf 266 Mio. € (Vorjahr: 247 Mio. €) belaufen. Der Anstieg um rd. 20 Mio. € war insbesondere auf gestiegene Energiekosten zurückzuführen.

    Auch den Jahreserfolg des Vorjahrs konnte die RAG-Stiftung mit 394 Mio. € (Vorjahr: 347 Mio. €) deutlich übertreffen. Der Rückstellung für Ewigkeitslasten konnten entsprechend 394 Mio. € zugeführt werden, sodass sich diese nun auf 9,1 Mrd. € summieren. „Die Trag- und Widerstandsfähigkeit des Stiftungsmodells hat sich im Härtetest anhaltend schwieriger Rahmenbedingungen bewährt“, hob Tönjes hervor. Dazu gehört auch, dass die Stiftung ihre Abhängigkeit von einzelnen Positionen in ihrem Kapitalanlageportfolio weiter reduziert hat. Nach dem jüngsten Verkauf von rd. 5 % am Grundkapital der Evonik Industries AG Mitte Mai des laufenden Jahres macht Evonik jetzt nur noch ein Viertel des Gesamtvermögens der Stiftung aus. Lag das Stiftungsvermögen Ende des Jahres 2022 noch bei 16,8 Mrd. €, steigerte es sich zum Ende des Jahres 2023 auf 17,5 Mrd. € und lag Ende Mai 2024 bei rd. 18 Mrd. €.

    Insgesamt investierte die Stiftung im vergangenen Jahr 394 Mio. € in ihre diversifizierte Kapitalanlage. Aus ihrer gesamten Kapitalanlage erzielte die RAG-Stiftung im abgelaufenen Jahr 959 Mio. € an Erträgen. Demgegenüber standen Aufwendungen in Höhe von 565 Mio. €, woraus sich der Jahreserfolg von 394 Mio. € ergibt. „Selbst Krisen und harte Einschläge kann unser über alle Assetklassen und Wirtschaftsräume diversifiziertes Portfolio gut verarbeiten. Es hat im abgelaufenen Geschäftsjahr gezeigt, dass es auch mit Risikoverwirklichung umgehen kann“, hob Finanzvorstand Jürgen Rupp hervor. „Trotz der vielfältigen Turbulenzen in der Welt und an den Kapitalmärkten schauen wir mit Zuversicht auf die vor uns liegenden Herausforderungen. Dafür ist die Stiftung als Investor gut aufgestellt“, so Rupps Fazit.

    Zur Förderung von Projekten im Bereich Bildung, Wissenschaft und Kultur, verausgabte die RAG-Stiftung im Jahr 2023 erneut 32 Mio. €. Auch im laufenden Jahr bleibt das Förderbudget auf diesem stabil hohen Niveau. Einen zusätzlichen Fokus legt die Stiftung im Rahmen ihrer Förderaktivitäten aktuell auf das Thema Demokratieförderung. „Demokratieförderung ist schon lange in unserer Förderrichtlinie festgeschrieben. Sie ist in rd. 90 % unserer Bildungsprojekte verankert und spielt bereits in vielen Kultur- und Wissenschaftsprojekten eine Rolle. Trotzdem legen wir im Jahr der Europawahl noch einmal einen besonderen Fokus darauf, um insbesondere bei jungen Menschen ein Bewusstsein für das kostbare Gut Demokratie zu schaffen“, betonte Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied im Vorstand der RAG-Stiftung und zuständig für das Ressort Personal und die Förderbereiche Bildung, Wissenschaft und Kultur.

    Immer wieder engagiert sich die Stiftung auch bei akuten Notlagen. So stellt sie über ein Sonderbudget kurzfristig 500.000 € für Fluthilfe im Saarland zur Verfügung. „Kuratorium und Vorstand der Stiftung haben dieses Hilfspaket vor wenigen Tagen auf den Weg gebracht, um den betroffenen Menschen schnelle Hilfe anbieten zu können“, so Bergerhoff-Wodopia.

    Tönjes betonte abschließend: „Die zurückliegenden Jahre waren für die Stiftung eine Feuertaufe. Daraus gehen wir gestärkt und um einige grundlegende Erfahrungen reicher hervor. Wir wissen heute, dass unser Portfolio in jedem Kapitalmarktumfeld funktioniert. Und diese Gewissheit wird uns auch in Zukunft helfen, weiter besser zu werden.“ (RAG-Stiftung/Si.)

  • RAG-Stiftung beweist Robustheit und Resilienz in herausfordernden Zeiten

    Das weiterhin durch die Folgen der Corona-Pandemie und zusätzlich durch den Krieg in der Ukraine geprägte Jahr 2022 ist für die RAG-Stiftung, Essen, trotz aller Herausforderungen gut verlaufen. Der Vorstand der RAG-Stiftung (Bild 1) stellte am 6. Juni 2023 im Rahmen des Presse-Jahresgesprächs der Stiftung auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen die Zahlen des Geschäftsjahres 2022 vor und gab einen Ausblick auf das laufende Jahr. Die Einnahmen der Stiftung konnten auf stabilem Niveau gehalten werden. Die Zahlungen für Ewigkeitsaufgaben sanken erneut.

    „Die schwerwiegenden Auswirkungen des Konflikts in der Ukraine bekommen wir alle zu spüren. Die RAG-Stiftung macht da keine Ausnahme“, machte Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung, zu Beginn des Presse-Jahresgesprächs deutlich. „Die gute Nachricht ist: Unter diesen schwierigen Vorzeichen hat die Stiftung einmal mehr Robustheit und Resilienz bewiesen. Das Jahr 2022 war für die RAG-Stiftung ein finanziell zufriedenstellendes, ein gutes Jahr. Dies sagen zu können, ist angesichts der schwierigen Gesamtsituation alles andere als selbstverständlich.“

    Der Jahreserfolg der RAG-Stiftung lag mit 347 Mio. € zwar deutlich unter dem durch Sondereffekte geprägten, außerordentlich guten Vorjahreswert (Vorjahr: 665 Mio. € einschließlich Sondereffekt aus Verkauf von Evonik-Anteilen in Höhe von 261 Mio. €). Er lag jedoch rd. 93 Mio. € über dem Planwert. Tönjes: „Die Belastbarkeit eines Geschäftsmodells zeigt sich gerade in Krisenzeiten. Wir haben auch im krisengebeutelten Jahr 2022 ein Ergebnis erzielen können, das die Trag- und Krisenfestigkeit des Stiftungsmodells eindrucksvoll untermauert.“

    Die Zahlungen für ­Ewigkeitsaufgaben sanken 2022 um 17 Mio. € auf rd. 247 Mio. € (Vorjahr: 264 Mio. €). Zudem konnte An­fang 2023 ein besonderer ökologischer Meilenstein erreicht werden, an dem die RAG im Zuge der Umsetzung des Gruben­wasserkonzepts im Ruhrgebiet einen ent­scheidenden Anteil hat. Nach 100 Jahren wurde die Emscher Anfang 2023 nicht nur abwasser-, sondern auch wieder grubenwasserfrei. Damit kam ein Jahrhundert-Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss.

    Lag das Stiftungsvermögen Ende des Jahres 2022 noch bei 16,8 Mrd. € (Vorjahr: 21,3 Mrd. €), steigerte es sich zuletzt per Ende April 2023 um 0,5 Mrd. € auf 17,3 Mrd. €. Dieser Positivtrend war insbesondere auf die relativ gute Ent­wicklung des Evonik-Aktienkurses zu­rückzuführen. Finanzvorstand Jürgen Rupp unterstrich dabei: „Die entscheidende Größe ist nicht die Höhe unseres Gesamtvermögens. Die entscheidende Größe ist und bleibt, dass wir ausreichend Erträge generieren, die uns die Erfüllung all unserer Verpflichtungen erlauben. Die Stiftung ist deshalb auch in schwierigen Zeiten erfolgreich, weil sie diversifiziert über alle Anlageklassen und verteilt auf die verschiedenen Wirtschaftsräume weltweit aufgestellt ist.“ Die Herausforderungen im laufenden Geschäftsjahr bezifferte der Vorstand insgesamt als weiterhin zahlreich. „Das Ergebnis sehen wir aber nicht gefährdet“, so Rupp.

    Mit Blick auf ihre Förderaktivitäten in Bildung, Wissenschaft und Kultur bewies die RAG-Stiftung erneut sowohl Verlässlichkeit als auch Flexibilität. 32 Mio. € wurden im Jahr 2022 für Projekte ver­aus­gabt, die den Menschen in den ehemaligen Steinkohlenbergbauregionen zugutekommen. Der Schwerpunkt liegt unverändert auf der Bildungsförderung. Auch im Zeitraum 2023 bis 2027 sind Fördermittel von 32 Mio. € jährlich eingeplant und geben sowohl der Stiftung als auch den Fördernehmern die notwendige Planungssicherheit in unruhigen Zeiten. „Ende 2023 werden wir erstmals seit Bestehen der Stiftung die 200 Mio. €-Marke an Fördergeldern überschritten haben. Dann werden insgesamt 210 Mio. € in Projekte geflossen sein, die nachhaltig Wirkung entfalten“, sagte Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied im Vorstand der RAG-Stiftung und zuständig für die Ressorts Personal und die Förderbereiche Bildung, Wissenschaft und Kultur. Flexibilität und anpackendes Handeln waren unterdessen mit Blick auf den Krieg in der Ukraine sowie das schwere Erdbeben in der Türkei und in Syrien gefragt. „Hier konnte die RAG-Stiftung mit einem Sonderbudget von 2 Mio. € helfen, die akute Not der Menschen abzumildern“, so Bergerhoff-Wodopia.

    In Anbetracht der vielen Herausforderungen, die im Zuge von „Zeitenwende“ und Klimakrise zu bewältigen seien, hob Tönjes abschließend hervor, sei es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, diesen zu begegnen. Für die Stiftung heiße das auch, die eigene Ausrichtung auf nachhaltiges Handeln weiter zu intensivieren. Längst habe sich das Thema zu einem harten Wettbewerbsfaktor entwickelt. Mit Blick in die Zukunft formulierte Tönjes folgende Erwartung: „Das Jahr 2022 war für uns alle ein schwieriges Jahr. Aber es war eines, aus dem wir besser hervorgegangen sind. Das ist auch meine Erwartung an 2023.“ (RAG-Stiftung/Si.)

  • Kuratorium der RAG-Stiftung stellt sich neu auf

    Am 28. November 2022 trat in Berlin das Kuratorium der RAG-Stiftung, Essen, zusammen, dem kraft ihres Amtes fünf „geborene“ Mitglieder und acht „weitere“ Mitglieder angehören, und wählte satzungsgemäß aus dem Kreis der weiteren Kuratoren Armin Laschet zu seinem Vorsitzenden. Stellvertretender Vorsitzender bleibt Michael Vassiliadis.

    Im Vorfeld an die Kuratoriumssitzung waren Thomas Kufen und Andreas Reichel für jeweils fünf weitere Jahre als Kuratoriumsmitglieder wiederbestellt worden. Als neue Mitglieder sind darüber hinaus Annemarie Lütkes und Reiner Priggen in das Stiftungskuratorium eingezogen. Ihre Bestellung erfolgte ebenfalls für einen Zeitraum von fünf Jahren.

    Das Kuratorium dankt dem bisherigen Kuratoriumsvorsitzenden Jürgen Großmann, der den Vorsitz zehn Jahre innehatte, für die hervorragende Zusammenarbeit. Seine Amtszeit war u. a. vom sozialverträglichen Auslauf des deutschen Steinkohlenbergbaus im Dezember 2018 geprägt. Mit Ende der Fördereinstellung übernahm die RAG-Stiftung erstmals die Finanzierung der sogenannten Ewigkeitsaufgaben.

    Sein Nachfolger Armin Laschet war bereits von Juni 2017 bis Oktober 2021 als Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen geborenes Mitglied des Kuratoriums und ist seit April 2022 erneut im Kreis der weiteren Kuratoriumsmitglieder. Vor diesem Hintergrund ist er mit den  Stiftungsthemen bereits eng vertraut. (RAG-Stiftung/Si.)

  • Wichtige Wertstoffe aus Grubenwässern gewinnen: Neues Projekt am Forschungszentrum Nachbergbau der THGA

    Ressourcen werden knapper, Energiepreise steigen. Zusätzlich hat die Abhängigkeit von Drittstaaten zu einem weltweiten Umdenken geführt, wenn es um die Förderung von Rohstoffen geht. Es gilt, neue Wege zu finden, um Wertstoffe ökologisch und wirtschaftlich zu gewinnen. Dass diese Wege auch ungewöhnlichen Ideen folgen, zeigt ein neues Projekt, das jetzt am Forschungszentrum Nachbergbau (FZN) der Technischen Hochschule Georg Agricola (THGA), Bochum, gestartet ist: In den kommenden zwei Jahren untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Projekt „IAW33“, ob sich aus Grubenwässern noch strategische Rohstoffe gewinnen lassen und welche Methoden sich dazu am besten eignen. Mithilfe neuer Aufbereitungstechnologien sollen vor allem kritische Metalle extrahiert werden. Dabei betrachten die Expertinnen und Experten nicht nur die Grubenwässer selbst, sondern begutachten auch deren Fällungsprodukte und Aufbereitungsrückstände. Ihre Untersuchungen führen sie an verschiedenen Bergwerken an Ruhr, Saar und in Ibbenbüren durch.

    Das Forschungsvorhaben wird zunächst bis 2024 von der RAG-Stiftung, Essen, gefördert. Der vollständige Projekttitel lautet: Innovative Aufbereitungstechnologien und ihr Potential zur Wertstoffgewinnung aus Grubenwässern, Fällungsprodukten und Aufbereitungsrückständen an Ruhr, Saar und Ibbenbüren mit besonderer Berücksichtigung kritischer Metallressourcen, kurz: IAW33.

    „Nachbergbau bedeutet für uns nicht nur die Bewältigung von Herausforderungen, die uns der Steinkohlenbergbau hinterlassen hat. Im Bereich des Nachbergbaus gilt es auch, neue Möglichkeiten und Chancen in den ehemaligen Steinkohlenrevieren zu entwickeln“, sagt Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Vorstandsmitglied der RAG-Stiftung. „Das neue Forschungsprojekt rund um die Gewinnung strategischer Rohstoffe aus Grubenwasser ist ein hochspannendes und auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Zukunftsfeld. Es kann dazu beitragen, Abhängigkeiten in der Rohstoffgewinnung zu verringern. Wie wichtig Unabhängigkeit auf diesem Gebiet sein kann, wird uns dieser Tage besonders vor Augen geführt. Deshalb fördern wir als RAG-Stiftung dieses besondere Projekt sehr gerne.“

    „Wir sehen Grubenwasser als möglichen Wertstoffstrom“, sagt Prof. Christian Melchers, der das Projekt am FZN leitet. „Das innovative an unserer Idee ist, dass wir nicht nur das Grubenwasser selbst betrachten, sondern auch die Rückstände aus der Aufbereitung und seine Fällungsprodukte untersuchen. Mit Fällung wird dabei das Abscheiden eines gelösten Stoffes aus einer Lösung bezeichnet.“ Was für den Laien Schlamm und Schlick sind, ist für die Expertinnen und Experten vom FZN also eine wahre Fundgrube: „Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass dort z. B. Magnesium enthalten ist, das im Motorenbau verwendet wird. Hier ist es in der Vergangenheit bereits zu Lieferengpässen beim chinesischen Marktführer gekommen. Diesen Abhängigkeiten wollen wir bestenfalls entgegenwirken“, erklärt Projektmitarbeiter Bastian Reker (Bild 1). Weiter finden sich Seltene Erden, die den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben können, oder Lithium, das für die E-Mobilität entscheidend ist.

    Außerdem prüfen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, in welchen Mengen das kritische Element Germanium im Grubenwasser vorkommt. „Das ist ein Nebenprodukt, das sonst nur bei der Zinkgewinnung entsteht und essentiell für die Beschichtung von Glasfaserkabeln und damit für den Netzausbau ist“, so Reker. „Aktuell werden all diese Rohstoffe weltweit unter teils zweifelhaften Umweltstandards gefördert, von denen Mensch und Umwelt gleichermaßen betroffen sind“, ergänzt Prof. Melchers. „Das passt einfach nicht mehr zum Zeitgeist und dem gewachsenen ökologischen Bewusstsein in unserer Gesellschaft. Wir wollen daher ein Umdenken initiieren, die Prozesse wissenschaftlich begleiten und so vor unserer eigenen Haustür nach neuen Möglichkeiten suchen.“

    Die Grubenwässer, die in den ehemaligen Steinkohlenrevieren an der Ruhr, der Saar und in Ibbenbüren mit Pumpen aus großen Tiefen gehoben werden, zeigen eine hohe Bandbreite an unterschiedlichen Mineralisationen und Anreicherungen – abhängig von der regionalen Geologie, der Hydrogeologie und weiteren Einflussfaktoren, die der Bergbau hinterlassen hat, erklärt Experte Prof. Melchers: „Wir prüfen nun, inwieweit es sich auch wirtschaftlich lohnt, diese Wertstoffe aufzufangen und aufzubereiten.“

    Dazu errichten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den kommenden Monaten eigene Fällungsreaktoren an geeigneten Standorten. Darin werden Eisen und andere Metalle gezielt abgeschieden, indem Sauerstoff zugeführt wird. Die Erkenntnisse, die sie bei der Konzeption der Anlagen im Labormaßstab gewinnen, wollen sie auf Versuchsanlagen im großen Maßstab übertragen. Im Projekt IAW33 testet das wissenschaftliche Team auch ganz neue Aufbereitungstechnologien. So könnten hyperspektrale Sensoren dabei helfen, die kritischen Metalle in Grubenwasser und Co. direkt zu detektieren und in Sekundenschnelle ihre mineralogische Zusammensetzung bewerten. Die vielversprechendsten Methoden sollen am FZN weiterentwickelt werden. (THGA/Si.)

  • Ewigkeitskosten deutlich gesunken

    Der Vorstand der RAG-Stiftung, Essen, hat am 1. Juni 2022 im Rahmen des Presse-Jahresgesprächs der Stiftung auf dem Welterbe Zollverein die Zahlen des Geschäftsjahres 2021 vorgelegt und einen Ausblick auf das laufende Jahr gegeben (Bild 1). Während die Aufwendungen für Ewigkeitsaufgaben aus dem deutschen Steinkohlenbergbau der RAG Aktiengesellschaft, Essen, um rd. 40 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken sind, konnten die Einnahmen auf hohem Niveau gehalten werden.

    „Ich kann mich sehr dafür begeistern, wenn ein Plan aufgeht“, betonte Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung, im Rahmen der Jahrespressekonferenz der Stiftung in Essen und verwies dabei auf das deutliche Absinken der Ewigkeitskosten auf nunmehr 264 Mio. € (Vorjahr: 304 Mio. €) infolge der fortschreitenden erfolgreichen Umsetzung der Grubenwasserkonzepte der RAG. „Diese bemerkenswerte Einsparung von rd. 40 Mio. € im dritten Jahr nach Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus ist das Ergebnis sorgfältiger und langfristiger Planungen“, so Tönjes. Auf der Einnahmenseite konnte die RAG-Stiftung unterdessen im Jahr 2021 einen Jahreserfolg von 665 Mio. € verbuchen und lag damit – auch bereinigt um den Verkauf von Evonik-Anteilen in Höhe von rd. 261 Mio. € – deutlich über den geplanten 293 Mio. €. Das Stiftungsvermögen betrug Ende 2021 21,3 Mrd. €, womit an die Vermögensentwicklung von rd. 1 Mrd. € Zuwachs im Jahr angeknüpft werden konnte.

    Wie viele andere Unternehmen und Kapitalanleger wurde die RAG-Stiftung einschließlich ihrer Beteiligungen dann zu Beginn des Jahres 2022 neben den anhaltenden Auswirkungen der Corona-Pandemie von der sich anschließenden Ukraine-Krise und deren Folgen getroffen. Tönjes zeigte sich dennoch zuversichtlich: „Unsere Krisensicherheit wird nun noch einmal auf eine harte Probe gestellt. Die Stiftung steht aber unverändert robust da. Wir konnten uns in den vergangenen Jahren ein solides finanzielles Polster zulegen, das uns jetzt die nötige Sicherheit gibt.“ Auch Finanzvorstand Jürgen Rupp unterstrich: „Was zählt, sind die Einnahmen. Unser Vermögen unterlag schon immer Schwankungen. Entscheidend ist, dass wir unsere Verpflichtungen erfüllen können.“

    Insgesamt investierte die RAG-Stiftung im vergangenen Jahr 853 Mio. € in ihre diversifizierte Kapitalanlage, welche im Jahr 2021 12,4 % Rendite erzielt hat. „Unsere Kapitalanlage hat in den vergangenen Jahren insgesamt überdurchschnittlich gut performt. Unser Risikobudget hat während der Pandemie standgehalten, wir konnten investiert bleiben und den gesamten Marktaufschwung an den Kapitalmärkten mitnehmen sowie unser Vermögen weiter mehren“, so Rupp. In den kommenden Monaten müsse man sich u. a. mit Blick auf die steigende Inflation und steigende Zinsen weiter auf unruhiges Fahrwasser an den Kapitalmärkten einstellen. Rupp unterstrich: „Die RAG-Stiftung ist aber zu jeder Zeit in der Lage, flexibel auf Veränderungen zu reagieren. Ein Vorteil ist und bleibt gleichzeitig unser grundsätzlich langfristiger Anlagehorizont. Diesen Vorteil werden wir auch in Zukunft ausspielen.“

    Finanziell solide aufgestellt konnte die Stiftung auch im Jahr 2021 über ihre Förderaktivitäten wertvolle Impulse in den ehemaligen Bergbauregionen geben. Dabei war die Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie weiter ein Schwerpunkt im Bildungsbereich. „Die Rückmeldungen unserer Fördernehmer zeigen deutlich, dass es weiterhin großer Anstrengungen bedarf, um die Folgen der Kita- und Schulschließungen abzumildern“, erklärte Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied im Vorstand der RAG-Stiftung und zuständig für die Ressorts Personal und die Förderbereiche Bildung, Wissenschaft und Kultur. Die RAG-Stiftung sei bereit, sich hier auch künftig einzubringen, um Defizite auszugleichen und um kein Kind zurückzulassen.

