Glück Auf!

Bergbau und die Weiterverarbeitung der geförderten Rohstoffe ist für unser tägliches Leben von größter Bedeutung und bietet nach wie vor und auch in Zukunft enormes Potential für gesellschaftlichen Wohlstand. Andererseits beeinflusst der Bergbau in hohem Maß sowohl die Umwelt als auch das soziale Umfeld. Das Bewusstsein dafür und der Umgang mit dieser Einflussnahme zeichnen einen verantwortungsvollen Bergbau aus. Nur die Berücksichtigung der ökologischen, ökonomischen und sozialen Anforderungen führt jetzt und in einem sicherlich steigenden Maß auch in Zukunft zu einer nachhaltigen Entwicklung. Deshalb widmet sich diese Ausgabe des Mining Report Glückauf unter dem Stichwort „Responsible Mining“ diesem Thema.

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Mit freundlichem Glückauf, Andreas-Peter Sitte
Chefredakteur Mining Report Glückauf, Essen

AUSGABE 01/2018

Responsible Mining

Fig. 1. Modelled deposit with indium grades and sampling points. // Bild 1. Lagerstättenmodell mit Indiumgehalten und Probenahmepunkten. Source/Quelle: TUC

Bergbau beeinflusst in einem hohen Maß sowohl die Umwelt als auch das soziale Umfeld. Dieser Beeinflussung ist sich der Bergbau mehr als andere Industrien bewusst, besonders in Hinblick auf die Auswirkungen vergangener Aktivitäten. Das Bewusstsein und der Umgang mit dieser Einflussnahme zeichnen einen verantwortungsvollen Bergbau aus. Die Zusammenführung des Bewusstseins und der Umgang mit den Entwicklungen der Gegenwart und der Zukunft entsprechen unserem heutigen Verständnis einer nachhaltigen Entwicklung. Angesichts der Notwendigkeit von Rohstoffen für die Bedürfnisse der heutigen Generation stellt daher eine Ablehnung des Bergbaus keine nachhaltige Entwicklung dar. Ein verantwortungsbewusster Bergbau zeichnet sich durch …

Autoren: Prof. Dr.-Ing. Oliver Langefeld, Angela Binder M. Sc., Institut für Bergbau der Technischen Universität (TU) Clausthal, Clausthal-Zellerfeld

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Bergbau ist wichtiger denn je – deshalb Bergbau mit Prinzipien

Deutschland hat bei den Planungen für eine kohlenstoffarme Wirtschaft eine Vorreiterrolle eingenommen, da die Politik der Energiewende schon fünf Jahre vor dem Pariser Klimaabkommen 2015 eingeleitet wurde. Die Energiewende hat dazu beigetragen, den Markt für erneuerbare Energien und die zunehmende Elektrifizierung von Volkswirtschaften auf der ganzen Welt zu beflügeln. Der Bergbau wird in den kommenden Jahrzehnten eine wichtige Rolle bei der globalen Dekarbonisierung spielen.

Ein weiterer treibender Faktor für die Nachfrage nach Bergbauprodukten ist das Bevölkerungswachstum. Mit der wachsenden Nachfrage nach mineralischen Rohstoffen steigen auch die gesellschaftlichen Anforderungen. Der International Council on Mining and Metals (ICMM) mit Sitz in London/UK hat zehn Prinzipien ausgerufen, die das Kernstück eines Rahmenkonzepts für nachhaltige Entwicklung bilden. Die Mitglieder des ICMM verpflichten sich, nachhaltige Entwicklung in ihre Unternehmensstrategie und ihre Entscheidungsprozesse zu integrieren und …

Autor: Tom Butler, CEO of the International Council on Mining and Metals (ICMM), London/UK

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Nachhaltigkeitszertifizierungen im Bergbau und der Rohstofflieferkette