    Mit einem Sonderbudget von 2 Mio. € wird sich die Stiftung außerdem für Geflüchtete aus der Ukraine engagieren, die in den ehemaligen Bergbauregionen Zuflucht gefunden haben. Dazu zählt u. a. die Förderung von Therapiezentren zur Behandlung traumatisierter ukrainischer Kinder sowie die Förderung der Unterbringung von Eltern geflüchteter, krebskranker Kinder und Jugendlicher, die im Universitätsklinikum Essen weiterbehandelt werden.

    Das Förderbudget der Stiftung wird, nachdem es in den Jahren 2018 bis 2021 jeweils bei 27 Mio. € gelegen hatte, wieder angehoben und im Jahr 2022 sowie den beiden Folgejahren jeweils 32 Mio. € betragen. „Diese Budgeterhöhung ist ein starkes Zeichen und bekräftigt uns darin, bei unserem Engagement vor Ort nicht nachzulassen“, so Bergerhoff-Wodopia.

    Bernd Tönjes betonte abschließend, dass sich die Stiftung über die Erfüllung ihrer ureigenen Stiftungsaufgabe hinaus auch künftig in die Transformation der ehemaligen Bergbauregionen einbringen werde. Dabei würden die Herausforderungen auch vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs nicht geringer. Gleichzeitig dürfe man die größte Herausforderung, der sich die Menschheit gegenübersehe, nicht aus den Augen verlieren. „Gegen den Klimawandel gibt es keine Impfung“, so Tönjes. „Wir müssen gerade jetzt mehr nachhaltiges Denken und Handeln wagen.“ In den Veränderungen, die sich vollziehen, lägen auch unverändert Chancen. „Die RAG-Stiftung wird ihr Handeln darauf ausrichten. Als Stiftungskonzern nehmen wir die großen Zukunftsfelder in den Blick und sehen großes Potential dort, wo Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit gefunden werden müssen. Auch hier werden wir künftig unser Geld verdienen, um unsere Aufgaben zu erfüllen.“ (RAG-Stiftung/Si.)

  • RAG-Stiftung und United Robotics Group sichern sich Flächen in Bochums Innovations-Quartier MARK 51°7

    Fig. 1. Bochum’s innovation district MARK 51°7 after dark. // Bild 1. Das Bochumer Innova-tionsquartier MARK 51°7 bei Nacht. Photo/Foto: Stadt Bochum, Lutz Leitmann

    MARK 51°7 ist das Innovations-Quartier in Bochum mit überregionaler Strahlkraft (Bild 1): Auf dem über 70 ha großen Areal des ehemaligen Opel-Werks entwickelt die Bochum Perspektive GmbH Gewerbe-, Industrie- und Technologieflächen sowie umfangreiche öffentliche Grünflächen. Die RAG-Stiftung, Essen, hat sich nun rd. 25.500 m2 an MARK 51°7 gesichert, um diese einer neuen Nutzung zuzuführen. Die über ihre Beteiligungsgesellschaft RSBG SE mehrheitlich zur RAG-Stiftung gehörende United Robotics Group sicherte sich ebenfalls rd. 20.000 m2 der Nachbarfläche.

    „Für die RAG-Stiftung versteht sich das Investment in die Flächen als renditeorientierte Kapitalanlage. Gleichzeitig können wir der weiteren Transformation unserer Region Schub verleihen, indem wir Raum für Neues schaffen. Wo einst Kohle gefördert und später viele Jahre Autos gefertigt wurden, sollen auch jetzt wieder im übertragenen Sinne durch die Ansiedlung neuer Unternehmen PS auf die Straße gebracht werden. Wir sind gerne und mit großer Überzeugung Teil dieses bedeutenden Erneuerungsvorhabens“, so Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung.

    Auch die United Robotics Group soll hier künftig den benötigten Raum für Wachstum erhalten. United Robotics stellt mit ihren Unternehmen SoftBank Robotics Europe, Humanizing Technologies und Rethink Robotics ein Bindeglied für Experten und Kooperationspartner dar, die sich der Kombination von Hardware, Software und Know-how für fallspezifische Roboteranwendungen, insbesondere im Bereich der Service Robotik, verschrieben haben.

    Die United Robotics Group ist als Unternehmen der Beteiligungsgesellschaft RSBG SE mehrheitlich an der Rethink Robotics GmbH beteiligt. Erst im Sommer 2020 hatte Rethink Robotics seinen neuen Unternehmens- und Produktionssitz in Bochum in direkter Nachbarschaft zur Lernfabrik des Lehrstuhls für Produktionssysteme der Ruhr-Universität Bochum bezogen. Schon zu diesem Zeitpunkt war klar, dass dies nur eine temporäre Lösung für das expandierende Unternehmen sein konnte, das perspektivisch größere Produktionsflächen benötigt. Knapp zwei Jahre später werden mit dem geplanten Kauf der insgesamt 45.000 m2 großen Gewerbefläche auf dem ehemaligen Opelgelände durch die Stiftung auch für die United Robotics Group die Weichen für die mittel- bis langfristige Expansion gestellt.

    Neben der Nutzung von rund der Hälfte der Flächen durch die United Robotics Group ist die Bebauung der weiteren Fläche und eine Vermietung an Dritte für die RAG-Stiftung eine mögliche Option. Auch um das Immobilienportfolio der Stiftung weiter zu diversifizieren und um eine rentable sowie sichere Kapitalanlage zu ergänzen.

    „Uns freut das Engagement der RAG-Stiftung und der United Robotics Group auf MARK 51°7 im besonderen Maße“, sagt Ralf Meyer, Geschäftsführer der Bochum Perspektive GmbH. „Damit konnten wir zwei weitere namhafte Player für unsere Fläche begeistern, die unser Entwicklungskonzept unterstützen und weiteren Raum für innovative Unternehmen und erfolgversprechende Start-ups schaffen.“

    Für Thomas Hähn, CEO und Gründer der United Robotics Group steht fest: „Auch wenn der Umzug der United Robotics Group und damit auch der Produktionsstätte von Rethink Robotics noch Zukunftsmusik ist, freuen wir uns schon jetzt darauf, Teil des neuen Campus zu werden. Die neuen Flächen sichern den Tochterunternehmen der United Robotics Group den perspektivisch dringend benötigten Raum für Wachstum und Innovationsentwicklung, insbesondere im Zukunftsmarkt der Servicerobotik.“ (RAG-Stiftung/Si.)

  • Das von der RAG-Stiftung initiierte Innovations- und Gründerzentrum BRYCK geht an den Start

    Anfang 2020 kaufte die RAG-Stiftung, Essen, zusammen mit dem E.ON-Pensionsvermögen das ehemalige Colosseum-Theater in Essen. Später beteiligte sich auch Marcus Kruse, geschäftsführender Gesellschafter von KÖLBL KRUSE, an der Immobilie. Für die Stiftung war der Erwerb der historischen ehemaligen Werkhalle 8 der Firma Krupp auch eine Investition, die der weiteren Diversifizierung ihrer Kapitalanlage dient. Gleichzeitig war die Stiftung von Beginn an auch Ideengeber für dessen Folgenutzung. Während die Neunutzung des Colosseums in Planung ist, geht das Innovations- und Gründerzentrum BRYCK bereits jetzt an den Start. Um BRYCK frühzeitig eine attraktive Adresse zu geben, hat die RAG-Stiftung seit dem 1. Oktober 2021 den Turm der FUNKE Mediengruppe in Essen angemietet, in den auch bereits erste Innovationspartner eingezogen sind. Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung, sowie die Geschäftsführer des Innovations- und Gründungszentrums, Christian Lüdtke und Philipp Herrmann, stellten die Pläne rund um BRYCK am 16. Februar 2022 erstmals im Rahmen eines digitalen Pressegesprächs der Öffentlichkeit vor (Bild 1).

    „Ziel ist es, schon während der Planungs- und Umbauzeit des ehemaligen Colosseum-Theaters mit ersten Akteuren Fahrt aufzunehmen“ so Tönjes. „Deshalb freuen wir uns sehr, dass BRYCK jetzt das neu entstehende Ökosystem rund um Innovation und Gründer hochfahren und es Baustein für Baustein auf- und ausbauen wird. Mit dem Medienturm im Essener Stadtkern und vis-a-vis zum Colosseum haben wir den idealen Standort gefunden, um all jenen, die Teil des Innovations- und Gründungszentrums werden möchten, schon jetzt sowohl den Raum als auch die Möglichkeit zum Netzwerken und zur Zusammenarbeit zu bieten“, so Tönjes.

    Betreiber des Innovationszentrums in den Räumlichkeiten im Medienturm sowie der späteren Flächen im ehemaligen Colosseum-Theater wird die neu gegründete Gesellschaft BRYCK. Die Geschäftsführer von BRYCK sind gleichzeitig auch Mitgründer und Mitgesellschafter des neuen Innovations- und Gründerzentrums. Ebenfalls als Mitgründer und Mitgesellschafter an BRYCK beteiligt, ist neben der RAG-Stiftung auch Kruse. „Mit Christian Lüdtke und Philipp Herrmann haben wir zwei ausgewiesene Experten und Netzwerker als Geschäftsführer für BRYCK gewinnen können, die sich auf den Gebieten innovativer Geschäftsideen und Gründungen hervorragend auskennen. Wir als Ideengeber und Hauptgesellschafter von BRYCK übergeben nun sozusagen den Staffelstab an die BRYCK-Geschäftsführung“, so Tönjes.

    Lüdtke und Herrmann sind bereits ein eingespieltes Team und haben u. a. die Startup-Schmiede und Digitalberatung etventure, Berlin/München, aufgebaut, welche 2017 von Ernst & Young (EY) akquiriert wurde. Im Zuge der Übernahme waren beide zuletzt als EY-Partner mit Fokus auf innovative Neugeschäfte und Digitalisierung tätig.

    BRYCK wird sich ab sofort schwerpunktmäßig mit dem gezielten Aufbau eines relevanten Startup- und Innovations-Ökosystems befassen, inklusive modernder Co-Working-Angebote und neuartiger Startup-Programme. Erste Formate und Events, welche Akteure aus Forschung, Bildung, Startups etc. zusammenbringen, waren bereits ab März 2022 geplant. Langfristig wird BRYCK durch zahlreiche Angebote als Magnet für Innovationstreiber aus ganz Deutschland und Europa fungieren.

    Lüdtke und Herrmann: „Wir freuen uns sehr auf die enorm spannende Aufgabe hier etwas zu schaffen, das internationale Strahlkraft entfalten soll. Es handelt sich um ein einzigartiges Vorhaben mit herausragendem Potential. Daher starten wir mit hoher Motivation und gleichzeitig der notwendigen strukturierten Herangehensweise: also BRYCK by BRYCK!“

    Unter den ersten Mitgliedern, welche die Räumlichkeiten im Turm nutzen werden, befinden sich neben BRYCK selbst Startups, Venture Fonds, Unternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen sowie Bildungseinrichtungen. Im Erdgeschoss entsteht zudem eine öffentliche Kaffeebar.

    „Mit der RAG-Stiftung haben wir einen verlässlichen und langfristigen Partner für unsere Immobilie gefunden, die nun als Nukleus für ein wichtiges Zukunftsprojekt in unserer Region dient. Ich bin überzeugt, dass sich diese Nachbarschaft gegenseitig befruchten wird“, sagt Thomas Kloß, FUNKE-Verlagsgeschäftsführer Nordrhein-Westfalen.

    Neben der Erreichung von Renditezielen möchte die RAG-Stiftung mit ihren Plänen rund um das Innovations- und Gründerzentrum BRYCK einen wesentlichen Beitrag zur weiteren wirtschaftlichen Erneuerung der Region im Zeitalter des Nachbergbaus leisten. Als Beispiele dienen dabei UnternehmerTUM in München und StationF in Paris/Frankreich. Derzeit schreiten die Planungen für den Umbau des ehemaligen Colosseum-Theaters voran. Hier soll dann auch das neu geschaffene Innovations- und Gründerzentrum BRYCK später mit all seinen Partnern langfristig eine Heimat finden. Mit dem Umbau betraut ist der Essener Projektentwickler KÖLBL KRUSE, dessen geschäftsführender Gesellschafter Marcus Kruse sich als Mitinitiator und Mitgesellschafter des Zentrums ebenfalls frühzeitig für dessen Umsetzung eingesetzt hat. (RAG-Stiftung/Si.)

  • RAG-Stiftung und Quinoa Bildung setzen sich für mehr Bildungsgerechtigkeit ein

    Die RAG-Stiftung, Essen, und die Quinoa Bildung gGmbH, Berlin, eröffnen zum Schuljahr 2022/23 die Quinoa-Schule in Herne. Die beiden Partner leisten damit einen wichtigen Beitrag für mehr Bildungs- und Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche im Ruhrgebiet.

    Noch immer hängen in Deutschland Bildungschancen und Lebensperspektiven stark von der familiären Herkunft ab. Kinder und Jugendliche, die in einem bildungsfernen, sozial benachteiligten Elternhaus aufwachsen und/oder einen Migrationshintergrund haben, werden im deutschen Bildungssystem nicht ausreichend gefördert. Die Folge: Viele von ihnen brechen die Schule ab, verweigern sie oder scheitern an deren Anforderungen. Seit Jahren steigt in Deutschland die Zahl der Jugendlichen, welche die Schule ohne einen Schulabschluss verlassen: Im Jahr 2014 waren es 5,8 %, im Jahr 2018 bereits 6,8 % (s. Nationaler Bildungsbericht). In Herne betrifft dies ebenfalls viele junge Menschen. Im Jahr 2020 haben 7,4 % der Schülerinnen und Schüler das Bildungssystem ohne Abschluss verlassen. Die Corona-Pandemie hat die Problematik noch verschärft. Die Risikofaktoren für schulischen Misserfolg sind in Herne besonders ausgeprägt. Das zeigt sich zum einen in einer hohen Quote an Jugend-lichen, die in Haushalten mit Transfer-bezügen aufwachsen. Zudem haben mehr als 30 % der Herner Bevölkerung einen Migrationshintergrund.

    Die Partnerschaft der RAG-Stiftung und der Quinoa Bildung basiert auf der gemeinsamen Überzeugung, dass verstärkt dafür gesorgt werden muss, dass alle Jugendlichen in Deutschland einen Schulabschluss und -anschluss erreichen. Als einer der größten Bildungsförderer im Ruhrgebiet initiiert und unterstützt die RAG-Stiftung zahlreiche Bildungsprojekte und trägt damit maßgeblich zur Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche bei. „Bei dem Bestreben, kein Kind zurückzulassen, müssen auch neue Wege beschritten werden. Das erfordert Pioniergeist. Wir als RAG-Stiftung sind es gewohnt, auch kreative Ansätze zu verfolgen, wenn sie vielversprechend sind und es darum geht, besonderen Herausforderungen in der Bildungsarbeit zu begegnen“, so Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied im Vorstand der RAG-Stiftung, und weiter: „Vom Quinoa-Konzept sind wir überzeugt. Dabei wird unsere Überzeugung auch vom Ergebnis unserer gemeinsam mit Quinoa Bildung in Auftrag gegebenen Studie zum sogenannten „Social Return on Investment“ getragen, der aussagt, wie viel gesellschaftlicher Mehrwert aus einem Projekt entsteht. Deshalb bringen wir uns hier gerne nicht nur finanziell, sondern auch mit unserer ganzen Expertise bei der Förderung chancenbenachteiligter Kinder und Jugendlicher ein.“ Der Aufbau der Quinoa-Schule Herne wird durch die RAG-Stiftung mit rd. 1,5 Mio. € über drei Jahre unterstützt.

    Das Quinoa-Bildungskonzept ist speziell auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen in schwieriger Lage ausgerichtet. Die Säulen des Bildungskonzepts beinhalten individuelle Förderung, Beziehungsarbeit, Sprachförderung, Identitätsbildung, Familienarbeit, Digitalisierung, Berufsorientierung und Anschlussbegleitung. „Wir möchten auch im Ruhrgebiet mit unserem Bildungskonzept dazu beitragen, die Startbedingungen für benachteiligte Kinder und Jugendliche zu verbessern. Im Jahr 2018 verließen im Regionalverband Ruhr knapp 1.710 Schüler die Schule ohne Abschluss. Hier besteht nicht nur ein erheblicher Bedarf, sondern auch eine große Chance“, bekräftigt Ulrike Senff, Geschäftsführerin von Quinoa Bildung.

    Das Quinoa-Bildungskonzept wird bereits seit 2014 erfolgreich an der Quinoa-Schule in Berlin umgesetzt: Im Jahr 2018 haben 88 % der Schüler der 10. Klasse einen Real- oder Hauptschulabschluss erreicht, im Jahr 2019 waren es 92 %, im Jahr 2020 sogar 100 und 2021 94 %. Im Vergleich zu anderen Schulen im Berliner Bezirk Mitte erreichen Schüler der Quinoa-Schule mehr Abschlüsse (durchschnittlich 9 %) und signifikant höhere Abschlüsse (durchschnittlich ca. 48 %). Das Konzept ist so angelegt, dass es bei ähnlichen Strukturen auf andere Städte übertragbar ist.

    Eine von der RAG-Stiftung geförderte Machbarkeitsstudie zur Ansiedlung einer Quinoa-Schule in Herne hat dem Projekt eine positive Wirkung bescheinigt. In der Studie fand der international etablierte Ansatz des Social Return on Investment (SROI) Anwendung. Dieser trifft nach eingehenden Berechnungen von Kosten und Wirkungen Aussagen zum gesellschaftlichen Mehrwert eines Projekts. Ist das Ergebnis größer als eins, erzielt ein Projekt einen positiven gesellschaftlichen Mehrwert, der höher ist als die getätigten Investitionen. Die prognostizierte Sozialrendite für eine Quinoa-Schule in Herne übertrifft diesen Wert deutlich. Er liegt bei 2,03 bis 4,63 € pro investiertem Euro – eine Investition in die Zukunft, die sich lohnt.

    Die Gründung einer Quinoa-Schule in Herne ist also nachweislich ein bedeutsamer Beitrag zur Chancengerechtigkeit und wird sich positiv auf die Bildungswege und -abschlüsse der Schülerinnen und Schüler auswirken – unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft. Der Besuch der privaten Quinoa-Schule wird kostenfrei für alle Schülerinnen und Schüler sein. Als Schule in freier Trägerschaft erhält sie öffentliche Zuschüsse durch das Land Nordrhein-Westfalen nach der Ersatzschulfinanzierungsverordnung (FESchVO). Diese Finanzierung ist eine gute Basis, reicht jedoch allein nicht aus, um das innovative und anspruchsvolle Bildungskonzept erfolgreich umzusetzen. Eine individuelle Förderung und enge Begleitung der Schülerinnen und Schüler erfordern u. a. einen erheblichen personellen und damit auch finanziellen Aufwand. Die Quinoa-Schule wird im August 2022 mit einer 5. und einer 7. Klasse an den Start gehen. In den folgenden Jahren werden sukzessive neue Klassen aufgenommen, bis die Schule vollständig ausgelastet ist. (RAG-Stiftung/Si.)

  • Kranzniederlegung am Ehrenmal in Luisenthal

    Am 7. Februar 1962 erschütterte um 7.45 Uhr eine schwere Detonation in 535 m Tiefe das Alsbachfeld der Grube Luisenthal. 299 Bergleute verloren ihr Leben, viele wurden verletzt. Das Grubenunglück Luisenthal 1962 ist bis heute fest im Gedächtnis des Saarlands verankert. Der Bergmannsverein Glück auf Luisenthal gründete sich 1963, um alljährlich der Opfer zu gedenken.

    In diesem Jahr jährt sich das Ereignis zum 60. Mal. In einem sehr würdevollen Rahmen gedachten Vertreter der Berg-, Hütten- und Knappenvereine, der saarländischen Landesregierung, des saarländischen Landtags sowie Vertreter der RAG-Stiftung, der RAG Aktiengesellschaft und weitere geladene Gäste der verunglückten Bergleute (Bild 1).

    „Heute vor 60 Jahren ereignete sich auf Luisenthal das schwerste Grubenunglück des Saarbergbaus. Das ganze Land trug Trauer. Dieser Tag hat sich in das kollektive Gedächtnis des Saarlands eingegraben und hat die Saarländer enger zusammenrücken lassen“, so Tobias Hans, Ministerpräsident des Saarlands.

    „Luisenthal ist mit seinem verheerenden Grubenunglück in unser aller Gedächtnis. Doch die Gefahr des Vergessens ist real. Wir sind dem Bergmannsverein Glück Auf Luisenthal und allen Traditionsvereinen dankbar, dass sie das Erbe des Steinkohlenbergbaus an der Saar bewahren“, erklärte Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung, Essen. „Die Geschichte von Luisenthal ist aber nicht nur die Geschichte einer Katastrophe. Es ist auch die Geschichte von unglaublicher Solidarität, von Hilfsbereitschaft und bergmännischer Kameradschaft. Noch im selben Monat des Unglücks, Ende Februar 1962, gründeten das Saarland und die Saarbergwerke AG die Stiftung Bergmannshilfswerk Luisenthal. Die Hilfsbereitschaft war enorm, die Stiftung konnte die Überlebenden und Hinterbliebenen in kürzester Zeit finanziell unterstützen“, so Bergerhoff-Wodopia weiter. Sie bekräftigte: „Die RAG-Stiftung ist dem Saarland eng verbunden. Wir unterstützen viele junge Menschen und fördern sie mit Stipendien und bei der Berufsausbildung.“

    Peter Schrimpf, Vorstandsvorsitzender der RAG Aktiengesellschaft, Essen, zeigte sich zutiefst bewegt von der großen Anteilnahme. „Grubenunglücke gehören zu den dunkelsten Kapiteln der Bergbaugeschichte. Unfassbares Leid haben sie über Familien, Gemeinden und das ganze Land gebracht – und tiefe Narben hinterlassen“, betonte er in seiner Rede. Aber aus dem Leid habe sich auch Positives ergeben. Mit der Aufarbeitung der Tragödie von Luisenthal hat sich die Sicherheit im deutschen Steinkohlenbergbau spürbar weiterentwickelt. „Wir fühlen uns den Bergleuten, die unter und über Tage ihr Leben gelassen haben, in besonderer Weise verpflichtet. Deshalb besitzt die Erinnerung an das Grubenunglück von Luisenthal auch besondere Bedeutung bei der Folgenutzung des Bergwerkareals.“ So soll im Umfeld der Richard-Schächte ein würdiger Ort des Gedenkens entstehen. Ein Ort, der Zeugnis ablegt für die Opfer, welche die Menschen gebracht haben.

    „Solidarität, Achtsamkeit, Verantwortungsbewusstsein und menschliche Verbundenheit sind die Eigenschaften, die die Arbeit und den Umgang miteinander im Bergbau immer geprägt haben“, betonte Susanne Hardies, Gesamtbetriebsratsvorsitzende der RAG. „Lassen Sie uns diesen Werten verpflichtet bleiben und den 299 Kollegen, die vor 60 Jahren ums Leben kamen, ein ehrendes Gedenken bewahren.“

    Auch Christiane Blatt, Oberbürgermeisterin der Stadt Völklingen, schilderte eindrucksvoll Berichte von Zeitzeugen. „Die Stadt Völklingen ist von Kohle und Stahl geprägt. Wir haben schwere Zeiten erlebt. Jetzt gilt es aber auch den Blick nach Vorne zu werfen, ohne dabei das Erbe zu vergessen.“ Sie appellierte dabei an die Landesregierung, sich bei der Entwicklung einer neuen Nutzung auf der ehemaligen Grube Luisenthal zu engagieren. Mit der RAG werde man in naher Zukunft, sofern der Stadtrat zustimmt, einen Kooperationsvertrag diesbezüglich unterzeichnen. (RAG/Si.)

  • RAG-Chef Schrimpf lädt Ministerin Scharrenbach zur Grubenfahrt

    Peter Schrimpf, Vorstandsvorsitzender der RAG Aktiengesellschaft, Essen, und zugleich Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Zollverein, Essen, begrüßte am 7. Dezember 2021 Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam ging es in die Tiefe: 1.000 m unter der Erde besichtigten sie die Pumpanlagen zur Grubenwasserhaltung am Schacht Zollverein XII in Essen (Bild 1).

    „Zollverein steht für unsere Vergangenheit und unsere Zukunft. Sie war eine der leistungsstärksten Bergwerksanlagen der Welt, ist heute Weltkulturerbe, dabei immer noch aktiver Bergbaustandort und zugleich Sitz der RAG“, sagte Schrimpf. „Die Stiftung Zollverein steht nach 20 Jahren des Bestehens vor großen Aufgaben. Der Erhalt dieses einmaligen UNESCO-Welterbes ist eine Herausforderung. Deshalb ist die Stiftung Zollverein auf eine breite Unterstützung angewiesen“, so Schrimpf, der als Nachfolger von Bernd Tönjes auch Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Zollverein ist.

    „Die Zeche Zollverein zeigt, wie Strukturwandel gelingen kann: Seit der letzten Schicht im Dezember 1986 hat sich Zollverein in eine Stätte für Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft verwandelt. Das Doppelbock-Fördergerüst als „Eiffelturm des Ruhrgebiets“ ist Identifikationsmerkmal und hat überregionale Strahlkraft. Mit den vollständig erhaltenen Anlagen der Zeche und Kokerei ist Zollverein seit 2001 ein UNESCO-Welterbe – zum Anfassen und Erleben. Ein starkes Stück Heimat. Ein starkes Stück Nordrhein-Westfalen, das es zu bewahren gilt“, sagte Ministerin Scharrenbach im Anschluss an die Grubenfahrt.

    Begleitet wurden die Ministerin und Schrimpf auf Zollverein auch von Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung, Essen, und Prof. Hans Peter Noll, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zollverein. „Auch uns liegt der Standort sehr am Herzen“, so Bergerhoff-Wodopia, „deshalb unterstützen wir auch zahlreiche Projekte auf Zollverein. Und wir haben ihn als Sitz der RAG-Stiftung ausgewählt. Dies beweist, dass wir an die Zukunftsfähigkeit des traditionsreichen Bergbaustandorts glauben.“ (RAG/Si.)

  • Land fördert Aufbau eines Wasserstoff Start-up Hubs in Essen mit 4,5 Mio.€ – RAG-Stiftung als Gesellschafter am Hub beteiligt

    Das Land Nordrhein-Westfalen will den Aufbau einer zukunftsweisenden Wasserstoffwirtschaft beschleunigen. Mit der Wasserstoff Roadmap hat Wirtschafts- und Energieminister Prof. Andreas Pinkwart die strategischen Eckpunkte hierfür bereits Ende 2020 vorgestellt. Mit der Übergabe eines Förderbescheids für den H2UB, an dem die Open Grid Europe GmbH (OGE), Essen, die RAG-Stiftung, Essen, und die TÜV SÜD AG, München, als Gesellschafter beteiligt sind, wird nun ein weiterer Meilenstein bei der Umsetzung der Roadmap erreicht.

    Minister Prof. Pinkwart: „Start-ups sind die Hefe im Teig der Wirtschaft: Die Verbindung junger mit etablierten Unternehmen und Industriebetrieben bietet große Chancen für nachhaltige Wertschöpfung und zukunftsfähige Arbeitsplätze. Daher freuen wir uns sehr, dass Nordrhein-Westfalen als erstes Bundesland einen Hub ins Leben ruft, der die europaweite Neugründung von Wasserstoff-Start-ups und die Entstehung eines Wasserstoff-Ökosystems vorantreibt.“

    Mit dem auf fünf Jahre angesetzten Projekt, das OGE initiiert hat, soll ein europaweit wirkendes Innovationscluster geschaffen werden. Der H2UB verbindet Start-ups mit etablierten Unternehmen und Forschungseinrichtungen, von Nordrhein-Westfalen aus in Deutschland und Europa. Mit unterschiedlichen digitalen und analogen Event-Angeboten, innovativen Matchmaking-Formaten sowie einem speziell auf Start-ups ausgerichteten Accelerator-Programm verbindet der H2UB die Dynamik der Szene mit der bislang stark forschungs- und konzerngeprägten Wasserstoffwirtschaft. Hauptsitz ist Essen, weitere Standorte in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern sind geplant.

    Nach der erfolgreichen Initiierungsphase des H2UB im vergangenen Jahr, die das Land mit 200.000 € unterstützt hat, geht der H2UB nun in die Verstetigungsphase über. Nordrhein-Westfalen unterstützt dieses auf fünf Jahre angelegte Vorhaben mit Fördermitteln in Höhe von rd. 4,5 Mio. €. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von etwa 9 Mio. €.

    Jörg Bergmann, Sprecher der Geschäfts-führung der OGE: „Der Markthochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und Europa muss beschleunigt werden. Dafür soll ein Wasserstoff-Ökosystem entlang der gesamten Wertschöpfungskette durch die Entwicklung innovativer Lösungen von Partnern und Start-ups entstehen.“ Bergmann weiter: „Das Ziel ist, einen starken Impuls in die sich entwickelnde Wasserstoffwirtschaft zu setzen und so einen Beitrag für den Markthochlauf und die Erreichung der Klimaschutzziele zu leisten.“

    Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung: „Gerade im Ruhrgebiet haben wir eine Menge energieintensiver Industrien. Deshalb wissen wir, wie wichtig es ist, neue Entwicklungen auf dem Gebiet voranzubringen – vor dem Hintergrund einer sicheren Energieversorgung, aber auch mit Blick auf notwendige CO2-Einsparungen. Mit Essen und dem Ruhrgebiet ist für den H2UB ein idealer, weil zentraler Standort gefunden. Als RAG-Stiftung versprechen wir uns von unserem Engagement zusätzlich Zugang zu Innovationen sowie die mögliche Identifizierung künftiger Investments.“

    „Für den erfolgreichen Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Deutschland und Europa brauchen wir eine lebendige Erfinder-, Entdecker- und Entwickler-Kultur“, sagt Reiner Block, CEO der Division Industry Service von TÜV SÜD. „Wir bringen unser umfangreiches Know-how und unsere jahrzehntelangen Erfahrungen mit Wasserstofftechnologien in den H2UB ein und leisten damit einen wichtigen Beitrag, um technische Innovationen sicher, zuverlässig und marktfähig zu machen und dadurch das nötige Vertrauen und die gesellschaftliche Akzeptanz herzustellen.“

    Unterstützt und kofinanziert wird der H2UB außerdem von namhaften Unternehmen und Institutionen, darunter die Westenergie AG, CGI Deutschland, Uniper, MAN Energy Solutions und P3, sowie die DLR, das GWI in Essen, das Zentrum für Brennstoffzellentechnologie der Universität Duisburg-Essen und nicht zuletzt die Wirtschaftsförderung der Stadt Essen (EWG). Geschäftsführer des H2UB ist Uwe Kerkmann, ein erfahrener Netzwerker und Wirtschaftsförderer, der bereits erfolgreich Startup- und auch Hub-Projekte umgesetzt hat.

    Erste Veranstaltungen sind schon geplant: Noch in diesem Jahr lädt der H2UB zum Thema „Wasserstoff und Mobilität“ ein. (RAG-Stiftung/Si.)

  • Bundespräsident Steinmeier besucht Zollverein

    Rund drei Jahre nach der Abschiedsveranstaltung vom deutschen Steinkohlenbergbau kamen Spitzenvertreter von RAG-Stiftung, Essen, und RAG Aktiengesellschaft, Essen, erneut an bergbauhistorischer Stätte mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zusammen.

    Gemeinsam mit dem Staatsoberhaupt sowie weiteren Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur besichtigten der Vorstandsvorsitzende der RAG-Stiftung Bernd Tönjes, Vorstandsmitglied Bärbel Bergerhoff-Wodopia sowie der Vorstandsvorsitzende der RAG Peter Schrimpf die Ausstellung „Wir sind von hier. Türkisch-deutsches Leben 1990″. Die Werkschau des Fotografen Ergun Çağatay auf der Zeche Zollverein wird vom Auswärtigen Amt und der RAG-Stiftung gefördert.

    Steinmeier besuchte die Ausstellung anlässlich des 60. Jahrestags der Unterzeichnung des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens (Bild 1). „Wir sollten nicht mehr darüber reden, dass wir Menschen mit Migrationshintergrund haben, sondern wir sind über die Jahre ein Land mit Migrationshintergrund geworden“, betonte Steinmeier im Anschluss an den Rundgang. Ohne diese Menschen wäre manches an Wohlstand in unserem Land nicht zu erklären.

    Während des aktiven Steinkohlenbergbaus schrieb die RAG selbst Integrationsgeschichte. Zahlreiche unterschiedliche Nationalitäten arbeiteten auf den Bergwerken und in den Betrieben. Sie stammten beispielsweise aus Italien, Spanien, Polen, Griechenland, Ungarn oder der Türkei.

    Integration war praktizierter Alltag im heimischen Bergbau – nicht zuletzt auch wegen der damaligen Revierarbeitsgemeinschaft für kulturelle Bergmannsbetreuung (REVAG). Die im Jahr 1948 als Fachstelle für die kulturelle Betreuung der Bergarbeiter gegründete REVAG leistete auf dem Gebiet der Kultur für Bergleute Pionierarbeit. Sie führte Gastarbeiter aus ihrer sprachlichen und kulturellen Isolation, schaffte Vertrauen zwischen Zuwanderern und Einheimischen und eröffnet Chancen für eine gleichberechtigte Teilhabe von Migranten am sozialen, politischen und gesellschaftlichen Leben. (RAG)

  • Zukunftschance Wasserstoff: Das Ruhrgebiet ist Vorreiter der H2-Transformation und zählt die meisten Startups in diesem Sektor

    Für das Erreichen der Klimaziele bis 2045 ist eine enorme Transformation unserer Produktions- und Wirtschaftsprozesse notwendig – dies gilt insbesondere für die Industrie. Das Ruhrgebiet als industrielles Zentrum im Herzen Europas nimmt bei der Entwicklung und Nutzung von emissionsarmen Wasserstoff-Lösungen eine führende Rolle in Europa ein. Der jetzt vorgelegte Wasserstoff-Report (Bild 1) zeigt, wie das Ökosystem durch Initiativen der etablierten Wirtschaft, einer starken Forschungslandschaft und vor allem mit vielen Neugründungen Innovation vorantreibt. H2-Startups bringen dabei die nötige Dynamik in den Wasserstoff-Markthochlauf – das Ruhrgebiet und Nordrhein-Westfalen haben sich hier in Deutschland zum führenden Standort entwickelt, gleichwohl ist das Potential noch längst nicht ausgeschöpft.

    Bild 1. Der von der RAG-Stiftung und dem Bundesverband Deutsche Startups vorgelegte Wasserstoff-Report zeigt, wie das Ökosystem durch Initiativen der etablierten Wirtschaft, einer starken Forschungslandschaft und vor allem mit vielen Neugründungen Innovation vorantreibt. Quelle: RAG-Stiftung

    Die zentralen Ergebnisse der Studie:

    • Ökologische Transformation ist die Basis: H2spielt für die Energiewende in den kommenden Jahrzehnten eine fundamentale Rolle – die Steigerung der jährlich weltweiten neuen Elektrolyse-kapazitäten um das 24-fache zwischen 2014 und 2019 deutet bereits auf das enorme Marktvolumen des Sektors hin.
    • Forschungsdynamik nimmt weltweit zu: Die H2-Forschung gewinnt zunehmend an Fahrt, was u. a. der deutliche Anstieg an Patenten im Bereich Elektrolyse belegt. Gleichzeitig drohen Deutschland und Europa den Anschluss zu verlieren, da es an Geschwindigkeit beim Transfer in die Praxis fehlt.
    • Mehr Startup-Investments im H2-Bereich: Die hohe Attraktivität des H2-Sektors schlägt sich auch in wachsenden Investitionssummen nieder. Die Investitionen in europäische Startups sind zwischen 2015 und 2020 von 6 auf 69 Mio. € angestiegen. Und in den USA finden bereits Investments im dreistelligen Millionenbereich statt.
    • Das Ruhrgebiet ist ein führendes H2-Startup Cluster: Startups sind ein zentrales Vehikel, um die Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft zu beschleunigen. Nordrhein-Westfalen und Bayern vereinen über die Hälfte dieser Unternehmen auf sich – dabei stechen das Ruhrgebiet und der Raum München als Cluster mit jeweils 18 % deutlich hervor. Um im globalen Wettbewerb beim Wasserstoff-Markthochlauf vorne mitzuspielen, muss das Ökosystem in Deutschland und im Ruhrgebiet weiter gestärkt werden. In diesem Zusammenhang lassen sich mit dem Report drei zentrale Empfehlungen formulieren:
      • Die H2-Forschung im Ruhrgebiet sollte anwendungsorientiert und noch breiter aufgestellt werden. Dazu müssen die Mittelausstattungen der bestehenden Einrichtungen evaluiert und Potentiale für einen Ausbau – insbesondere an den Schnittstellen zu Praxis- und Kooperationsprojekten – ermittelt werden.
      • Um die Zahl der H2-Neugründungen zu erhöhen, braucht es eine hochschulübergreifende Anlaufstelle für Gründungsinteressierte in diesem Sektor – vergleichbare Institutionen in anderen Technologiefeldern können hier als Vorbild dienen.
      • Um Entwicklungen in Richtung Markt zu beschleunigen, sollten strategische Partnerschaften forciert werden: Dazu gilt es, entsprechende Formate für die Kooperation zwischen Startups und etablierter Wirtschaft zu stärken – es braucht Experimentierfelder, die Aufwand und Kosten für beide Seiten minimieren.

    Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung, Essen: „Im Ruhrgebiet haben wir mit unserer etablierten Industrie, führenden Forschungseinrichtungen und einer starken Infrastruktur beste Voraussetzungen für den Wasserstoff-Markthochlauf. Dazu kommen innovative Neugründungen, die die nötige Dynamik in die Region bringen. Um im internationalen Wettbewerb erfolgreich zu sein, müssen wir diese Stärken bündeln und enger zusammenarbeiten – denn Wasserstoff ist Teamwork. Daher freuen wir uns, in Initiativen wie dem H2-Beirat der Stadt Essen an einer noch besseren Vernetzung in der Region mitzuarbeiten.“

    Franziska Teubert, Geschäftsführerin des Bundesverbands Deutsche Startups, Berlin: „Wasserstoff galt lange als Thema der Großen: Die zunehmende Gründungsaktivität im H2-Sektor macht aber deutlich, welche Potentiale Startups auch hier haben. Als unverzichtbare Innovationstreiber erhöhen sie die Dynamik im Markthochlauf und schlagen eine wichtige Brücke zwischen Theorie und Praxis. Um diese Chancen noch besser zu nutzen, müssen wir den Transfer aus der Forschung sowie die Zusammenarbeit zwischen Startups und etablierten Unternehmen weiter stärken.“

    Die Studie „Wasserstoff-Startups sind Innovationstreiber – eine Chance für das Ruhrgebiet“ schließt an den ebenfalls von RAG-Stiftung und Startup-Verband veröffentlichten „Innovationsreport Ruhr“ an, der Stärken und Herausforderungen des größten deutschen Ballungsraums als Innovationsstandort herausarbeitet. Die aktuelle Studie zum Thema Wasserstoff zeigt die Bedeutung der Forschungsstandorte der Region und die Dynamik politischer sowie industrieller Initiativen auf, die den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft maßgeblich voranbringen. Dabei zeigt sich vor allem, welche Bedeutung Startups spielen können, um die vorhandenen Potentiale schnell und umfassend zu nutzen. (RAG-Stiftung/Si.)

  • RAG-Stiftung trotzt der Pandemie – Stiftungsmodell erweist sich als robust und krisensicher

    Das durch die Corona-Pandemie bestimmte Jahr 2020 ist für die RAG-Stiftung, Essen, trotz daraus resultierender Herausforderungen sehr erfolgreich verlaufen. Dies teilte der Vorstand der Stiftung am 9. Juni 2021 im Rahmen des Presse-Jahresgesprächs auf dem Welterbe Zollverein mit (Bild 1). Ende 2020 überschritt das Vermögen der RAG-Stiftung erstmals die Marke von 20 Mrd. €.

    „Die Stiftung hat mit der Corona-Krise eine weitere Bewährungsprobe bestanden“, betonte Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung, im Rahmen der Pressekonferenz und zeigte sich mit der Geschäftsentwicklung in einem herausfordernden Umfeld insgesamt sehr zufrieden. „Das Stiftungsmodell hat sich auch unter erschwerten Bedingungen als überaus robust und krisensicher erwiesen“, hob Tönjes hervor. Trotz Pandemie sei es gelungen, deren Auswirkungen auf die Stiftung und ihre Beteiligungen gering zu halten. Auch habe die Stiftung bereits im zweiten Jahr die Finanzierung der Ewigkeitsaufgaben aus dem deutschen Steinkohlenbergbau der RAG Aktiengesellschaft verlässlich getragen und parallel dazu ihr Vermögen auf mehr als 20 Mrd. € mehren können.

    Im Jahr 2020 konnte die Stiftung einen Jahreserfolg von rd. 859 Mio. € erzielen. Auch um den Sondereffekt aus dem Verkauf von Evonik-Aktien Anfang 2020 bereinigt, belief sich der Jahreserfolg immer noch auf 324 Mio. €. Finanzvorstand Jürgen Rupp: „Wir haben 2020 unverändert hart und erfolgreich daran gearbeitet, unser Vermögen weiter zu diversifizieren. Insgesamt investierten wir im vergangenen Jahr 1,4 Mrd. € in unsere diversifizierte Kapitalanlage.“ Die weltweite, breit gestreute Aufstellung des Kapitalanlageportfolios habe sich bewährt. So konnte die Stiftung bereits an den wirtschaftlichen Aufschwüngen in Asien und USA teilhaben, als der durch die Pandemie bedingte Tiefpunkt in Europa noch nicht erreicht war. Auch in das Jahr 2021 ist die RAG-Stiftung zufriedenstellend gestartet. „Die Performance unserer Kapitalanlagen ist weiterhin gut. Wir werden unverändert sich bietende Investmentchancen nutzen, um unser Portfolio weiter auszubauen. Als aktiver Kapitalmarktteilnehmer werden wir aber auch das eine oder andere Desinvestment durchführen. Grundsätzlich erwarten wir, sollte sich die Lage coronabedingt nicht deutlich verschlechtern, ein normales zweites Halbjahr“, so Rupp.