Der Begriff „Siegel-Dschungel“ prägt die Debatte über Nachhaltigkeitsinitiativen und ihre Standards in verschiedenen Wirtschaftssektoren, wie der Landwirtschaft oder Textilindustrie. Doch wie steht es um Standardinitiativen bei den mineralischen Rohstoffen? Diesem Thema hat sich ein deutsches Forschungskonsortium in den Jahren von 2015 bis 2017 gewidmet, darunter die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Hannover. Der folgende Artikel klärt über Hintergründe, Ziele und Unterschiede zwischen Nachhaltigkeitsinitiativen im Bergbausektor auf und erläutert das Problem der Diversifizierung von Standards. Eine verstärkte Kooperation und Harmonisierung von Standards, eine transparentere Darstellung des Umsetzungsstands und der Wirkung vor Ort sowie ein offener Umgang mit bleibenden Herausforderungen werden als wichtige nächste Schritte empfohlen. …

Autor: Karoline Kickler M. Sc., Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Hannover

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Der Ibbenbürener Steinkohlenbergbau im Jahr 2018

Fig. 1. Ibbenbürener Carboniferous Horst, present and former operating areas. // Bild 1. Ibbenbürener Karbonhorst, aktive und ehemalige Betriebsbereiche. Source/Quelle: RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH

Seit fast 500 Jahren erfolgt die Gewinnung von Steinkohle in der Ibbenbürener Lagerstätte. Begonnen als oberflächennaher Bergbau in der ausbeißenden Lagerstätte in vielen, teilweise privaten Kleinzechen findet die moderne Anthrazitkohlengewinnung aktuell in einer Teufe von bis zu 1.550 m statt. Die technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen mit der zunehmenden Teufe und die wirtschaftlichen Randbedingungen lassen sich mit den Anfängen des Bergbaus nicht mehr vergleichen. Die RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH in Ibbenbüren bewegt sich in einem wirtschaftlich und politisch sehr komplexen Umfeld. Die ökologischen und sozialen Anforderungen haben sich verändert, die Aufgaben für den Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz des Unternehmens sind sehr viel anspruchsvoller geworden. Das Unternehmen hat sich diesen gestiegenen Herausforderungen gestellt und zukunftsorientiert gehandelt. Der Umgang mit den Menschen und der Umwelt beruht auf dem Prinzip der Nachhaltigkeit …

Autor: Dr.-Ing. Heinz-Werner Voß, Sprecher der Geschäftsführung, RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH, Ibbenbüren

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Verminderung der Umwelt­auswirkungen durch erhöhte Kaliausbringraten (HYPERION) – Ein Blick in die Zukunft der globalen Kaligewinnung und -aufbereitung

Fig. 1. Traditional longwall mining versus longwall mining applying HYPE technology (not to scale). // Bild 1. Klassischer Strebbau im Vergleich mit Strebbau unter Anwendung der HYPE-Technologie (nicht maßstabsgerecht). Source/Quelle: K-UTEC

Seit über hundert Jahren ist die Kaligewinnungs- und -aufbereitungsindustrie von globaler Signifikanz und wird es auch weiterhin bleiben. Kalium ist ein Schlüsselelement für die intensive Nutzung landwirtschaftlicher Flächen und spielt damit eine wichtige Rolle für die unabhängige Herstellung lokaler landwirtschaftlicher Produkte. Um von den Hauptkaliproduzenten Kanada, Russland und Weißrussland unabhängig bleiben zu können, ist für die Europäische Union (EU) das Überleben der europäischen Kaliindustrie äußerst wichtig.

Das Ziel muss die nachhaltige Fortführung einer Kaliproduktion sein, die sowohl Bedenken ernst nimmt als auch die öffentliche Meinung einbezieht. Die hohe Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Oberflächensenkungen, die mögliche Versalzung von Oberflächen- und Grundwasser, sowie der aufwändige Bergwerksrückbau sind bekannte Herausforderungen der Kaligewinnungs- und -aufbereitungsindustrie, die durch eine neue Herangehensweise …

Autoren: Tobias Pinkse M. Sc., Robert Quensel M. Sc., Dr.-Ing. Alexander Lechner, Dipl.-Chem. Dittmar Lack, Dr. Axel Stäubert, Dr. Heiner Marx, K-UTEC AG Salt Technologies, Sondershausen/Germany

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Der Bergbau und seine Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft

Bergbauliche Aktivitäten können sich lokal sehr unterschiedlich auswirken, wie etwa in den Bereichen Umwelt, Wirtschaft, Politik und Kultur. Dies beeinflusst gleichsam die Lebensqualität der Menschen in den betroffenen Regionen. Neben möglichen negativen Auswirkungen, die das Image des Bergbaus allgemein prägen, gibt der Bergbau aber auch wirtschaftliche Impulse. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen umweltrelevanten und gesellschaftlichen Einflusspotentiale des Bergbaus und nennt als Beispiel das Erzbergwerk Kylylahti in der Provinz Ostfinnland. Die hier präsentierten Erkenntnisse entstammen im Wesentlichen dem Forschungsprojekt „Voraussetzungen und Gestaltungsmöglichkeiten für sozial gerechten Bergbau“ des finnischen Förderträgers für Innovation, Tekes.

Autor: Tuija Mononen, DocSocSci, PhilLic, University Researcher, Dept. of Geographical and Historical Studies, University of Eastern Finland, Joensuu/Finland

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Bergbau und Nachhaltigkeit: Australien als Vorreiter

Fig. 1. The Australian sustainable mining landscape. // Bild 1. Australisches Modell für nachhaltigen Bergbau.

Mit dem Gedanken an Nachhaltigkeit verbinden die Menschen meist einen harmonischen Prozess, der in seiner Gestaltung ewig andauern kann. Primäre mineralische Lagerstätten jedoch können nicht neu angepflanzt oder gezüchtet werden, wodurch die Idee der Nachhaltigkeit in Bezug auf den Bergbau bereits an Schärfe verliert. Allerdings bedeutet Nachhaltigkeit nicht ausschließlich das ewige Fortwähren eines Prozesses, sondern vielmehr die gesamtheitliche Berücksichtigung sämtlicher direkt oder indirekt Betroffener und Einflüsse hinsichtlich aller relevanten Interaktionen – insbesondere in sozialer und ökologischer Hinsicht. Australien geht hier mit gutem Beispiel voran.

Autor: Assoc. Prof. Michael Hitch Ph. D., P. Eng. P. Geo., Director and Mitsubishi Chair in Sustainable Mining, School of Mining Engineering, University of New South Wales (UNSW), Sydney/Australia

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Feinststaub als Indiz für Spannungsänderungen im Gebirge: Chancen für die Gefährdungsbeurteilung

In der jüngsten Vergangenheit wurden vermehrt Untersuchungen durchgeführt, um das Verhalten von Materialien im Verformungs- und Versagensfall auf Nanoebene zu erforschen. Die Zerkleinerung von Gestein ist wesentlich mit der bergmännischen Gewinnung von Rohstoffen verbunden und ein gutes Beispiel für das Versagen von Material im Belastungsfall. In allen Produktionsstufen ist damit gleichzeitig die Entstehung von Staub verbunden, welcher bei unter 1 µm Größe als Feinststaub bezeichnet wird. Dieser Staubfraktion wird ein negativer Umwelteffekt nachgesagt; gleichzeitig kann Feinststaub aber auch herangezogen werden, um Rückschlüsse auf den Spannungszustand im Gestein unter sowohl quasistatischer als auch dynamischer Belastung zu ziehen. Die Erkenntnisse aus den Untersuchungen hinsichtlich dieses Zusammenhangs können zur methodischen Entwicklung eines Überwachungssystems genutzt werden, um Bereiche des Gebirges mit kritischer Gebirgsspannung oder mit besonderer Sensibilität besser kontrollieren zu können. Die detaillierte Erkenntnis über die Entstehung von Feinststaub aus Gestein unter verschiedenen Belastungsarten ist dementsprechend von steigender Relevanz und zunehmend Gegenstand der Forschung.

Autoren: Prof. Dr.-Ing. Kliment N. Trubetskoy, Dr.-Ing. Sergey D. Viktorov, Dr.-Ing. Alexander A. Osokin, Institute of Comprehensive Exploitation of Mineral Resources (IPKON), Russian Academy of Sciences, Moscow

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