    Auch die Förderaktivitäten der Stiftung blieben von der Pandemie nicht unberührt. „Besonders trifft es die Jüngsten in unserer Gesellschaft“, hob Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied im Vorstand der RAG-Stiftung und zuständig für die Ressorts Personal und die Förderbereiche Bildung, Wissenschaft und Kultur, hervor. „Wir haben deshalb schnell und unkompliziert beispielsweise ein Aufholprogramm für Grundschülerinnen und -schüler finanziert, bei denen durch die Schulschließungen Nachholbedarf entstanden ist. Die bisherigen Rückmeldungen der Lehrkräfte zu den Lernerfolgen sind sehr positiv.“ Zudem habe die Digitalisierung durch die Pandemie einen Schub erfahren. „Deshalb werden wir 2021 unsere Digitaloffensive im Bildungsbereich ausweiten. Hier geht es insbesondere um die Vermittlung der für Kinder und Jugendliche so wichtigen Digital- und Medienkompetenz“, so Bergerhoff-Wodopia. Auch die Förderaktivitäten im Kulturbereich waren von den Auswirkungen der Pandemie besonders stark betroffen. Hier entwickelte die Stiftung Lösungen mit ihren Fördernehmern, um die Schwierigkeiten abzumildern. Fest steht: Die RAG-Stiftung ist für ihre Fördernehmer unverändert ein verlässlicher Partner. Das Gesamtbudget im Förderbereich liegt 2021 wie im Vorjahr bei 27 Mio. €. Seit Gründung der RAG-Stiftung sind nunmehr über 140 Mio. € in die Förderung von Bildung, Wissenschaft und Kultur geflossen.

    Tönjes betonte abschließend: „Die Corona-Pandemie hat unserer Gesellschaft im Jahr 2020 Grenzen aufgezeigt. Sie hat aber auch das Bewusstsein für verantwortungsvolles Handeln geschärft.“ Auch künftig werde die RAG-Stiftung ihren Beitrag dazu leisten, die Transformation der ehemaligen Bergbauregionen nachhaltig voranzubringen. Als Beispiel nannte Tönjes die Pläne rund um das Colosseum in Essen, wo künftig Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Forschung sowie kleine, junge und mittelständische Unternehmen zu einem Ökosystem für Innovation und Transformation zusammenwachsen sollen. „Wir als RAG-Stiftung haben uns auch für die Zukunft viel vorgenommen“, so Tönjes. „Allem voran werden wir weiterhin zuverlässig die Kosten des Nachbergbaus tragen und den Steuerzahler nicht belasten. In einer Zeit, in der sich alles verändert hat: Auf die Stiftung bleibt Verlass!“ (RAG-Stiftung/Si.)

  • International anerkanntes Forschungszentrum Nachbergbau soll nach Herne kommen

    Die Stadt Herne, die RAG-Stiftung, Essen, und die Technische Hochschule Georg Agricola (THGA), Bochum, informierten am 16. April 2021 über die Ideen und Perspektiven für das Forschungszentrum Nachbergbau (FZN) der THGA (Bild 1). Die drei Partner streben an, die international anerkannte wissenschaftliche Einrichtung in Herne anzusiedeln. Hierfür wird ein Förderantrag auf den Weg gebracht, mit dem Mittel aus dem Fünf-Standorte-Programm akquiriert werden sollen. Um den vom Kohleausstieg besonders betroffenen Kommunen Perspektiven im Strukturwandel zu eröffnen, wird die Bundesregierung in Nordrhein-West-falen fünf Standorte von Steinkohlen-kraftwerken bis 2038 mit maximal 662 Mio. € unterstützen.

    Herne ist einer der Standorte, welche die zusätzlichen Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen können. Weitere sind Gelsenkirchen, Duisburg, Hamm und der Kreis Unna. Die Umsetzung des Programms und die Fördermittelzusagen erfolgen durch das Land Nordrhein-Westfalen. Ein strategischer Beirat und ein Strukturstärkungsrat bewerten entsprechende Vorschläge.

    Für die Stadt Herne ergäben sich aus der Hochschulansiedlung große Chancen, den eingeleiteten zukunftsorientierten Umbau der Stadt weiter voranzutreiben. Die angestrebte Ansiedlung des FZN im Funkenbergquartier nahe dem Herner Bahnhof spielt bei der Stärkung des lokalen Arbeitsmarkts und des regionalen Wissenschaftsstandorts eine bedeutende Rolle. „Mit der Ansiedlung des FZN können wir in Herne neue Perspektiven für die Spitzenforschung im Herzen des Ruhrgebiets aufzeigen und einen großen Schritt für unsere künftige Stadtentwicklung machen“, sagt Oberbürgermeister Frank Dudda und beschreibt die Bedeutung dieser konkreten Pläne für die gesamte Stadt und das Ruhrgebiet. Gemeinsam mit dem Urban Art Center Ruhr, das in der Wanner Innenstadt entstehen soll und einer weiteren wissenschaftlichen Spitzeneinrichtung ergeben sich für Herne aussichtsreiche Perspektiven mit regionaler Strahlkraft, die im Rahmen des Fünf-Standorte-Programms zeitnah umgesetzt werden könnten. „Wir haben beim FZN ganz starke und zuverlässige Partner an unserer Seite, dafür sind wir der THGA und der RAG-Stiftung ausgesprochen dankbar“, erklärt Dudda.

    Das FZN wurde gemeinsam von RAG-Stiftung und THGA initiiert und 2015 gegründet. „Wir haben in den letzten Jahren über unsere finanzielle Förderung des FZN wesentliche Aufbauarbeit geleistet und werden auch künftig ein verlässlicher Partner der THGA und des Forschungszentrums sein. Dennoch ist es an der Zeit, das Engagement für das FZN auf mehrere starke Schultern zu verteilen“, betont Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied im Vorstand der RAG-Stiftung und Vorsitzende des Hochschulrats der THGA anlässlich des Termins. „Deshalb setzen wir uns gemeinsam mit der Stadt Herne dafür ein, dass das FZN die Förderung erhält, die dafür nötig ist. Zusätzlich treiben wir damit auch die erfolgreiche Transformation unserer Region weiter voran“ so Bergerhoff-Wodopia.

    Bergbau hinterlässt Spuren. Mit ihnen verantwortungsvoll umzugehen, ist nicht nur in Deutschland, sondern international eine große Herausforderung. Seit seiner Gründung bündelt das FZN der THGA das nötige Know-how, um die Folgen des Bergbaus technisch, ökonomisch und umweltverträglich zu gestalten. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen interdisziplinär, wie sich die komplexen Aufgaben rund um Zechenschließung und Folgenutzung gestalten lassen – und nehmen vor allem die Zukunftspotentiale in den Blick. Die Einrichtung ist damit weltweit einzigartig. Aus dem integrativen Ansatz ergeben sich bis heute die vier Forschungsbereiche Ewigkeitsaufgaben und Grubenwassermanagement, Geomonitoring im Alt- und Nachbergbau, Materialwissenschaften zum Erhalt und zur Neunutzung des industriellen Erbes sowie Reaktivierung und Transition.

    Dabei wird auch das FZN selbst immer vielschichtiger und wächst stetig mit seinen Aufgaben. Als zukunftsweisende Institution für Mensch, Natur und Umwelt in ehemaligen Bergbauregionen will es sich künftig weiterentwickeln zum Deutschen Forschungszentrum Nachbergbau (DFZN). „Wir untersuchen die Folgen des Bergbaus in allen Facetten. Unsere Reputation und unsere Forschungsfelder wollen wir in den nächsten Jahren noch weiter ausbauen und die kompetente Anlaufstelle für alle wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen zum Nachbergbau sein“, erklärt Prof. Ulrich Paschedag, Leiter des Forschungszentrums. „Deutschlandweit und international bestens vernetzt wird das DFZN so zum „Think Tank“ für Nachbergbau weltweit und übernimmt eine wichtige Vorreiterrolle. Außerdem trägt es zu nachhaltigen, ganzheitlichen Konzepten zur Gewinnung von Georessourcen in Deutschland, in Europa und in der Welt bei und ist damit ein unverzichtbarer Bestandteil für die langfristige Umsetzung der Rohstoffstrategien in Deutschland und der EU.“

    Ein neuer Standort in Herne eröffnet für die Weiterentwicklung hin zum DFZN ganz neue Perspektiven, erklärt THGA-Präsident Prof. Jürgen Kretschmann: „Leider sind die räumlichen Kapazitäten in unserem historischen Hochschulgebäude in Bochum sehr begrenzt. Mit einem Neubau in Herne hätten wir die Möglichkeiten, mehrere Labore auf Weltklasseniveau einzurichten und die Forschungstätigkeiten auszuweiten.“ Auch eine ausreichende Anzahl an Büros, Seminarräume, eine Bibliothek und ein Archiv sind in Planung. Ab ca. 2025 könnten so 60 bis 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zentral an einem Ort alle Fragen des Nachbergbaus bearbeiten und damit einen bedeutenden Beitrag zur Stadt- und Regionalentwicklung und zum Transfer in die Gesellschaft leisten. „Trotzdem wird das DFZN natürlich weiter eng mit der THGA in Bochum verbunden bleiben“, sagt Prof. Kretschmann. Von der neuen Ausstattung soll nämlich auch der Masterstudiengang „Geoingenieurwesen und Nachbergbau“ in besonderer Weise profitieren. In dem einzigartigen Studiengang werden Expertinnen und Experten an der Schnittstelle zwischen Bergbau, Vermessung und Geotechnik ausgebildet. Sie kennen sich aus mit den Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen, die durch den Rohstoffabbau nötig werden, und sind auf dem Arbeitsmarkt stark gefragt.

    „In den neuen Speziallaboren hätten unsere Studierenden und jungen Wissenschaftler die Möglichkeit, in exzellent ausgestatteter Umgebung, eigene Projektarbeiten und Untersuchungen durchzuführen“, sagt Prof. Kretschmann. „Dabei sind sie nur eine U-Bahnfahrt von der THGA entfernt und zwar ohne Umsteigen.“ Gleichzeitig könnten die Erkenntnisse des DFZN so noch unmittelbarer in den Studiengang und die Promotionsseminare einfließen, sodass die Absolventinnen und Absolventen sowie die Doktoranden immer mit den aktuellsten Entwicklungen in der Nachbergbauforschung vertraut sind, so Kretschmann. „Ein unschlagbares Wissen – auch international.“ (RAG-Stiftung/Si.)

  • Grubenwasser als Wertwasser – Bergbau trifft Elektromobilität

    Was verbindet Steinkohlenbergbau und Elektromobilität? Das eine gehört in Deutschland seit Ende 2018 der Vergangenheit an, das andere ist eine Zukunftstechnologie. Was Vergangenheit und Zukunft verbindet ist Lithium (Bild 1). Das Grubenwasser aus den ehemaligen Bergwerksstollen enthält diesen wertvollen Rohstoff, der zur Fertigung von Lithium-Ionen-Batterien benötigt wird. Wie sich Lithium aus Grubenwasser extrahieren lässt, ist Gegenstand des Forschungsprojekts MERLIN (MERLIN: mining water lithium extraction) von Prof. Volker Presser am Leibniz-Institut für Neue Materialien (INM) in Saarbrücken. Die RAG-Stiftung, Essen, unterstützt das Forschungsprojekt, das im November 2020 gestartet und auf zwei Jahre angelegt ist, mit 300.000 €. Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied im Vorstand der RAG-Stiftung: „Grubenwassermanagement ist ein zentraler Bestandteil der dauerhaften Aufgaben des Nachbergbaus, deren Finanzierung Zweck der RAG-Stiftung ist. Die Chancen zu erforschen, die das Grubenwasser mit sich bringt, hat uns überzeugt. Deshalb fördern wir dieses Projekt sehr gerne.“

    In den ehemaligen Steinkohlenrevieren an Ruhr und Saar durchdringt Regen- und Oberflächenwasser hunderte von Meter mächtige Gesteinsschichten, bevor es sich in den alten Stollen sammelt und schließlich als Grubenwasser zutage tritt. Beim Durchströmen der Gesteinsschichten reichert sich das Wasser mit weniger seltenen Mineralstoffen wie Natrium, Kalium oder Calcium an, aber auch mit für die Industrie hochattraktiven Elementen wie Strontium, Barium oder Lithium. „Unser Ansatz ist, Grubenwasser als Ewigkeitschance zu verstehen und durch innovative Technologie als Wertwasser nutzbar zu machen“, erläutert Prof. Presser die Zielsetzung seines Projekts. So gingen in Deutschland schätzungsweise 1.900 t/a wertvolles Lithium verloren, das mit dem Grubenwasser ungenutzt, z. B. über Flüsse wie Blies und Saar, abfließe.

    Lithium spielt eine zentrale Rolle in der Energiewende und ist zu einem industriellen und strategischen Schlüsselelement für die Elektromobilität geworden – gerade für den Industriestandort Deutschland mit seiner bedeutenden Automobilbranche. So werden Milliardenbeträge in die Entwicklung neuer elektromobiler Fahrzeugkonzepte investiert. Da sich die Lithiumvorkommen in Europa auf lediglich 1 bis 2 % der weltweiten Produktion belaufen und die Nachfrage wesentlich höher ist, muss das teure Metall importiert werden, u. a. aus Chile und Argentinien, wo es unter umwelt- und gesundheitsgefährdenden Bedingungen gewonnen wird.

    Der Erfolg der Elektromobilität ist daher eng mit der Erschließung neuer Ressourcen und der Entwicklung innovativer Technologien zur Lithiumgewinnung verknüpft. Grundlage des MERLIN-Projekts ist die ionenselektive Elektrochemie, die Prof. Presser schon seit mehreren Jahren erforscht und beispielsweise erfolgreich zur Wasserentsalzung einsetzt. Im MERLIN-Prozess fließt zunächst Grubenwasser durch einen speziellen Aufbau, die MERLIN-Zelle, die zwei Elektroden mit unterschiedlicher Polarität enthält. Dabei werden Lithium- und Chlor-Ionen von jeweils einer Elektrode angezogen, während alle anderen gelösten Stoffe die Zelle mit dem Grubenwasser verlassen. Anschließend fließt Frischwasser in die Zelle und sammelt Lithium und Chlor in Form von Lithiumchlorid ein. Dieser Vorgang wird mehrfach wiederholt, sodass sich die Konzentration des Lithiumchlorids im Wasser immer weiter erhöht. Nach Verdunstung des Restwassers liegt es schließlich als Festkörper vor. Da die eingebrachte elektrische Ladung beim Entladen fast vollständig wiedergewonnen wird, handelt es sich beim MERLIN-Prozess um ein energieeffizientes Verfahren.

    Das Projekt umfasst über die Laufzeit von 24 Monaten verschiedene Arbeitspakete. Sie reichen von der Analyse von Grubenwasser, im Speziellen des Wassers aus den ehemaligen saarländischen Bergwerken in Reden und Camphausen, über die Optimierung des Elektrodenmaterials in der MERLIN-Zelle bis hin zur Entwicklung eines Demonstrators und einer abschließenden Wirtschaftlichkeitsanalyse. Bei der Umsetzung steht Prof. Presser das INM-eigene InnovationsZentrum zur Seite. Karsten Moh, Leiter des InnovationsZentrums INM, versichert: „Das Projekt ist ein ideales Bindeglied zwischen der Spitzenforschung am INM und dem Technologietransfer des InnovationsZentrums! Wir werden es aktiv mit Personal und Infrastruktur unterstützen. Dazu werden wir insbesondere die Hoch-skalierung der Technologie untersuchen und diese im Gesamtprozess betrachten.“

    Unterstützt wird MERLIN auch von der saarländischen Staatskanzlei, welche die Einwerbung der Förderung durch die RAG-Stiftung von der Einreichung des Antrags bis zur Genehmigung aktiv begleitete. (RAG-Stiftung/Si.)

  • Ausbildungsprojekt „Partizipation durch Ausbildung 4.0“ erfolgreich gestartet

    Chancenbenachteiligten Jugendlichen dabei helfen, ihren Weg ins Berufsleben zu meistern: Das ist das Ziel des neuen Ausbildungsprojekts „Partizipation durch Ausbildung 4.0“ (PaduA) im Saarland. Es soll junge Menschen in ein Ausbildungsverhältnis bringen und sie zum erfolgreichen Abschluss begleiten. Das Programm richtet sich auch an Jugendliche mit Migrationshintergrund. Nach dem Start im September dieses Jahres ist das Projekt vielversprechend angelaufen. Alle vorgesehenen Teilnehmerplätze sind besetzt.

    16 Jugendliche starteten eine außerbetriebliche Ausbildung und werden durch zusätzliche Stütz- und Förderangebote auf ihre Abschlussprüfung vorbereitet. Flankierend dazu erhalten 48 weitere Jugendliche, die sich aktuell noch in keinem Ausbildungsverhältnis befinden, eine intensive sozialpädagogische Betreuung rund um ihre berufliche Orientierung. Der Fokus liegt auf Berufsbildern, die heute von der Saarwirtschaft stark nachgefragt werden, wie Karosserie- und Fahrzeugbau, Lager und Logistik, Verkauf und Vertrieb sowie Tätigkeiten im Gastgewerbe oder im Gartenbau.

    Die Wirtschafts- und Arbeitsministerin des Saarlands, Anke Rehlinger, sieht im Erfolg der Maßnahme ein wichtiges Signal für die Zukunft: „Wir lassen niemanden im Stich. Diejenigen, die Hilfe bei ihrem Start ins Berufsleben brauchen, bekommen sie auch. Mit diesem Projekt schaffen wir für Jugendliche, die es in ihrem Leben nicht immer einfach hatten, eine ganz konkrete Zukunftsperspektive, indem wir sie individuell dabei unterstützen, Barrieren zu überwinden. Gleichzeitig wirken wir damit auch dem Fachkräftemangel entgegen und sorgen dafür, dass den saarländischen Unternehmen qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen.“

    Auf Initiative des saarländischen Arbeitsministeriums wurden zwei Hauptfinanzierer für das Projekt gewonnen: Insgesamt stehen rd. 1 Mio. € zur Verfügung. Die Kosten teilen sich die RAG-Stiftung, Essen, und das Jobcenter im Regionalverband Saarbrücken.

    Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung, zu den Motiven der Stiftung für die Förderung des Projekts: „Der Steinkohlenbergbau hat traditionell zahlreichen, vor allem chancenbenachteiligten Jugendlichen verschiedene Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten geboten. Dabei stand die besonders enge Betreuung und Anleitung der Jugendlichen stets im Vordergrund – sicher ein Erfolgsrezept und Markenzeichen der Ausbildung im Bergbau zugleich. Hieran knüpfen wir mit dem Projekt an.“ Deshalb unterstütze die RAG-Stiftung das Bildungsprojekt auch mit großer Überzeugung.

    Das Zentrum für Bildung und Beruf Saar gGmbH (ZBB) in Burbach setzt die Fördermaßnahmen um. (RAG-Stiftung/Si.)

  • RAG-Stiftung schließt erstes Jahr der Finanzierungsverpflichtung erfolgreich ab – und bleibt auch in Corona-Krise weiter auf Kurs

    Der Vorstand der RAG-Stiftung hat am 4. Juni 2020 in Essen die Zahlen für das Geschäftsjahr 2019 vorgelegt. Fazit: Das Stiftungsmodell hat im ersten Jahr, in dem die Finanzierung der Ewigkeitsaufgaben aus dem deutschen Steinkohlenbergbau zu stemmen war, vollumfänglich und wie erwartet funktioniert. Auch in der Corona-Krise hält die Stiftung Kurs.

    „Wir sind mit 291 Mio. € leicht unter den erwarteten Kosten für die Ewigkeitsauf-gaben von 300 Mio. € geblieben“, zeigte sich Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung, zufrieden. Auch insgesamt verlief das Geschäftsjahr 2019 sehr erfolgreich, wie der Vorstand der Stiftung (Bild 1) im Rahmen des Presse-Jahresgesprächs auf dem Welterbe Zollverein berichtete. Einmal mehr verbuchte die Stiftung ein neues Rekordergebnis von 474 Mio. € (Vorjahr 454 Mio. €). Das Stiftungsvermögen lag Ende 2019 bei 18,7 Mrd. €.

    Auch in das Jahr 2020 war die Stiftung zunächst gut gestartet und wurde dann ebenso wie die Gesamtwirtschaft von den Auswirkungen der Corona-Pandemie getroffen. Tönjes betonte jedoch: „Die RAG-Stiftung ist auch in der Corona-Krise robust und krisensicher aufgestellt. Die Auswirkungen auf unsere Kapitalanlage waren und sind beherrschbar. Die Diversifikation unseres Portfolios zahlt sich gerade jetzt aus.“

    Auch Jürgen Rupp, Finanzvorstand der RAG-Stiftung, zeigte sich zuversichtlich: „Das vergangene Jahr hat gezeigt, dass das Stiftungsmodell funktioniert. Das laufende Jahr zeigt uns, dass die Stiftung auch in einer wirtschaftlichen Krise stabil aufgestellt ist.“ Auch im Jahr 2019 erhöhte die Stiftung die Unabhängigkeit von der Evonik AG weiter: Während Evonik nur noch für 44 % des Gesamtvermögens der Stiftung steht, resultieren bereits 49 % der Gesamterträge aus anderen Investments. Im Jahr 2019 investierte die Stiftung weitere 1,2 Mrd. € und bis April 2020 zusätzlich über 650 Mio. € in global diversifizierte Assetklassen. Rupp hob auch den Zuwachs an stillen Reserven (plus 690 Mio. € im Jahr 2019) hervor, welche die Stiftung jederzeit in die Lage versetzen, ihren Verpflichtungen gegenüber der RAG Aktien-gesellschaft nachzukommen. „Zugleich ermöglichen sie uns auch in Krisenzeiten mit ruhiger Hand die Entwicklungen zu verfolgen und überlegt Entscheidungen für das Portfolio zu treffen“, so Rupp.

    Großen Verbesserungsbedarf hingegen sieht der Vorstand der Stiftung bei den Vorgaben aus dem HGB zur bilanziellen Abbildung langlaufender Verpflichtungen. Hiervon ist auch die RAG und folglich die RAG-Stiftung über einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag real betroffen, weshalb sich der Stiftungsvorstand für eine Regelung mit Festzinssatz und damit für mehr Kalkulierbarkeit und Ergebnisentlastung ausspricht. Dies würde allen HGB-bilanzierten Unternehmen auch in der aktuellen Krise helfen.

    Der Förderschwerpunkt der Stiftung liegt unterdessen weiter auf der Bildungsförderung chancenbenachteiligter Kinder und Jugendlicher. Die Stiftung habe mittlerweile eigene Leuchtturmprojekte entlang der gesamten Bildungskette etabliert, berichtete Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied im Vorstand der RAG-Stiftung und zuständig für das Ressort Personal und die Förderbereiche Bildung, Wissenschaft und Kultur. „In Summe werden wir bis Jahresende 2020 seit Gründung der Stiftung rd. 120 Mio. € in Förderprojekte investiert haben. Mit diesem Geld konnten wir nachhaltig viel Gutes in den ehemaligen Bergbauregio-nen bewirken.“ Die Corona-Krise stellt unterdessen auch viele Fördernehmer der RAG-Stiftung vor besondere Herausforderungen. Bärbel Bergerhoff-Wodopia unterstrich, dass die RAG-Stiftung gerade in Krisenzeiten an der Seite ihrer Fördernehmer steht: „Wir sind und bleiben ein verlässlicher Partner!“ (RAG-Stiftung/Si.)

  • RAG-Stiftung und Startup-Verband legen Innovationsreport Ruhr vor

    Das Ruhrgebiet, Deutschlands größter Ballungsraum, bietet enorme Chancen für Startups und innovative Geschäftsmodelle, so das Ergebnis des Innovationsreports Ruhr, den die RAG-Stiftung, Essen, und der Bundesverband Deutsche Startups e.V., Berlin, am 23. April 2020 zusammen herausgaben. Die aktuelle Corona-Krise trifft diese Startups jedoch besonders hart. Aus diesem Grund wurde zusätzlich zum Innovationsreport Ruhr ein Papier veröffentlicht, das die Herausforderungen rund um die Corona-Krise detailliert darstellt und zu den Potentialen der Region in Beziehung setzt.

    Vor allem in vier Bereichen lassen sich spezifische Herausforderungen und Chancen für das Ruhrgebiet identifizieren:

    • Intensivere Gründungsförderung erforderlich: So weisen die Städte Duisburg, Bochum, Essen und Dortmund beispielsweise überdurchschnittlich viele Startups auf. Dennoch bleibt das Ruhrgebiet insgesamt noch hinter den Erwartungen als Ballungsraum zurück – insbesondere im Vergleich zu Startup-Hotspots wie Berlin und München. Gerade mit Blick auf die gegenwärtige Krise sollte daher ein besonderes Augenmerk auf eine noch intensivere Gründungsförderung gelegt werden.
    • Hohes Potential im B2B-Bereich: Als Metropolregion eröffnet das Ruhrgebiet Startups enorme Marktchancen: Insbesondere das Potential im Bereich der Geschäftskunden (B2B) ist durch den starken Mittelstand und die Vielzahl großer Unternehmen als sehr hoch einzuschätzen. In der aktuellen Situation ist es besonders wichtig, dass innovative Projekte nicht verschoben werden, sondern etablierte Unternehmen Startups in der schwierigen Phase zur Seite stehen, um gemeinsam mit diesen die eigene Zukunftsfähigkeit sicherzustellen.
    • Besonders dichte Hochschul- und Forschungslandschaft: Mit seiner dichten Hochschul- und Forschungslandschaft hat das Ruhrgebiet die besten Voraussetzungen zur Schaffung von Innovationen. Die besondere Stärke in den Bereichen IT und Ingenieurwissenschaften spiegelt sich bereits heute in den Gründerteams und den Geschäftsmodellen wider. Diese hohe industrielle und digitale Expertise ist eine wichtige Voraussetzung, um nach der Krise wieder schnell in Fahrt zu kommen.
    • Best Practice Cybersecurity: Besonders erfolgsversprechend ist die Entwicklung branchenspezifischer Cluster an den Schnittstellen zwischen den Hochschulen, der etablierten Wirtschaft und Startups. Absolutes Best Practice ist dabei der Sektor Cybersecurity. Aufgrund der aktuellen Zurückhaltung der Investoren sind Startups mit ausstehenden Finanzierungsrunden besonders bedroht. Dieses Cluster trotz Krise weiter zu fördern, ist essenziell für die Entwicklung und internationale Sichtbarkeit des Ruhrgebiets als Innovationsstandort.

    Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung: „Wie wichtig Innovation für eine funktionierende und vitale Volkswirtschaft ist, das wissen wir nicht erst seit der Corona-Krise. Umso mehr gilt es jetzt, unsere Innovationsfähigkeit zu bewahren. Unsere Startups und jungen Gründer werden derzeit auf eine harte Probe gestellt. Wir möchten mit dem Innovationsreport Ruhr die Stärken und Potentiale unserer Startup-Landschaft herausstellen, um hierauf nach der Krise aufbauen zu können!“

    Christian Miele, Präsident des Bundesverbands Deutsche Startups: „Wenn internationale Top-Investoren an Deutschland denken, denken sie noch viel zu selten an das Ruhrgebiet – das muss und wird sich ändern! Denn unser Report zeigt, welche enormen Potentiale die Region mit Blick auf Startups und Innovation hat. Nun müssen sich die lokalen Player – Mittelstand, Konzerne, Hochschulen und Startups – an einen Tisch setzen, ihre Stärken weiterentwickeln und kommunikativ selbstbewusst nach vorne gehen. Und das alles gilt umso mehr in der Krise. Gerade in dieser Phase arbeiten wir mit Hochdruck daran, Politik und Gesellschaft die Bedeutung des Startup-Ökosystems vor Augen zu führen, um gemeinsam die Weichen für die Zukunft zu stellen.“
    (RAG-Stiftung/Si.)

  • Advent International, Cinven und die RAG-Stiftung übernehmen das Aufzuggeschäft von thyssenkrupp

    Die internationalen Private-Equity-Firmen Advent International (Advent) und Cinven haben gemeinsam mit der RAG-Stiftung, Essen, bekannt gegeben, dass sie verbindliche Vereinbarungen mit der thyssenkrupp AG zum Erwerb des Aufzuggeschäfts thyssen-krupp Elevator Technology unterzeichnet haben. Im Rahmen der Transaktion wird die thyssenkrupp AG in das Aufzuggeschäft reinvestieren und einen substantiellen Minderheitsanteil erwerben. Dies unterstreicht das attraktive Wertschöpfungspotential des Geschäfts ebenso wie das Bekenntnis zum Standort Deutschland und zu den Mitarbeitern der Gruppe.

    thyssenkrupp Elevator ist ein führender internationaler Anbieter von Aufzugtechnik und an mehr als 1.000 Standorten weltweit tätig. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2018/2019 einen Umsatz von 8,0 Mrd. €. thyssenkrupp Elevator bietet seinen Kunden in mehr als 100 Ländern innovative Lösungen an. Das Produktportfolio umfasst Personen- und Lastenaufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige, Fluggastbrücken, Treppen- und Plattformlifte sowie ein maßgeschneidertes Servicegeschäft einschließlich der Wartung des gesamten Portfolios. thyssenkrupp Elevator betreibt ein globales Vertriebs- und Servicenetz, um größtmögliche Nähe zu seinen Kunden zu gewähren.

    thyssenkrupp Elevator ist für das Konsortium aus Advent, Cinven und RAG-Stiftung ein attraktives Investment:

    • Das Unternehmen ist sehr stark in den Märkten USA, Europa und Asien positioniert.
    • Strukturelle Trends wie beispielsweise die Urbanisierung sowie die stetig zunehmende Mobilität in Städten treiben die Nachfrage und führen somit zu bedeutenden Wachstumsaussichten.
    • Aufgrund der starken Fragmentierung des Markts gibt es attraktive Akquisitions- und Konsolidierungsmöglichkeiten.
    • Die geplanten Investitionen des Konsortiums in Forschung & Entwicklung, das Produktportfolio und die geographische Expansion ermöglichen sowohl weiteres organisches als auch anorganisches Wachstum. Dies gilt insbesondere für die Wachstumsmärkte in Asien sowie für die Entwicklung neuer energieeffizienter Produkte.
    • Das Servicegeschäft für eigene und Drittanbieter-Aufzüge bietet weiteres Ausbaupotential.

    „Cinven freut sich, mit seinen Investitionen das Wachstum von thyssenkrupp Elevator zu beschleunigen – sowohl organisch als auch durch weitere Zukäufe. Weitere Investitionen in die Produktentwicklung, Forschung und Entwicklung sowie in die internationale Expansion werden dazu beitragen, das Unternehmen langfristig und nachhaltig wachsen zu lassen“, sagte Bruno Schick, Partner und Leiter von DACH und Emerging Europe bei Cinven. „Gemeinsam mit Advent und der RAG-Stiftung freuen wir uns darauf, in Zusammenarbeit mit dem Management die nächste Wachstumsphase für das Unternehmen bestmöglich zu nutzen.“

    „thyssenkrupp Elevator hat sich als ein führendes internationales Unternehmen mit einem starken und innovativen Produktportfolio etabliert. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Cinven und der RAG-Stiftung unser kombiniertes Know-how und unsere Finanzkraft einzubringen, um diese exzellente Plattform weiter zu entwickeln. Es ist unser Ziel, hier ein starkes unabhängiges Industrieunternehmen zu schaffen“, sagte Ranjan Sen, Managing Partner und Deutschlandchef bei Advent.

    „Uns ist die Tradition und Geschichte von thyssenkrupp Elevator sehr bewusst. Das Konsortium fühlt sich dem Erhalt des Unternehmenssitzes und den starken Wurzeln des Unternehmens in Deutschland verpflichtet. Die Beteiligung an thyssenkrupp Elevator, von der wir uns stabile Erträge erwarten, passt ideal in das Portfolio der RAG-Stiftung“, sagte Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung. „Der Erfolg eines innovativen Unternehmens mit hohen Qualitätsstandards wie thyssenkrupp Elevator beruht auf den Mitarbeitern. Dementsprechend nehmen wir unsere Verpflichtungen als verantwortungsbewusster Investor sehr ernst.“

    Deutschland ist ein bedeutender Markt für Advent und Cinven. Beide haben seit mehr als 20 Jahren Niederlassungen in Frankfurt und sich erfolgreich bei mehr als 39 Unternehmen in Deutschland engagiert. Im Industrie- und Business Service-Bereich verfügen Advent und Cinven mit Beteiligungen an insgesamt 130 Unternehmen über beträchtliche Erfahrung. Darüber hinaus ist die RAG-Stiftung eng mit der Rhein-Ruhr-Region verbunden und hat die Aufgabe, die nachhaltige Transformation der Region mitzugestalten. Die Stiftung ist ein langfristig orientierter Investor, der Verantwortung für die Finanzierung der Ewigkeitsaufgaben, die der deutsche Steinkohlenbergbau im Ruhrgebiet, an der Saar und in Ibbenbüren hinterlassen hat, trägt.

    Das Konsortium verfolgt eine gemeinsame Investitionsphilosophie, die systematisch darauf zielt, führenden Unternehmen weiteres nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen. Dementsprechend sieht der Plan für thyssenkrupp Elevator eine langfristige Wertsteigerung vor. Das Konsortium wird das Unternehmen dabei als engagierter, fairer und verantwortungsbewusster Eigentümer unterstützen. Die Investoren haben umfangreiche Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Gremien der Mitbestimmung und legen großen Wert auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern. Das Konsortium plant in diesem Zusammenhang kontinuierliche Investitionen in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter. Außerdem wird das Konsortium investieren, um die Standorte der Gruppe in allen Regionen nachhaltig zu erhalten.

    Der Abschluss der Transaktion wird vorbehaltlich der üblichen Transaktionsbedingungen und regulatorischen Genehmigungen bis zum Ende des dritten Quartals 2020 erwartet. (RAG-Stiftung/Si.)

  • Projektauftakt „GemeinsamGANZTAG“ – Initiative für mehr Bildungsgerechtigkeit an Ganztagsschulen gestartet

    Die Reduzierung bildungsbezogener Ungleichheiten ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Im Vergleich mit anderen Industrienationen liegt die Bundesrepublik Deutschland im Bereich der Bildungsgerechtigkeit gerade einmal im unteren Mittelfeld. Selten sind soziale Herkunft und Bildungserfolg oder -misserfolg so eng miteinander verknüpft wie in Deutschland. Um den negativen Folgen dieses Zusammenhangs entgegenzuwirken – sowohl im Sinne der betroffenen Kinder, als auch für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung im Ruhrgebiet – hat die RAG-Stiftung, Essen, in Kooperation mit dem Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) der Technischen Universität (TU) Dortmund das Projekt „GemeinsamGANZTAG“ initiiert.

    Eine frühzeitige Förderung junger Menschen, insbesondere aus sozial benachteiligten Verhältnissen, kann ihre Chancen auf spätere gesellschaftliche Teilhabe maßgeblich verbessern. GemeinsamGANZTAG setzt genau hier an. Wissenschaftliche Teams der TU Dortmund sowie der Universitäten Bochum, Duisburg-Essen und Wuppertal erarbeiten gemeinsam mit Schulen in herausfordernder Lage aus den Städten Bochum, Duisburg, Gelsenkirchen und Herne Lösungen, um chancenbenachteiligte Kinder, insbesondere in den Bereichen der Sprachbildung und des selbstgesteuerten und kooperativen Lernens, bestmöglich zu unterstützen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bringen dabei bereits erprobte Konzepte ein, die aber auf die individuellen Bedarfe der Schulen angepasst werden. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, arbeiten die Universitäten, Schulen, Bildungsbüros und weitere Projektpartner in Netzwerken zusammen.

    Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung, unterstreicht die Bedeutung des Projekts: „GemeinsamGANZTAG bearbeitet eine der größten Herausforderungen unserer Gesellschaft: Bildungsgerechtigkeit unabhängig von sozialer Herkunft. Diese Herausforderung wollen wir im Ruhrgebiet mit ganzer Kraft angehen. Deshalb bin ich froh, dass wir so viele herausragende Projektpartner gefunden haben, die mit uns an der Verbesserung von Bildungsgerechtigkeit arbeiten werden.“

    Im Projektfokus stehen die Stärkung von sprachlichen Kompetenzen sowie das selbstgesteuerte und kooperative Lernen. Mit diesen Schwerpunkten knüpft GemeinsamGANZTAG an aktuelle Befunde der Bildungs- und Schulentwicklungsforschung sowie bildungspolitische Forderungen an. Um die Chancen längeren gemeinsamen Lernens insbesondere an Schulen in herausfordernder Lage zu nutzen, reicht es dabei nicht, nur die Zeit in der Schule zu verlängern. Es braucht hochwertige Angebote, die unter Berücksichtigung der Bedarfe der Schulen und Schülerschaft entwickelt werden. Hierfür setzt das Projekt auf das nachgewiesene Potential von Schulnetzwerken und baut eine dialogische Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Bildungspraxis und Bildungsadministration auf.

    Die Arbeit in den unterschiedlichen Netzwerken hat mit dem neuen Schuljahr begonnen und wird in regelmäßigen Arbeits-treffen fortgeführt. Die wissenschaftlich fundierten Ergebnisse von GemeinsamGANZTAG werden 2021 veröffentlicht. (RAG-Stiftung/Si.)

  • Nach dem Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus – RAG-Stiftung kommt erstmals für Ewigkeitsaufgaben auf

    Das Geschäftsjahr 2018 ist für die RAG-Stiftung, Essen, erneut überaus erfolgreich verlaufen, wie der Vorstand der Stiftung am 6. Juni 2019 im Rahmen des Presse-Jahresgesprächs auf dem Welterbe Zollverein berichtete (Bild 1). So verbuchte die Stiftung 2018 ein Rekordergebnis von 912 Mio. €. 458 Mio. € stammen dabei aus dem Veräußerungsgewinn von 3,5 % der Anteile an Evonik im September 2018. Bereinigt um diesen Sondereffekt bleibt unterm Strich ein Rekord-Jahreserfolg seit Gründung der Stiftung von 454 Mio. € (Vorjahr 431 Mio. €). Seit Anfang 2019 hat die RAG-Stiftung nun die Finanzierung der Ewigkeitsaufgaben aus dem deutschen Steinkohlenbergbau der RAG Aktiengesellschaft, Essen, übernommen.

    „Für die anstehenden Aufgaben sind wir finanziell hervorragend ausgestattet“, so Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung zu Beginn des Presse-Jahresgesprächs. Mit dem Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus im Dezember 2018 hatte sich das letzte Kapitel einer über 200 Jahre währenden Industriegeschichte geschlossen. Dies brachte eine Zeitenwende auch für die RAG-Stiftung mit sich. Während die Stiftung bis Ende 2018 fast ausschließlich Kapital über die Erträge aus ihrem Vermögen hatte aufbauen können, kam Anfang Februar nun die erste Rechnung für die Ewigkeitsaufgaben. „Die ersten Monate nach der Zeitenwende haben wir nun schon gemeistert. Für den Rest der Ewigkeit bin ich ebenso optimistisch!“, unterstrich Tönjes mit Blick auf die andauernde Verpflichtung der Stiftung. Dabei betonte er auch die Herausforderungen, welche die Bergbauregionen nach dem Ende des Bergbaus noch zu stemmen hätten. Längst seien die Menschen in der Zukunft ohne Steinkohlenbergbau angekommen. „Jetzt müssen wir alle Kräfte bündeln, um daraus eine gute Zukunft zu machen!“, so Tönjes, der versicherte, dass die Stiftung ihren Teil dazu beitragen werde.

    Dazu gehört insbesondere die zuverlässige Finanzierung der Ewigkeitsaufgaben. In den ersten Jahren werden hierfür jeweils rd. 300 Mio. € an Kosten erwartet. Nach der Umsetzung der geplanten, optimierten Grubenwasserkonzepte in Nordrhein-Westfalen und im Saarland ist mit Einsparungen zu rechnen. Den aktuellen Ausgaben stehen hohe Einnahmen gegenüber. Die Rückstellung für Ewigkeitslasten, denen das Ergebnis in Höhe von 912 Mio. € zugeführt wurde, summierte sich zum Jahresende 2018 auf 7,79 Mrd. €.

    Jürgen Rupp, seit April Finanzvorstand der RAG-Stiftung, betonte den gelungenen Ausbau der diversifizierten Kapitalanlagen um 1,4 Mrd. € auf 7,3 Mrd. € (Marktwerte) zum Ende des Jahres 2018. An der Strategie seines Vorgängers im Amt, Helmut Linssen, wolle er festhalten und die Diversifizierung vorantreiben. Mittlerweile hat die Stiftung über 50 % ihres Vermögens in andere Anlagen – außerhalb von Evonik – investiert. „Frühzeitig hat die Stiftung als Folge des Niedrigzinsumfelds verstärkt auf höher rentierliche, illiquide Assetklassen gesetzt. Das hat sich ausgezahlt. Diesen Weg werden wir weitergehen, auch in einem herausfordernden Kapitalmarktumfeld“, so Rupp.

    Personalvorstand Bärbel Bergerhoff-Wodopia zeigte auf, dass die RAG-Stiftung seit Bestehen rd. 60 Mio. € für Förderaktivitäten eingesetzt habe. Weitere 30 Mio. € kommen 2019 hinzu. Ein Großteil der eingesetzten Fördermittel kommt chancenbenachteiligten Kindern und Jugendlichen zugute. Schwerpunkt der Förderaktivitäten der RAG-Stiftung bleibt auch künftig der Bildungsbereich über die gesamte Bildungskette hinweg – von Kindertagesstätten bis zum Übergang in Ausbildung oder Studium. Die RAG-Stiftung definiert mittlerweile überwiegend eigene, mehrjährige Projekte, die sie mit renommierten Partnern umsetzt. Im Jahr 2019 hat die RAG-Stiftung zudem Förderprojekte in Höhe von rd. 14 Mio. € von der RAG Aktiengesellschaft übernommen, der hierfür nach dem Ende des Steinkohlenbergbaus keine Mittel mehr zur Verfügung stehen. „Mit der Übernahme stellen wir sicher, dass es bei der Unterstützung zentraler Institutionen in den ehemaligen Bergbauregionen keine Brüche gibt. Grundsätzlich geht es bei unserer Förderung auch um Nachhaltigkeit. Nach dem Ende des Bergbaus endet nicht unsere Verantwortung. Sie gewinnt vielmehr an neuer Bedeutung – das gilt auch für die Förderung“, sagte Bergerhoff-Wodopia.

    Gemeinsam mit dem deutschen Steinkohlenbergbau lief Ende 2018 auch die Initiative „Glückauf Zukunft!“ aus, die von der RAG-Stiftung, RAG Aktiengesellschaft, Evonik AG und der IG BCE 2016 ins Leben gerufen worden war. Die RAG-Stiftung war als Initiatorin von „Glückauf Zukunft!“ mit fast 40 eigenen Projekten beteiligt. Darüber hinaus wurden unter dem Dach der Initiative gut 100 Veranstaltungen und Ausstellungen Dritter umgesetzt. „Glückauf Zukunft!“ würdigte damit die Leistungen des Bergbaus und der Bergleute und hat für die Weiterentwicklung der Bergbauregionen wichtige Impulse gesetzt, die auch nach dem Ende des Bergbaus weiter wirken. (RAG-Stiftung/Si.)

  • Preisverleihung zum Schülerwettbewerb „Förderturm der Ideen“ – Die besten Projekte werden nun umgesetzt

    Nach dem Ende des Online-Votings im Ruhrgebiet, in dem die Schülerteams fleißig ihre Ideen beworben haben, ist es endlich soweit. Die Sieger des Schülerwettbewerbs „Förderturm der Ideen“ stehen fest: Bochum erhält einen Platz der Erholung, Essen bekommt smarte Laternen, Duisburg-Rheinhausen etabliert Begegnungskreise und das Siegerteam aus Oberhausen wird mit einem neu gestalteten Weg die Bergbaugeschichte Oberhausens erzählen. Hopsten bekommt einen Fitness-Outdoor-Park und Ibbenbüren einen Weg der Kinderrechte. Im Rahmen der spannenden Preisverleihung im Erich Brost-Pavillon auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein wurden die Gewinner am 24. Juni 2019 ausgezeichnet (Bild 1). Weil die Jury von der hohen Qualität der Einreichungen so begeistert war, bekamen weitere sechs Teams eine besondere Anerkennung für ihre Idee.

    Die zwölf Finalisten aus dem Ruhrgebiet in den Themengebieten „Lebenswerte Stadt“ und „Gute Nachbarschaft“, unterteilt nach Sekundarstufe I und II, hatten sich während der Online-Abstimmung mit Aktionen für ihre Ideen immer wieder selbst übertroffen. Neben Aufrufen in sozialen Netzwerken und Lokalzeitungen verteilten einige Schülerinnen und Schüler sogar selbst gestaltete Flyer. Weitere Unterstützung erhielten sie durch die Städte, Gemeinden und zahlreiche ehrenamtliche Helfer. Es wurde keine Gelegenheit ausgelassen, Stimmen zu sammeln! Am Ende hatten folgende vier Teams die Nase vorn:

    Gewinner in der Kategorie „Lebenswerte Stadt“, Sekundarstufe I:

    • Grüne Erholung: Das Team „Iraklion“ aus der 9. Klasse der Lessing-Schule in Bochum wird den Wiebuschweg im Stadtteil Bochum Langendreer durch Begrünung, das Aufstellen von Mülleimern sowie selbst gestalteten Schildern aufwerten.

    Sieger in der Kategorie „Lebenswerte Stadt“, Sekundarstufe II:

    • Smarte Laternen: Das Team „Licht bei der Nacht“ aus der 12. Klasse des Städtischen Mädchengymnasiums in Essen-Borbeck hat sich mit der Idee durchgesetzt, den dunklen Schlosspark besser zu beleuchten und das Sicherheitsgefühl der Besucher durch einen Panikknopf zu stärken.

    In der Kategorie „Gute Nachbarschaft”, Sekundarstufe I wurde folgendes Team zum Sieger gewählt:

    • Kreisender Austausch: Das Team „‚GLÜCK AUF!‘ WIR TREFFEN UNS!“ aus den Klassen 5 bis 8 der Sekundarschule Rheinhausen in Duisburg wird Begegnungskreise in ihrem Stadtteil etablieren und dort unterschiedliche Aktivitäten wie Tanzen, Geschichten lesen oder Gesellschaftsspiele anbieten.

    Und in der Kategorie „Gute Nachbarschaft“, Sekundarstufe II haben die Bürger im Ruhrgebiet folgenden Sieger festgelegt:

    • Geschichte verbindet: „Die Übergänger“ aus der 12. Klasse des Heinrich-Heine-Gymnasiums in Oberhausen werden künftig mit einem neu gestalteten Weg, der die Geschichte Oberhausens erzählt, symbolisch zwei Straßenseiten verbinden.

    Für Ibbenbüren wurden die beiden Gewinner direkt von der Jury ausgelobt und ebenfalls am 24. Juni 2019 bekanntgegeben:

    • Weg der Kinderrechte: Die „Korczak-Kids“ aus der 5. bis 8. Klasse der Janusz-Korczak-Schule waren mit ihrer Idee erfolgreich, entlang des Rundwanderwegs am Aasee Kunstwerke mit Informationen zu Kinderrechten aufzustellen.
    • Fitness für Jedermann: Die „Fitness-Füchse“ der 12. Klasse des Berufskollegs Hüberts´sche Schule in Hopsten setzten sich mit folgendem Vorschlag gegen die Konkurrenz durch: einem Fitness-Outdoor-Park mit Geräten für jede Altersgruppe, insbesondere auch für körperlich beeinträchtigte Menschen.

    Nordrhein-Westfalens Ministerin für Schule und Bildung Yvonne Gebauer, Schirmherrin des Wettbewerbs, zeigte sich von den Ideen der Schülerinnen und Schüler begeistert: „Die Siegerteams haben mit herausragenden Leistungen und Kreativität überzeugt. Ich gratuliere allen zu ihren tollen Ideen für eine lebenswerte Stadt und für eine gute Nachbarschaft. Projekte wie diese zeigen, wie viel Potential in der Region steckt und was das Zusammenspiel vieler guter Ideen bewirken kann. Die Schülerinnen und Schüler haben ganz konkret ein Zeichen für ihre Heimat gesetzt und dürfen sich jetzt auf die Umsetzung ihrer Projekte freuen.“

    Neben den Gewinnern konnten sechs weitere Teams die Jury mit ihrer Idee überzeugen und wurden deshalb mit einer besonderen Anerkennung ausgezeichnet.

    Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung und Vorsitzende der Jury, war voll des Lobes: „Insgesamt sind mehr als 50 Ideen für ein attraktives Ruhrgebiet entstanden. Für die Jury war es sehr schwer, eine Auswahl zu treffen. Alle Ideen waren auf unterschiedliche Art und Weise großartig und haben erkennen lassen, dass alle Teilnehmer mit viel Herzblut dabei waren. Auch die zweite Wettbewerbsrunde hat gezeigt: Den jungen Menschen im Ruhrgebiet und in Ibbenbüren liegt ihre Heimat am Herzen. Sie haben Lust, mit uns gemeinsam Zukunft zu gestalten. Bis zu 50.000 € pro Siegerprojekt werden jetzt helfen, aus Zukunftsideen Wirklichkeit werden zu lassen. Ich freue mich schon jetzt auf die Umsetzung der Projekte.“

    Die Sieger des Saarlands im Schülerwettbewerb „Förderturm der Ideen“ stehen ebenfalls fest. Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied der Jury sowie der Bildungsminister des Saarlands und Schirmherr des Schulwettbewerbs im Saarland Ulrich Commerçon ehrten bei der Preisverleihung am 26. Juni 2019 im Ministerium für Bildung und Kultur in Saarbrücken die Gewinnerteams und betonten das große Engagement der Schülerinnen und Schüler für ihre Heimat (Bild 2). Insgesamt haben sich mehr als 400 Schülerinnen und Schüler mit über 50 Einreichungen am Gesamtwettbewerb im Ruhrgebiet, im Saarland und in Ibbenbüren beteiligt.

    Fig. 2. “Förderturm der Ideen” award ceremony in Saarland. // Bild 2. Siegerehrung “Förderturm der Ideen” im Saarland. Photo/Foto: Lukas Ratius.

    Nach einer spannenden Jurysitzung und intensiven Diskussionen Mitte April entschieden sich die Juroren für folgende Siegerteams:

    Gewinner in der Sekundarstufe I:

    • Ort der Generationen: Das Team „BQA – Besseres Quierschied für alle“ der 8. Klasse der Gemeinschaftsschule in Quierschied setzte sich durch und kann jetzt einen zentralen Platz der Begegnung schaffen – mit Feuerstelle, Hochbeet-anlage, Teich und Spielplatz – an dem Jung und Alt zusammenkommen.

    Gewinner in der Sekundarstufe II:

    • Treffpunkt Warndt: Das Team „Die Denk-Maler“ der 11. Klasse der Gemeinschaftsschule in Völklingen wird das umliegende Gebiet rund um das zerstörte Warndt-Ehrenmal durch Bepflanzung, Sitzbänke und Spielgeräte aufwerten.

    Die beiden Siegerteams erhalten für die Umsetzung ihrer Idee jeweils bis zu 50.000 €. Bergerhoff-Wodopia hob den großen Einsatz der jungen Teilnehmer hervor und betonte: „Alle Teams dürfen sich als Sieger fühlen. Die vielen kreativen Ideen der Schülerinnen und Schüler haben uns wirklich begeistert. Für die Jury war es sehr schwer, eine Auswahl zu treffen. Den Siegerteams gratuliere ich herzlich zu ihrem Erfolg und freue mich bereits jetzt auf die Umsetzung ihrer Ideen!“

    Weil die Jury von der hohen Qualität der Einreichungen so begeistert war, entschied sie sich, ein weiteres Projekt mit einer besonderen Anerkennung auszuzeichnen: Das Team „New kids of Neinkerje“ der 10. und 11. Klasse des Berufsbildungszentrums TGSBBZ Neunkirchen wollte einen Citygarten zum Mitmachen sowie einen „Chill & Grill“-Platz zum nachbarschaftlichen Treffen und Austausch errichten.

    „Das große Engagement, mit dem die Schülerinnen und Schüler die Wettbewerbsaufgabe gemeistert haben, beeindruckt mich. Sie setzen sich für eine Aufwertung ihres Wohnorts und die Verbesserung der Lebensbedingungen ein und übernehmen damit Verantwortung – das ist großartig! Die ausgezeichneten Siegerideen werden von der RAG-Stiftung jetzt zügig umgesetzt. Ich bin gespannt und freue mich schon auf die fertigen Projekte“, so Commerçon. (RAG-Stiftung/Si.)

  • Zum Tod von Dr. Werner Müller

    Nach schwerer Krankheit ist Dr. Werner Müller am 15. Juli 2019 im Alter von 73 Jahren in Essen verstorben. Er hinterlässt seine Frau und zwei erwachsene Kinder.

    Bis Mai 2018 stand der frühere Bundeswirtschaftsminister als Vorsitzender des Vorstands der RAG-Stiftung und als Vorsitzender der Aufsichtsräte von Evonik Industries AG und RAG Aktiengesellschaft noch mitten im Arbeitsleben. Dann zwang ihn seine Krebserkrankung dazu, beruflich kürzer zu treten.

    Als Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats blieb er Evonik bis zuletzt engagiert verbunden. „Werner Müller hat Evonik gegründet, geleitet und maßgeblich zu dem gemacht, was der Konzern heute ist“, sagte Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender von Evonik. „Ohne Werner Müller würde es Evonik nicht geben. Wir sind ihm bleibend dankbar und verneigen uns in tiefer Trauer vor seinem Lebenswerk.“

    „Wir zollen Werner Müller für seine Lebensleistung höchsten Respekt. Als Gründungvater der RAG-Stiftung hat er das Schicksal tausender Bergleute sowie der Bergbauregionen maßgeblich zum Guten gelenkt. Wir werden ihn als großen Denker und als Menschen sehr vermissen“, sagte Bernd Tönjes, der Müller als Vorsitzender des Vorstands der RAG-Stiftung und als Aufsichtsratsvorsitzender von Evonik nachgefolgt war. Müller habe stets die berechtigten Interessen aller Beteiligten im Blick gehabt.

    „Werner Müller hat unseren Aufsichtsrat mit Klugheit und all seiner Erfahrung sehr gut geführt“, sagte Martin Albers, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats von Evonik. „Es ist ihm auch in schwierigen Situationen immer wieder gelungen, einen guten Ausgleich zwischen den Interessen der Anteilseigner und der Belegschaft herbeizuführen.“

    Von 1998 bis 2002 war Müller als parteiloser Bundesminister für Wirtschaft und Technologie Mitglied der Regierung von Bundeskanzler Gerhard Schröder. Im Jahr 2003 übernahm er den Vorstandsvorsitz der RAG und zugleich den des Gesamtverbands Steinkohle. „Werner Müller hat unschätzbare Verdienste um den deutschen Bergbau und die Bergleute, die ihm persönlich immer besonders am Herzen lagen“, sagte Peter Schrimpf, Vorstandsvorsitzender der RAG. „An der Spitze unseres Aufsichtsrats hat er unserem Unternehmen wichtige Impulse gegeben und stets dafür gesorgt, dass die Belange aller Beteiligten angemessen gewürdigt wurden.“

    Barbara Schlüter, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der RAG, würdigte die Verdienste Müllers: „Werner Müller hat den Bergleuten geholfen, den Ausstieg des Steinkohlenbergbaus sozialverträglich und würdig zu beenden. Dafür sind wir ihm dankbar.“

    Im Zuge der Neustrukturierung der RAG in Zusammenhang mit der Gründung der RAG-Stiftung wurde Müller 2007 erster Vorstandsvorsitzender der Evonik Industries AG, die er bis Ende 2008 leitete. Vier Jahre später wurde er zum Vorstand der RAG-Stiftung bestellt und übernahm zugleich den Vorsitz in den Aufsichtsräten von Evonik und RAG. Als Aufsichtsratsvorsitzender von Evonik brachte er den Konzern im April 2013 erfolgreich an die Börse. Im Zuge seines Ausscheidens wurde Werner Müller von beiden Gremien zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Auch bei der RAG-Stiftung wurde er nach seinem Ausscheiden zum Ehrenvorsitzenden des Vorstands ernannt. (RAG-Stiftung/Evonik/RAG/Si.)

  • Jury des Schülerwettbewerbs „Förderturm der Ideen“ nominiert Finalisten im Ruhrgebiet und wählt Sieger in Ibbenbüren

    Zwölf Teams aus dem Ruhrgebiet freuen sich über die Nominierung für die Finalrunde der bereits zweiten Auflage des erfolgreichen Schülerwettbewerbs „Förderturm der Ideen“. Sie überzeugten mit Vorschlägen zur Umgestaltung ihres Umfelds und mit Ideen für ein gutes Zusammenleben. Die Wettbewerbsjury (Bild 1) unter der Leitung von Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung, Essen, und Schulministerin Yvonne Gebauer wählte für das Ruhrgebiet insgesamt zwölf Projekte in vier Kategorien für die finale Online-Abstimmung aus. Ab dem 6. Mai 2019 entscheiden die Bürgerinnen und Bürger, welche Teams im Ruhrgebiet das Rennen machen. Aus den Wettbewerbsbeiträgen für Ibbenbüren benannten die Jurymitglieder bereits die beiden Gewinnerteams. Diese dürfen sich auf die Umsetzung ihrer Siegerideen mit bis zu 50.000 € freuen. Aus zahlreichen großen Städten im Revier und aus Ibbenbüren haben sich insgesamt 22 Schulen beteiligt. Fast 50 Projekteinreichungen lagen der Jury zur Bewertung vor.

    In Ibbenbüren wurden in diesem Schuljahr zwei Gewinner direkt von der Jury ausgelobt. Die beiden Siegerteams aus Ibbenbüren werden im Sommer im Rahmen einer feierlichen Siegerehrung bekanntgegeben und können sich dann jeweils über bis zu 50.000 € für die Umsetzung ihrer Projekte freuen.

    Bärbel Bergerhoff-Wodopia zeigte sich beeindruckt vom Ideenreichtum der Teams: „In der Jury hatten wir schwierige Entscheidungen zu treffen, denn es gab auch in der zweiten Wettbewerbsrunde viele gute Projektideen. Insbesondere die hohe Qualität der Ausarbeitung beeindruckte die Jury. Es wurden Modelle gebaut, detaillierte Skizzen angefertigt und umfangreiche Kostenpläne erstellt. Besonders gefallen hat mir, dass die Schülerinnen und Schüler bei ihrer Arbeit häufig bergmännische Werte wie Solidarität, Integration und Gemeinschaft aufgegriffen haben. Die Mühe hat sich gelohnt: Mit großem Engagement sind nachhaltige und inspirierende Ideen für die ehemaligen Bergbauregionen entstanden. Ich freue mich für die Ibbenbürener Siegerteams und drücke den Finalisten im Ruhrgebiet für die Abstimmung die Daumen!“

    Die weiteren Jurymitglieder – darunter Vertreter aus Kultur, Wissenschaft und Jugend – brachten ihre Expertise in die Auswahl der Finalisten ein. U. a. hatten Leane Schäfer, Leiterin des Kunstmuseums Gelsenkirchen und Sprecherin der RuhrKunstMuseen, und Prof. Hermann Josef Abs, Lehrstuhl für Erziehungswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen, einen Blick für besonders einfallsreiche, innovative und soziale Projekte. Aber auch ein Repräsentant der LandesschülerInnenvertretung bereicherte als Vertreter der jungen Generation das Gremium.

    Ministerin Yvonne Gebauer war begeistert von den vielseitigen Wettbewerbsbeiträgen: „Auch in diesem Jahr haben sich wieder viele junge Menschen Gedanken gemacht und spannende, kreative Ideen für die Gestaltung ihrer Heimat eingereicht. Solch ein gesellschaftliches Engagement ist vorbildlich und daher aller Ehren wert. Der Wettbewerb „Förderturm der Ideen“ gibt Kindern und Jugendlichen die Chance, ihr Umfeld aktiv mitzugestalten und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Dieses Vertrauen in die junge Generation macht eine Region stark. Ich bin gespannt, welche Ideen sich in der Online-Abstimmung durchsetzen und wünsche den Finalistinnen und Finalisten schon jetzt viel Erfolg.“

    Der Schülerwettbewerb „Förderturm der Ideen“, der erstmalig im Schuljahr 2016/2017 unter dem Dach von „Glückauf Zukunft!“ stattfand und auf große Resonanz stieß, war so erfolgreich, dass die RAG-Stiftung entschieden hat, diesen im Schuljahr 2018/2019 erneut durchzuführen. Sämtliche Schulen der Sekundarstufe I und II sowie alle Berufsschulen und Berufskollegs im Ruhrgebiet, im Saarland und in Ibbenbüren waren bis Ende Februar aufgerufen, Ideen einzureichen, wie ihr Umfeld, ihr Stadtviertel, ihr Dorf attraktiver und gutes Zusammenleben gestaltet werden kann. Der Juryentscheid im Saarland fand am 17. April 2019 statt. Hier wurden ebenfalls zwei Siegerprojekte ausgewählt. Für die Umsetzung der besten Ideen stellt die RAG-Stiftung pro Projekt bis zu 50.000 € zur Verfügung. (RAG-Stiftung/Si.)

  • NACHBergbauzeit in NRW: THGA und Bezirksregierung Arnsberg diskutieren Aufgaben und Perspektiven

    Kamp-Lintfort, am Rand des Ruhrgebiets: Wo einst Lärm, Dreck, Schweiß und Kohle regierten, soll 2020 die Landesgartenschau stattfinden und Millionen Besucher auf das ehemalige Bergwerksgelände der Zeche Friedrich-Heinrich ziehen. Wie solche einstigen Areale der Arbeit zu Naherholungsgebieten werden, war auch ein zentrales Thema auf der „NACHBergbauzeit in NRW“. Bereits zum fünften Mal veranstalteten die Bezirksregierung Arnsberg als Bergbehörde Nordrhein-Westfalens und die Technische Hochschule Georg Agricola (THGA), Bochum, am 07. März 2019 die gemeinsame Fachtagung (Bild 1). Bei den etwa 300 Experten, die in Bochum zusammenkamen, standen dieses Mal die „Aufgaben und Perspektiven“ im Fokus – und damit vor allem die Chancen der Nachbergbauzeit. Als Sinnbild dafür zierte die frühere Zeche Friedrich-Heinrich den diesjährigen Programmflyer.

    Feierlich eröffnet wurde die Veranstaltung von Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Vorstandsmitglied der RAG-Stiftung, Essen. Sie blickte nach dem Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus optimistisch in die Zukunft: „Das Ruhrgebiet war ein wichtiger Wissensort für den Bergbau, jetzt ist es ein Wissenszentrum für den Nachbergbau. Wir alle wollen, dass sich die ehemaligen Bergbaustandorte wirtschaftlich entwickeln und neue Arbeitsplätze sichern.“ Auch deshalb unterstützt die RAG-Stiftung die THGA bei der wissenschaftlichen Ausbildung von Nachbergbau-Experten und bei der Erforschung der sogenannten Ewigkeitsaufgaben.

    Zu diesen Ewigkeitsaufgaben gehören die Grubenwasserhaltung, Poldermaßnahmen und das Grundwassermanagement. „Das sind Themen, die heute aktueller sind denn je und die uns noch viele Jahrzehnte beschäftigen werden“, sagte Assessor des Bergfachs Friedrich Wilhelm Wagner, Leiter der Abteilung Bergbau und Energie in Nordrhein-Westfalen der Bezirksregierung Arnsberg. Dass auch die aktuelle Landesregierung diese Aspekte in ihre Koalitionsvereinbarungen aufgenommen hat, zeige, welche wichtige Rolle der Nachbergbau in Zukunft einnehme. Auch die Bergbehörde selbst werde ihre Aktivitäten im Risikomanagement weiter ausbauen, so Wagner, „vom Bereich der verlassenen Schächte auf den sogenannten oberflächennahen Bergbau mit seinen Streckensystemen und wasserführenden Stollen“. Vom Know-how sollen auch andere profitieren. Denn nicht nur in Nordrhein-Westfalen, auch in vielen anderen Regionen Deutschlands bestehen ähnliche Probleme, insbesondere in den ehemaligen Steinkohlen- und Erzrevieren in Bayern, Niedersachsen, Sachsen oder Thüringen.

    Doch auch wenn bereits viel Forschung und Ingenieurskunst betrieben wird, stehe die Nachbergbauzeit erst am Anfang, sagte Hochschulpräsident Prof. Jürgen Kretschmann. „Es muss noch viel Wissen erarbeitet und ausgetauscht werden. Dazu können gerade Veranstaltungen wie die „NACHBergbauzeit in NRW“ beitragen.“ In insgesamt elf Fachvorträgen sowie angeregten Diskussionen gingen die Akteure aus Wissenschaft, Unternehmen, Kommunen und Behörden in einen interdisziplinären Dialog. „Wie der Bergbau ist auch der Nachbergbau nicht eines Mannes Sache“, so Kretschmann. Das große Interesse von allen Seiten zeige schon heute, dass der Nachbergbau ein ganz besonderes Zukunftsthema sei: „Wenn wir den aktuellen Vorsprung des Ruhrgebiets halten und ausbauen, können wir international eine führende Rolle im Nachbergbau übernehmen.“ Die THGA ist hier auf einem guten Weg. Seit 2015 untersucht die Hochschule in einem einzigartigen Forschungszentrum Nachbergbau die dringenden Fragen, die kommen, wenn der Bergbau geht. Im Master-Studiengang Geoingenieurwesen und Nachbergbau bildet die THGA junge Menschen dafür aus, die komplexen Vorgänge der Bergwerksschließung und der Nachsorge zu planen und durchzuführen – mitunter bis in alle Ewigkeit. (THGA/Si.)

  • RAG-Stiftung

    In seiner turnusgemäßen Sitzung am 1. April 2019 hat das Kuratorium der RAG-Stiftung Jürgen-Johann Rupp zum neuen Finanzvorstand der RAG-Stiftung, Essen, bestellt. Rupp übernahm das Amt von Helmut Linssen am 5. April 2019. Wie bereits Anfang Dezember 2018 angekündigt, legte Linssen sein Amt aus Altersgründen nieder. Rupp war bereits viele Jahre in verschiedenen Positionen im RAG-Konzern tätig, seit 2008 als Finanzvorstand der RAG Aktiengesellschaft.

  • RAG-Stiftung

    In der turnusgemaßen Sitzung des Kuratoriums der RAG-Stiftung, Essen, am 3. Dezember 2018 hat Helmut Linssen angekündigt, sein Amt als Finanzvorstand der RAG-Stiftung zum 1. April 2019 aus Altersgründen niederzulegen. Uber die Nachfolge wird in der nachsten Kuratoriumssitzung am 1. April 2019 entschieden.

  • RAG-Stiftung

    Prof. Eberhard Schmidt, bis zum 30. Juni 2018 Leiter des Zentralbereichs Kommunikation und Nachhaltigkeit bei der RAG Aktiengesellschaft ist zum 1. Juli 2018 in gleicher Funktion zur RAG-Stiftung in Essen gewechselt.

  • „Danke Kumpel!“

    Am 3. November 2018 können alle Bürgerinnen und Bürger, aktive und ehemalige Bergleute und ihre Familien, Knappenvereine, IG-BCE-Ortsgruppen an fünf verschiedenen RAG-Standorten im Ruhrgebiet und in Ibbenbüren im Rahmen der Veranstaltung „Danke Kumpel!“ Abschied vom deutschen Steinkohlenbergbau nehmen (Bild 1). Alle Interessierten sind dazu aufgerufen, ihre persönliche Grußbotschaft in Form von guten Wünschen und Gedanken einzusenden. Diese werden am Tag der Veranstaltung präsentiert.

    An den fünf verschiedenen RAG-Standorten im Ruhrgebiet und in Ibbenbüren soll am 3. November 2018 unter dem Motto „Danke Kumpel!“ die Arbeit und Leistung der Bergleute gewürdigt werden, noch bevor am 21. Dezember 2018 die letzte Kohle gefördert wird. Die Veranstaltungen finden im Freien statt.

    Die Bevölkerung ist dazu aufgerufen, ihre ganz persönliche Grußbotschaft zum Abschied des deutschen Steinkohlenbergbaus auf der Website www.glueckauf-zukunft.de zu hinterlassen oder per Post einzusenden. Alle Bürgerinnen und Bürger haben so die Möglichkeit, ihre Wertschätzung durch persönliche Gedanken und Wünsche auszudrücken. Auch am Veranstaltungstag können die Besucher ihre Grüße und Gedanken festhalten. Diese werden live auf eine große Leinwand projiziert und während der gesamten Veranstaltungsdauer gezeigt. Außerdem werden einige der eingesendeten Nachrichten bereits vorab ausgewählt und auf einer Gedenkinstallation abgebildet. Pro Standort verbleibt jeweils eine Installation zur Erinnerung an den deutschen Steinkohlenbergbau.

    Der Eintritt ist frei, es wird jedoch ein Ticket benötigt. Alle Interessierten können dieses online auf www.glueckauf-zukunft.de oder unter der Rufnummer 0211 51332-252 buchen.

    Weitere Informationen gibt es auf www.glueckauf-zukunft.de und auf den Social-Media-Kanälen www.facebook.com/RAGStiftung und www.twitter.com/ragstiftung (RAG/Si.)

  • RAG-Stiftung weiterhin solide finanziert

    Im zehnten Jahr ihres Bestehens hat die RAG-Stiftung, Essen, ein weiteres erfolgreiches Geschäftsjahr absolviert. Im Rahmen ihres Presse-Jahresgesprächs, welches erstmals am neuen Verwaltungssitz von RAG-Stiftung und RAG Aktiengesellschaft auf dem Essener UNESCO-Welterbe Zollverein stattfand, berichtete der Stiftungsvorstand (Bild 1) über die Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr und gab einen Ausblick in die anstehende Zeit ohne deutschen Steinkohlenbergbau. Auch in begleitenden Gutachten wird das Schadensrisiko durch Hebungen als äußerst gering eingestuft. Die RAG geht sogar davon aus, dass es überhaupt nicht zu Schäden kommt. Das Unternehmen hat angekündigt, von bereits in Grundbüchern von Hauseigentümern vereinbarten Bergschadensersatzverzichten keinen Gebrauch zu machen.

    Zu Beginn des Presse-Jahresgesprächs fand Bernd Tönjes, der das Amt des Vorstandsvorsitzenden der RAG-Stiftung jüngst am 24. Mai 2018 übernommen hatte, noch einmal anerkennende Worte für seinen Vorgänger: „Dr. Werner Müller sowie seiner großartigen Lebensleistung gilt mein ganzer Respekt. Er hinterlässt uns als Gründungsvater der Stiftung ein großes Erbe. Es ist mir und meinen Vorstandskollegen eine Verpflichtung, den von ihm eingeschlagenen Weg fortzusetzen.“

    Für die anstehenden Aufgaben ist die RAG-Stiftung gut aufgestellt. Anfang 2019 wird sie erstmals für die Ewigkeitsaufgaben des deutschen Steinkohlenbergbaus aufkommen. Hierfür generiert die Stiftung zuverlässig die benötigten Erträge aus ihrem mehr als 17 Mrd. € umfassenden Vermögen. „Unsere Verantwortung endet nicht mit dem Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus – sie fängt dann erst richtig an“, betonte Tönjes mit Blick auf die bald anbrechende Ära des Nachbergbaus.

    Das Ergebnis der Stiftung lag auch im Jahr 2017 mit 430 Mio. € (Vorjahr 393 Mio. €) weit über den für die Ewigkeitsaufgaben erwarteten Ausgaben von jährlich rd. 220 Mio. €. Dies ist der höchste Jahreserfolg seit Bestehen der Stiftung – abgesehen von den Überschüssen der beiden Jahre 2008 und 2013, in denen größere Evonik-Anteilsverkäufe getätigt wurden. Die Rückstellung für Ewigkeitslasten, denen das Ergebnis zugeführt wird, summierte sich somit zum Jahresende 2017 auf 5,27 Mrd. € (Vorjahr 4,84 Mrd. €).

    Größte Einnahmequelle für die RAG-Stiftung ist weiterhin ihre renditestarke Beteiligung an der Evonik Industries AG, die mit ihrer jährlichen Dividendenzahlung erneut über 360 Mio. € zum Ergebnis der Stiftung beigetragen hat. Gleichzeitig setzt die RAG-Stiftung ihren Weg der Diversifizierung ihrer Kapitalanlage konsequent fort. „Über 40 % ihres Vermögens hat die Stiftung mittlerweile in andere Anlagen – außerhalb von Evonik – investiert“, hob Finanzvorstand Helmut Linssen hervor. Neben ihrer Beteiligung an Vivawest in Höhe von rd. 1,5 Mrd. € sind hier sonstige Kapitalanlagen im Wert von 5,9 Mrd. € zu nennen (Stand Dezember 2017). Allein im Jahr 2017 hat die Stiftung knapp 1,3 Mrd. € in neue Kapitalanlagen investiert. „Trotz des Niedrigzinsumfelds lässt sich am Kapitalmarkt noch Geld verdienen“, so Linssen. Über 6 % Rendite konnte die Stiftung im Jahr 2017 mit ihren sonstigen Kapitalanlagen erwirtschaften.

    Bärbel Bergerhoff-Wodopia, im Vorstand der Stiftung verantwortlich für Personalthemen und Förderaktivitäten, lobte kurz vor dem Auslaufen des deutschen Steinkohlenbergbaus die Leistungen der Bergleute: „Ihnen gebührt großer Respekt. Obwohl sie wissen, dass Ende 2018 Schluss ist, gehen sie bis heute tagtäglich hochmotiviert ihrer Arbeit nach und bereiten die Schließung ihrer Bergwerke vor.“ Auch im letzten Jahr der Steinkohlenförderung in Deutschland verläuft der sozialverträgliche Personal-abbau planmäßig. Die Förderaktivitäten der Stiftung konnten weiter intensiviert werden. Damit nimmt die Stiftung – mit dem Förder-schwerpunkt auf Bildungsprojekten für junge Menschen – eine gesellschaftliche Mitverantwortung in den bald ehemaligen Bergbauregionen wahr und gibt Impulse für deren Zukunftsfähigkeit. Im Jahr 2018 wird die Stiftung für die Förderung von Bildung, Wissenschaft und Kultur insgesamt 16,5 Mio. € einsetzen. Auch in der Flüchtlingshilfe ist die Stiftung weiterhin aktiv und ebnet jungen Flüchtlingen über Bildungsprojekte den Weg in die Gesellschaft.

    Die im Jahr 2016 gestartete Initiative „Glückauf Zukunft!“ anlässlich des Auslaufens des deutschen Steinkohlenbergbaus hat eine große Projekt- sowie Veranstaltungsvielfalt entwickelt und steuert derweil auf ihre Höhepunkte zu. Dazu zählen auch die geplanten Bürgerfeste unter dem Motto „Danke Kumpel“ sowie die zentrale Abschiedsveranstaltung des Bergbaus auf dem Bergwerk Prosper-Haniel im Dezember 2018, in dessen Rahmen die Leistungen des Bergbaus noch einmal besonders gewürdigt werden. Die „Glückauf Zukunft!“-Initiative hat in der Zeit ihres Bestehens bereits wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Bergbauregionen gesetzt, die auch nach dem Ende des Bergbaus weiter wirken werden. Alle Projekte und Veranstaltungen der Initiative sind online unter www.glueckauf-zukunft.de einsehbar. (RAG-Stiftung/Si.)

  • ,,Glückauf Nachbarn – Modellquartier Integration‘‘: Zukunftsweisende Ideen und übertragbare Lösungsansätze für gelingende Integration im Quartier

    Mit dem Projekt „Glückauf Nachbarn – Modellquartier Integration“, das im Rahmen der Initiative „Glückauf Zukunft!“ entstand, geben die Initiatoren RAG-Stiftung, Essen, RAG Montan Immobilien, Essen und VIVAWEST, Gelsenkirchen, richtungsweisende Impulse für eine gelingende Integration im Quartier. Der Begriff Integration ist im Projekt weit gefasst und meint nicht nur Migration, sondern die Teilhabe aller, unabhängig von Herkunft, Alter, Religion oder sozialem Stand. In Form einer Toolbox liefert das Projekt 26 Lösungsansätze und 52 Umsetzungsideen, die gleichermaßen Vielfalt, Zusammenhalt und Lebensqualität vor Ort stärken und nicht nur in vielen Quartieren im Ruhrgebiet Verwendung finden können, sondern auch in anderen Städten und Ballungsräumen. Die Toolbox wurde am 20. Juni 2018 im Rahmen eines Symposiums auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen vorgestellt.

    „Auch nach dem Ende des aktiven Bergbaus muss das Ruhrgebiet als attraktive und lebenswerte Region erhalten bleiben und sich weiterentwickeln“, sagte Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung in seiner Eröffnungsrede auf dem Symposium (Bild 1). Als industriell geprägter Ballungsraum steht das Ruhrgebiet vor großen Herausforderungen, die es in der Zukunft zu meistern gilt. Neben wirtschaftlichen Umbrüchen erzeugen gesellschaftliche Entwicklungen wie demografischer Wandel, wachsende soziale Gegensätze und die Integration von Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Religion oder Kulturen einen massiven Handlungsdruck. „Mit „Glückauf Nachbarn“ wollen wir unsere Verantwortung und unseren Gestaltungswillen im Ruhrgebiet unter Beweis stellen und einen konstruktiven Beitrag zum Thema Integration leisten, auch vor dem Hintergrund der anstehenden Ruhrkonferenzen“, erklärte Tönjes weiter.

    „2018 schließen in Bottrop und Ibbenbüren die letzten Steinkohlenbergwerke. Dies ist das Ende einer großen, deutschen und nordrhein-westfälischen Industriegeschichte. Das Ende dieser Geschichte ist zugleich auch der Anfang und die Chance für etwas Neues. Dafür steht auch die Initiative „Glückauf Zukunft!“ und speziell das Projekt „Glückauf Nachbarn – Modellquartier Integration“. Das Symposium beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit dem Zusammenleben von Menschen, Nachbarschaft und damit dem Kern von Heimat. In der Nachbarschaft, im täglichen Umgang wird Heimat sichtbar. Dabei grenzt sie nicht aus, sondern schließt ein. Um dies voranzutreiben und eine nachhaltige Quartiersentwicklung zu schaffen, ist das Symposium ein wichtiger Baustein. RAG-Stiftung, RAG Montan Immobilien und VIVAWEST sind mit diesem Projekt Vorreiter in ihrer Branche und setzen sich besonders für Integration im Quartier ein“, sagte Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen und Schirmherrin des Projekts.

    Das Projekt folgte einem innovativen zweistufigen Prozess. In einer ersten Phase, der „Denkfabrik“, entwickelten sechs Experten aus unterschiedlichen Fachdisziplinen Thesen, wie Integration im Quartier gelingen kann. In der darauffolgenden „Werkstattphase“ erarbeiteten vier internationale, interdisziplinäre Planungsteams auf Basis dieser Thesen umfassende Konzepte mit Lösungsansätzen für eine integrationsfördernde Gestaltung von Quartieren. Die Bürger der Quartiere wurden zu verschiedenen Zeitpunkten in den Prozess eingebunden.

    Das Ergebnis des Projekts ist eine Toolbox mit einer Vielzahl von übertragbaren Lösungsansätzen und wertvollen Umsetzungsideen zur Förderung von Integration im Quartier. Die in dieser Toolbox strukturierten Lösungsansätze reichen von Gemeinschaftswohnhäusern über einen Werkstätten-Yard bis hin zum Fahrrad-Rollator-Superhighway. Die Toolbox kann nicht nur in vielen Quartieren im Ruhrgebiet, sondern auch in anderen Städten und Ballungsräumen verwendet werden. Die Entwicklung der Lösungsansätze erfolgte an zwei ausgewählten Beispielquartieren: dem Bestandsquartier Duisburg-Vierlinden und dem Quartier Kamp-Lintfort Friedrich-Heinrich mit der noch zu entwickelnden Fläche des stillgelegten Bergwerks West.

    Mit „Glückauf Nachbarn“ bringen die Initiatoren ihre Verantwortung und Entschlossenheit zum Ausdruck, die Zukunft des Ruhrgebiets als lebenswerte Region auch über das Ende des Steinkohlenbergbaus hinaus zu gestalten. Damit besitzt das Projekt Modellcharakter. Es steht beispielhaft für ein gemeinsames und verantwortungsbewusstes Handeln von Wirtschaftsunternehmen bei der Mitgestaltung eines aktuellen gesellschaftspolitischen Themas. (RAG-Stiftung/Si.)

  • RAG-Stiftung

    rof. Eberhard Schmidt, bis zum 30. Juni 2018 Leiter des Zentralbereichs Kommunikation und Nachhaltigkeit bei der RAG Aktiengesellschaft ist zum 1. Juli 2018 in gleicher Funktion zur RAG-Stiftung in Essen gewechselt.

  • RAG-Stiftung

    In seiner turnusgemäßen Sitzung am 9. Mai 2018 hat das Kuratorium der RAG-Stiftung wie erwartet Bernd Tönjes einstimmig und für fünf Jahre zum neuen Vorstandsvorsitzenden der RAG-Stiftung, Essen, bestellt. Er folgt auf Werner Müller, der, wie er am 28. Februar 2018 angekündigt hatte, sein Amt als Vorsitzender des Vorstands der RAG-Stiftung sowie seine Mandate in den Aufsichtsräten von Evonik Industries AG, RAG Aktiengesellschaft und Deutsche Steinkohle AG aus gesundheitlichen Gründen zum 24. Mai 2018 niederlegte. Das Kuratorium wählte zudem in seiner Sitzung Müller zum Ehrenvorsitzenden des Vorstands der RAG-Stiftung und würdigte damit seine herausragenden Verdienste um die Gründung und die sehr erfolgreiche Entwicklung der Stiftung.

  • RAG-Stiftung

    Werner Müller, Vorsitzender des Vorstands der RAG-Stiftung, Essen, wird dieses Amt sowie seine Mandate in den Aufsichtsräten von Evonik Industries AG, RAG Aktiengesellschaft und Deutsche Steinkohle AG aus gesundheitlichen Gründen zum 24. Mai 2018 niederlegen. Auf der nächsten Sitzung des Stiftungskuratoriums am 9. Mai 2018 soll Bernd Tönjes, bisher Vorsitzender des Vorstands der RAG Aktiengesellschaft, zu Müllers Nachfolger gewählt werden.

  • RAG-Stiftung

    Der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), der Oberbürgermeister der Stadt Essen, Thomas Kufen (CDU), und Andreas Reichel (FDP), Manager in der Energiewirtschaft, sind vom nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten für das Kuratorium der RAG-Stiftung benannt worden. Sie rückten für die drei Mitglieder nach, die aufgrund des Regierungswechsels in Nordrhein-Westfalen aus dem Gremium ausgeschieden sind.

  • RAG-Stiftung zieht positive Bilanz nach zwei Jahren „Glückauf Zukunft!“

    Vor rund zwei Jahren haben die in Essen beheimatete RAG-Stiftung, RAG Aktiengesellschaft und Evonik Industries AG zusammen mit der IG BCE, Hannover, das Projekt „Glückauf Zukunft!“ zum Auslauf des deutschen Steinkohlenbergbaus Ende 2018 ins Leben gerufen. Das Programm würdigt seine historischen Leistungen und setzt zugleich Signale des Aufbruchs für die Zeit danach. Die Zwischenbilanz macht Mut. Die ersten Projekte fanden großen Anklang. „Glückauf Zukunft!“ entwickelt sich mit beeindruckender Dynamik.

    „Was als Initiative der RAG-Stiftung, der RAG und Evonik gemeinsam mit der IG BCE aus Verantwortung für die Bergbauregionen begann, ist zu einem breiten gesellschaftlichen Engagement geworden.“ Mit diesen Worten beschrieb Werner Müller, Vorsitzender des Vorstands der RAG-Stiftung, beim Pressegespräch Ende September 2017 auf dem Welterbe Zollverein in Essen den bisherigen Fortschritt von „Glückauf Zukunft!“ (Bild 1).

    Zum Start im April vergangenen Jahres hatten die Initiatoren alle wesentlichen Akteure im Ruhrgebiet eingeladen, sich einzubringen und an der zukünftigen Gestaltung des Reviers mitzuwirken. Seitdem hat sich Einiges getan. Viele bedeutende Institutionen haben das Angebot angenommen und bringen sich bei „Glückauf Zukunft!“ ein. Zahlreiche Organisationen planen Abschiedsveranstaltungen oder beteiligen sich an der Zukunftsgestaltung ihrer Region. „Die Verantwortlichen überlassen ihre Heimat nicht einfach ihrem Schicksal. Man spürt ein zunehmendes Selbstbewusstsein in den Bergbauregionen. Das finde ich gut und es stimmt mich optimistisch“, so Müller.

    „Glückauf Zukunft!“ startete mit der RAG-Stiftung-Zukunftsstudie. Ein Ergebnis war: Das Ruhrgebiet braucht neue Impulse des Aufbruchs für die wirtschaftliche Weiterentwicklung. Ein wichtiger Anstoß dafür ist die Etablierung von Start-up-Unternehmen. Sie schaffen Innovationen und beleben die Wirtschaft. Genau an dieser Stelle setzt die Gründerallianz Ruhr an. Sie wird von den Initiatoren von „Glückauf Zukunft!“ und dem Initiativkreis Ruhr ins Leben gerufen. Das Wirtschaftsbündnis Initiativkreis Ruhr hat bereits zahlreiche Aktivitäten zur Förderung von jungen Unternehmen auf den Weg gebracht, darunter den mit 30 Mio. € Risikokapital ausgestatteten Gründerfonds Ruhr. „Gemeinsam wollen wir das Ruhrgebiet als attraktiven Standort für Gründer positionieren. Dafür ist ein umfassendes Unterstützungsangebot für junge Start-ups notwendig“, erklärte Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung.

    Im Zug der Gründerallianz planen die Partner den Aufbau einer zentralen Anlaufstelle der Wirtschaft, die alle wesentlichen Informationen, Angebote und Aktivitäten für Gründer im Ruhrgebiet transparent macht und koordiniert, um die Szenenbildung im Revier voranzutreiben. Dazu zählt u. a., öffentliche Daten zu sammeln, aufzubereiten und auf einer digitalen Plattform verfügbar zu machen.

    Ein besonderes Anliegen von „Glückauf Zukunft!“ ist es zudem, die Bedürfnisse der jungen Generation zu berücksichtigen. Aus diesem Grund wurden bereits mehrere Jugendprojekte erfolgreich durchgeführt, weitere stehen an. Ein Beispiel dafür war ein Hackathon zur Zukunft des Ruhrgebiets, der am 18. und 19. November 2017 im LVR-Industriemuseum in Oberhausen stattfand. Unter dem Motto „#NextLevelRuhr – Der Hackathon für alle“ entwickelten Teams innerhalb von 24 h Ideen, wie das Ruhrgbiet aus Sicht der jungen Generation attraktiver werden kann. Eine hochkarätige Jury wird die besten Ideen mit insgesamt 8.500 € Preisgeld prämieren.

    Ziel von „Glückauf Zukunft!“ war immer auch, Zukunftsimpulse und die Würdigung des deutschen Steinkohlenbergbaus und seiner Leistungen in die richtige Balance zu bringen. Im Jahr 2018 wird es daher einen Fokus auf Abschiedsveranstaltungen geben. Einer der Höhepunkte wird das Jahrhundertheimspiel sein. Als Zeichen besonderer Verbundenheit mit dem Bergbau wird eine Ruhrgebietsauswahl gegen die polnische Nationalmannschaft antreten. Polnische Arbeitnehmer waren die ersten Gastarbeiter im Ruhrgebiet. Sie trugen erheblich zum Wiederaufstieg Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg bei. Aus Polen stammende Fußballspieler sind zu Leistungsträgern in ihren Vereinen geworden.

    „Die Beteiligung von Bergleuten und Bürgern am Programm von „Glückauf Zukunft!“ ist uns besonders wichtig. Mit einem großen dezentralen Bürgerfest unter dem Motto und Titel „Danke Kumpel“ tragen wir diesem Ziel Rechnung“, so Bergerhoff-Wodopia. Daher wird es am 3. November 2018 Bürgerfeste an fünf RAG-Standorten geben, bei denen verschiedene Künstler aus der Region auftreten werden. Außerdem wird ein 20-minütiger Zusammenschnitt des Films „Der lange Abschied von der Kohle“ gezeigt. Die Bürgerfeste enden mit einer außergewöhnlichen Inszenierung, welche den Bergleuten in besonderer Weise sagt: „Danke Kumpel“. Insgesamt sollen die fünf Veranstaltungen nochmals bewusst machen, welche Leistungen Bergleute für die Menschen in den Bergbauregionen vollbracht haben.

    Alle Veranstaltungen sind online unter www.glueckauf-zukunft.de/kalender zu finden. Zusätzlich wird im Dezember für das Jahr 2018 eine gedruckte Variante erscheinen. (RAG-Stiftung/Si.)

  • Gut ein Jahr vor Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus – RAG-Stiftung verzeichnet bestes Ergebnis seit Bestehen

    Die RAG-Stiftung, Essen, hat auch im Jahr 2016 ihre erfolgreiche Arbeit fortgesetzt und bereitet sich weiterhin systematisch auf das Auslaufen des deutschen Steinkohlenbergbaus Ende 2018 vor. Anlässlich des Presse-Jahresgesprächs am 30. Mai 2017 in Essen zog der Vorstand Bilanz aus den ersten zehn Jahren der RAG-Stiftung und machte deutlich, dass die Weichen auch für eine erfolgreiche Folgezeit gestellt sind.

    Bei Gründung betrug das Stiftungsvermögen 6 Mrd. €, zum Start des amtierenden Vorstands (Bild 1), also Ende 2012, 11 Mrd. € und aktuell knapp 17 Mrd. €. Dies entspräche seit Ende 2012 einer jährlichen Vermögenssteigerung von rd. 9 % und sei insbesondere vor dem Hintergrund der anhaltenden Mini-Zins-Lage sehr erfreulich, resümierte RAG-Stiftungschef Werner Müller.

    Zum Jahresende 2016 konnte ein deutlich höherer Überschuss erwirtschaftet werden als erwartet. 393 Mio. € wurden der Rückstellung für Ewigkeitslasten zugeführt. Dies ist der höchste Jahreserfolg seit Bestehen der Stiftung – abgesehen von den Überschüssen der beiden Jahre 2008 und 2013, in denen größere Evonik-Anteilsverkäufe getätigt wurden. Die Rückstellung für Ewigkeitslasten summiert sich nunmehr auf 4,84 Mrd. € (Vorjahr 4,45 Mrd. €).

    Wenn die RAG-Stiftung ab dem Jahr 2019 erstmals für die Ewigkeitsaufgaben aus dem deutschen Steinkohlenbergbau aufkommen wird, rechnet sie hierfür mit jährlichen Ausgaben in Höhe von rd. 220 Mio. €. Dem stehen perspektivisch doppelt so hohe jährliche Einnahmen gegenüber, die sich aus Erträgen der diversifizierten Kapitalanlage speisen.

    „Auch in einem Niedrigzinsumfeld lässt sich gut Geld verdienen,“ machte Finanzvorstand Helmut Linssen deutlich. „Wir haben dies erreicht, indem wir unsere Kapitalanlagen global ausgerichtet und unsere Investments auf verschiedene Assetklassen verteilt haben. Darüber hinaus profitieren wir von der Anlage in höher rentierliche illiquide Assets.“ Die diversifizierten Kapitalanlagen der RAG-Stiftung wurden seit Beginn der Amtszeit des jetzigen Vorstands im Dezember 2012 weit mehr als verdoppelt: Im Schnitt wurden über 700 Mio. €/a investiert. „Die RAG-Stiftung ist – gut ein Jahr vor dem Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus – unverändert auf bestem Wege, die an sie gestellten Aufgaben ab 2019 stemmen zu können“, unterstrich Müller.

    Auch Personalvorstand Bärbel Bergerhoff-Wodopia zog eine positive Bilanz des gezielten Förderengagements der RAG-Stiftung: „Seit Aufnahme der Stiftungsarbeit haben wir insgesamt 30 Mio. € für Projekte aus den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Kultur an die Bergbauregionen ausgeschüttet. Wenn man bedenkt, dass die RAG-Stiftung noch im Jahr 2012 rd. 1,5 Mio. € für die Projektförderung zur Verfügung hatte, wird deutlich, wie wir diesen Aufgabenbereich in den vergangenen Jahren ausgebaut haben.“ Im Jahr 2017 liegt das Förderbudget der Stiftung bei 13,5 Mio. €. „Über unsere Förderprojekte – mit einem Schwerpunkt auf Bildungsförderung – nehmen wir eine gesellschaftliche Mitverantwortung für die Bergbauregionen im Ruhrgebiet, im Saarland und in Ibbenbüren wahr“, so Bergerhoff-Wodopia.

    Die im Jahr 2016 gestartete Initiative „Glückauf Zukunft!“ anlässlich des Auslaufens des deutschen Steinkohlenbergbaus, welche die RAG-Stiftung gemeinsam mit der RAG Aktiengesellschaft und der Evonik AG sowie in Zusammenarbeit mit der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) ins Leben gerufen hat, ist mittlerweile zu einem überaus facettenreichen Programm herangewachsen. „Glückauf Zukunft!“ hat zum Ziel, einerseits den Bergbau würdig zu verabschieden, andererseits aber auch Impulse für die Zukunft in den Bergbauregionen zu setzen. Ein Projektkalender der Initiative wird im Herbst 2017 vorgestellt. (RAG-Stiftung/Si.)

  • „Glückauf im Wandel“: RAG-Repräsentanz und Saarpolygon in Ensdorf eröffnet

    Im Beisein der Bundesminister Peter Altmaier und Heiko Maas wurden Mitte September 2016 die neue RAG-Repräsentanz – ein Kommunikationszentrum in einer ehemaligen Maschinenhalle – sowie die Landmarke Saarpolygon – eine 30 m hohe Stahlskulptur – auf der Anlage Duhamel in Ensdorf eröffnet (Bilder 1, 2). Peter Schrimpf, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der RAG Aktiengesellschaft, hieß rd. 600 Gäste zum Festakt willkommen.

    Fig. 1. The interactive exhibition in the RAG representative office gives an outline of the post-mining movement since 2012 (in the foreground from left to right): RAG Regional Representative Uwe Penth; Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Member of the Board of Executives of the RAG-Stiftung; Peter Schrimpf, Vice Chairman of RAG, and Prime-Minister of the Saarland, Annegret Kramp-Karrenbauer. // Bild 1. Die interaktive Ausstellung in der RAG-Repräsentanz skizziert den Nachbergbau seit dem Jahr 2012 (im Vordergrund v. l. n. r.): RAG-Regionalbeauftragter Saar Uwe Penth, Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Vorstandsmitglied der RAG-Stiftung, Peter Schrimpf, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der RAG, und Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. Photo/Foto: RAG
    Fig. 1. The interactive exhibition in the RAG representative office gives an outline of the post-mining movement since 2012 (in the foreground from left to right): RAG Regional Representative Uwe Penth; Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Member of the Board of Executives of the RAG-Stiftung; Peter Schrimpf, Vice Chairman of RAG, and Prime-Minister of the Saarland, Annegret Kramp-Karrenbauer. // Bild 1. Die interaktive Ausstellung in der RAG-Repräsentanz skizziert den Nachbergbau seit dem Jahr 2012 (im Vordergrund v. l. n. r.): RAG-Regionalbeauftragter Saar Uwe Penth, Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Vorstandsmitglied der RAG-Stiftung, Peter Schrimpf, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der RAG, und Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. Photo/Foto: RAG

    Mit der Stilllegung des Steinkohlenbergbaus am 30. Juni 2012 begann eine neue Ära an der Saar. Statt Kohleförderung geht es seither darum, ehemaligen Bergbaustandorten neue Perspektiven zu eröffnen. „Das ist vielerorts bereits gelungen: Innovative Unternehmen siedeln sich auf Grubengelände an, neue Gewerbe- und Wohngebiete entstehen, Solar- und künftig auch Windparks produzieren statt schwarzer grüne Energie,“ verdeutlichte Peter Schrimpf. Die RAG trage auch in der Nachbergbauzeit weiterhin Verantwortung für die Region. Dazu zählten bergbauliche Altlasten wie Bergschäden, alte Stollen und Schächte oder oberflächennaher Abbau aus den Anfangszeiten. Um neue Perspektiven zu eröffnen, müssen zudem Schächte verfüllt, Flächen saniert, Tagesanlagen zurückgebaut, die Bergaufsicht beendet werden. Ein weiterer Baustein sei das Grubenwasserkonzept Saar zur Optimierung der Wasserhaltung.

    Mit der neuen RAG-Repräsentanz an der Saar sei in einer denkmalgeschützten Maschinenhalle ein Ort der Kooperation und Kommunikation, der Begegnung und des Dialogs in Ensdorf entstanden. Das Saarpolygon stünde als weiteres Symbol der Veränderung und des Aufbruchs im Mittelpunkt der Feier, betonte Schrimpf. Das „kühne Projekt“ suche seinesgleichen weltweit. Erst die finanzielle Unterstützung des Saarlands, der RAG und RAG-Stiftung sowie die Spenden vieler Privatpersonen und Unternehmen hätten den Bau ermöglicht. Besonderen Dank entrichtete Schrimpf dem Förderverein BergbauErbeSaar für das herausragende Engagement zur Verwirklichung des Kunstwerks auf der 150 m hohen Halde.

    Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer unterstrich, dass das Saarpolygon symbolisch für die Bergbaugeschichte des Lands und für einen kreativen Strukturwandel stünde. „Es soll uns immer an unsere Wurzeln erinnern, es soll uns aber auch auf dem Weg in die Zukunft begleiten. Ich danke allen, die an der Realisierung mitgewirkt haben. Ich wünsche mir, dass die Saarländerinnen und Saarländer dieses neue, begehbare Wahrzeichen annehmen werden,“ sagte Kramp-Karrenbauer.

    Die RAG-Stiftung hat bereits sehr frühzeitig durch einen größeren Förderbetrag die Realisierung des Saarpolygons ermöglicht. Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung, zeigte sich ebenfalls beeindruckt: „Das Polygon ist im wahrsten Sinne vielseitig. Es steht nicht nur für das Erbe und die Leistungen der Bergleute, sondern es wird uns auch zukünftig an die noch anstehenden Aufgaben in dieser sich im Wandel befindenden Region erinnern. Die neue RAG-Repräsentanz wird dazu beitragen, einige dieser Aufgaben hier vor Ort anzugehen – als Ort des Austausches und der Vermittlung.“

    Anke Rehlinger, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlands, betonte: „Der Bergbau hat unsere Gesellschaft geprägt und Werte geschaffen, die wir nicht aufgeben dürfen. Durch das Saarpolygon wird diese bergmännische Tradition weiterleben. Aber nicht nur das: Es ist nun unsere Aufgabe, diesen Ort nicht nur als ein Symbol für Tradition, sondern auch als ein starkes Zeichen für den Wandel und die Zukunftsfähigkeit des Saarlandes zu kommunizieren. Ich bin mir sicher, dass das Saarpolygon zu einem der Wahrzeichen unseres Landes avancieren wird.“ (RAG/Si.)

  • „Das Schicksalsjahrzehnt“: Zukunftsstudie der RAG-Stiftung liefert Impulse für die Erneuerung des Ruhrgebiets

    Die RAG-Stiftung, Essen, stellte am 20. Juni eine Zukunftsstudie vor, die Impulse für die Weiterentwicklung der ehemaligen Bergbauregionen gibt und eine Debatte über die Erneuerung des Ruhrgebiets anstoßen soll. Zudem will die RAG-Stiftung im Schulterschluss mit anderen Akteuren Initiativen für den Wandel der Bergbaureviere an Ruhr und Saar auf den Weg bringen.

    In Anwesenheit der Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, stellte Dr. Werner Müller, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung die Studie der Öffentlichkeit vor. Den Rahmen bildete das von der RAG-Stiftung und der RAG Aktiengesellschaft, Herne, veranstaltete Zukunftsforum, an dem rund 400 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien auf dem Welterbe Zollverein in Essen teilnahmen.

    NRW-Ministerpräsidentin Kraft, die die Studie stellvertretend für die Landesregierung entgegennahm, lobte, dass die Studie einen willkommenen Beitrag für die Debatte um die Zukunft des Reviers liefere. Die Initiative der RAG-Stiftung sei ein Zeichen für die Aufbruchsstimmung im Revier.

    Werner Müller betonte bei der Vorstellung der zentralen Studienergebnisse, dass die nächsten zehn Jahre darüber entscheiden würden, ob das Ruhrgebiet zu den Gewinnern oder Verlierern im Wettbewerb der globalen Ballungsräume gehören wird. Der Titel des Studienbands, „Das Schicksalsjahrzehnt“, solle aufrütteln und sei als Handlungsaufforderung zu verstehen.

    Eine zentrale Schlussfolgerung aus der Studie lautet: Das Ruhrgebiet braucht mehr Entscheidungen, die aus der Perspektive der jungen Generation getroffen werden. Denn vitale Ballungsräume ziehen junge Menschen an – indem sie ihnen Angebote bieten, die sie für ihre individuelle Lebensplanung benötigen. Weiterhin zeigt die Studie, dass Megatrends wie Globalisierung, Digitalisierung, demografischer Wandel und soziale Ungleichheit weltweit massiv auf Ballungsräume wie das Ruhrgebiet einwirken. In allen relevanten Bereichen – von Politik und Gesellschaft bis zu Wissenschaft und Bildung – sehen die befragten Experten für das Ruhrgebiet durchaus Handlungsbedarf. Gleichzeitig benennen sie Chancen für die Zukunftsgestaltung des Reviers. Die höchste Hochschuldichte Deutschlands, umfassende Erfahrung bei industriellem Wandel sowie eine international beachtete und geschätzte Kulturlandschaft seien Aktivposten der Region.

    In sieben pointierten Zukunftsthesen formuliert die Zukunftsstudie der RAG-Stiftung die wichtigsten Handlungsfelder für die Weiterentwicklung des Ruhrgebiets. Sie liefert nicht nur Impulse für die öffentliche Debatte, sondern leitet darüber hinaus das Handeln der RAG-Stiftung mit Blick auf ihre Förderaktivitäten in den nächsten Jahren ab – auch im Verbund mit regionalen und überregionalen Partnern. (RAG-Stiftung/Si.)

  • Wir finanzieren Zukunft

    Anlässlich seines Presse-Jahresgesprächs am 2. Juni 2015 zog der Vorstand der RAG-Stiftung eine Halbzeitbilanz zu den wichtigsten Höhepunkten seiner laufenden Amtszeit, stellte die wesentlichen Eckpunkte des Geschäftsjahres 2014 vor und erläuterte die Ziele für das laufende Jahr.

    Die RAG-Stiftung hat seit Amtsübernahme des amtierenden Stiftungsvorstands im Dezember 2012 wesentliche Meilensteine beim Aufbau des Stiftungsvermögens und zur Sicherung der Finanzierung der Ewigkeitslasten des Bergbaus erreicht sowie weitere wichtige Weichenstellungen für die Zukunft getroffen. „Wir haben das Vermögen der Stiftung von rund 11 Mrd. € Ende 2012 auf aktuell über 16 Mrd. € vermehren können“, sagte Dr. Werner Müller, Vorsitzender des Vorstands der RAG-Stiftung. „Damit haben wir bereits heute eine hervorragende Basis für die künftige Finanzierung der Ewigkeitslasten geschaffen.“ Für diese muss die Stiftung ab dem Jahr 2019 rund 220 Mio. € pro Jahr aufbringen. Dem stehen jährliche Einnahmen von rund 350 Mio. € gegenüber, Tendenz steigend. Müller betonte: „Zur Bewältigung der jährlichen Ausgaben nach Bergbauschluss wird die Stiftung die öffentlichen Hände nicht beanspruchen. Anders gesagt: Den Steuerzahler wollen und werden wir mit der Finanzierung der Ewigkeitsaufgaben nicht belasten.“

    Den wesentlichen Beitrag zum aktuellen Stiftungsvermögen leistete mit rund 11 Mrd. € die 68 %-Beteiligung an der Evonik Industries AG. Der 30 %-Anteil an Vivawest, den die Stiftung Mitte 2013 zu einem Kaufpreis von rd. 900 Mio. € erworben hatte, trägt inzwischen mit einem Wert von gut 1,5 Mrd. € zu ihrem Vermögen bei, wenn man die Börsenkursentwicklung vergleichbarer Unternehmen zugrunde legt.

    Der Überschuss 2014 betrug 351 Mio. €. Dieser Betrag wurde der Rückstellung für die Ewigkeitslasten zugeführt, die damit erstmals 4 Mrd. € überschritten hat; Ende 2012 waren es noch 2,6 Mrd. €. „Dieser Erfolg ist das Ergebnis soliden Wirtschaftens sowie zukunftsweisender Anlageentscheidungen“, sagte Müller. So hat die Stiftung seit Ende 2013 insbesondere vor dem Hintergrund dauerhaft niedriger Zinsen in Abstimmung mit dem Kuratorium ihre Anlagestrategie angepasst, die Diversifizierung ihrer Kapitalanlagen zur weiteren Risikostreuung vorangetrieben und dafür entsprechende Strukturen geschaffen.

    Derzeit ist die Stiftung über ihre beiden Investitionsgesellschaften mit einem Investitionsvolumen von insgesamt rd. 300 Mio. € an sieben mittelständischen, expandierenden Unternehmen unterschiedlicher Branchen beteiligt. Dazu erklärte Finanzvorstand Dr. Helmut Linssen: „Wir sind ein langfristiger und verlässlicher Anleger, der dauerhaft stabile Erträge erwirtschaften will. Und zwar schon deshalb, weil wir ‚ewige’ Lasten damit finanzieren müssen.“ Zudem hat die Stiftung rd. 150 Mio. € in internationale Private Equity- und Infrastrukturfonds investiert und hat auch dadurch die Internationalisierung ihrer Kapitalanlagen verstärkt. Linssen sagte: „Der Gesamtwert unserer diversifizierten Kapitalanlagen liegt aktuell bei rd. 4 Mrd. € und macht damit ein Viertel des Stiftungsvermögens von gut 16 Mrd. € aus. Diesen Anteil werden wir künftig noch steigern.“

    Personalvorstand Bärbel Bergerhoff-Wodopia hob die zunehmende Bedeutung von Bildung, Wissenschaft und Kultur in den vom Wegfall des Bergbaus betroffenen Regionen hervor: „Die RAG-Stiftung unterstützt diese gesellschaftlichen Aufgaben mit gezielten Projekten und hat der kontinuierlich steigenden Herausforderung entsprechend das Fördervolumen 2014 um 3 Mio. € auf 4,5 Mio. € angehoben und das Budget auf 7,5 Mio. € für 2015 erhöht.“ Darüber hinaus stellte Bergerhoff-Wodopia das Sonderprojekt „Glückauf Zukunft!“ vor, das bis zur Schließung des letzten Bergwerks Ende 2018 mit zahlreichen Initiativen die historischen Leistungen des Bergbaus würdigt und zugleich Impulse für die Nachbergbauzeit geben will. Dieses Projekt wurde als Gemeinschaftsinitiative von der Stiftung, RAG und Evonik sowie in Zusammenarbeit mit dem Sozialpartner IG BCE ins Leben gerufen. Größtes Einzelprojekt in diesem Zusammenhang ist eine gründliche Renovierung des Bergbau-Museums in Bochum, für die die Stiftung bis zu 15 Mio. € vorgesehen hat.  (RAG-Stiftung/Si)

  • RAG-Stiftung

    Vom Land Nordrhein-Westfalen wurde die Unternehmensberaterin Monika Schulz-Strelow und vom Saarland wurde der Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz Heiko Maas neu in das Kuratorium der RAG-Stiftung, Essen, entsandt. Damit besteht das Kuratorium nun aus 14 Mitgliedern.

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