Liebe Leserinnen und Leser, mit der dritten Ausgabe des Mining Report Glückauf nehmen wir Ihre Rückmeldungen auf, die uns seit Jahresbeginn erreicht haben. Die Umstellung auf ein rein digital erscheinendes Heft traf auf eine positive Resonanz, aber der Verzicht auf eine deutschsprachige Fassung unserer Beiträge hat Bedauern ausgelöst und den Wunsch, hierüber noch einmal nachzudenken. Das haben wir getan und das Ergebnis können Sie heute sehen: Die deutsche Fassung ist zurück!
Einsatz von Virtual Reality im Bau- und Bergbausektor
Übersicht über das integrierte Modell für den Schachtvortrieb.Virtual Reality (VR) verändert zunehmend die Bau- und Bergbaubranche, indem sie die Visualisierung von Entwürfen, die Planung, die Koordination, die Zusammenarbeit und die betriebliche Effizienz verbessert. Durch immersive 3D-Umgebungen können Projektbeteiligte komplexe Projekte wie Infrastruktursysteme, unterirdische Tunnel und Bergbaubetriebe bereits vor der physischen Umsetzung besser nachvollziehen. Im Bauwesen unterstützt VR die Entwurfsvalidierung, die Kollisionserkennung sowie die Einbindung von Interessensgruppen, was zu einer verbesserten Entscheidungsfindung und weniger Nacharbeiten führt. Im Bergbau ermöglicht sie die Simulation von gefährlichen Umgebungen, die Schulung von Bedienpersonal sowie die Optimierung von Abbau- und Schachtbauverfahren …
Autoren: Alev Yalcinkaya, Civil Engineer/BIM Manager, Jonas Kiehl, Cad Administrator/BIM Manager, Thyssen Schachtbau GmbH, Mülheim/Ruhr/Germany DOI:10.66356/mrg.2026.03.01.DEEVRBB
Bewertung eines kontinuierlich messenden Punktsensors zur Bestimmung der Wettergeschwindigkeit
Durchführung der Rastermessung. Foto: F. GüntherDie Grubenbewetterung hat eine zentrale Bedeutung für die Sicherheit im untertägigen Bergbau. Sie kann bis zu 50 % des Gesamtenergieverbrauchs ausmachen. Zur Verbesserung der Effizienz ist eine optimierte Steuerung notwendig, welche eine kontinuierliche Erfassung der Wettergeschwindigkeit erfordert. Eine Möglichkeit zur Erfassung der Daten sind querschnittsrepräsentative Ultraschallsysteme, die präzise Messwerte liefern, allerdings sind diese kostenintensiv und standortgebunden. Im vorliegenden Beitrag wird als Alternative dazu ein kontinuierlich messender Ultraschall-Punktsensor im Forschungs- und Lehrbergwerk der TU Bergakademie Freiberg untersucht und mit einem Referenzsystem verglichen. Durch eine Regressionsanalyse wurde eine Korrelation zwischen lokaler und querschnittsgemittelter Geschwindigkeit abgeleitet …
Autoren: Dr.-Ing. Franziska Günther, Dipl.-Ing. Amarbayasgalan Baasanzorig, Dipl-Ing. Max Friedemann, Technische Universität Bergakademie Freiberg, Freiberg/Germany DOI:10.66356/mrg.2026.03.02.DEBKMPB
Entwicklung und Betrieb von Kalibrierungs- und Validierungsfeldern für radar-interferometrische Auswertungen (InSAR) zum Bodenbewegungsmonitoring des Grubenwasseranstiegs in der Nachbergbauphase
Das RAG-MSST „NOST“ besteht aus einem DCR600 mit Adaptern für terrestrische Ziele, einer GNSS-Antenne und einem Wettersensor an der Dachkante (links); CHORUS-fähig: das RAG-MSST „BARL“, ein transportierbarer und rückbaubarer GNSS-TriCR600 mit Wettersensor (rechts).Seit einigen Jahren etablieren sich Verfahren der satellitengestützten Radarinterferometrie (InSAR) im Tagesgeschäft der großflächigen Überwachung von Bodenbewegungen in Bereichen sowohl aktiver als auch abgeschlossener Rohstoffförderung. Die Kombination von fernerkundlichen Verfahren, wie der Satellitennavigation (Global Satellite Navigation System, GNSS) und InSAR (Interferometric Synthetic Aperture Radar), mit den klassischen terrestrischen Vermessungsverfahren des Nivellements und der Tachymetrie birgt ein großes Potenzial zur Reduzierung der Zeit- und personalintensiven terrestrischen Vermessungen auf ein nötiges Mindestmaß. In der Übergangszeit, die dieser Wechsel des Systemumbaus benötigt, müssen diese neuen Verfahren auf ihre Eignung, Güte und Robustheit hin untersucht und überprüft werden, um für eine bergbauliche Dokumentation oder im Rahmen von behördlichen Anordnungen anerkannt und zugelassen zu werden.
Zusammenlagerung von Lithium-Ionen-Batterien und Sauerstoffselbstrettern – Empfehlungen für einen sicheren Betrieb
Darstellung von akkubetriebenen Helmlampen und üblicherweise eingesetzten Sauerstoffselbstrettern.Lithium-Ionen-Batterien (LIB) und Sauerstoffselbstretter (SSR) gehören insbesondere im Bergbau zur Standardausstattung. Beide Produktgruppen werden häufig in Lampenstuben, Geräteausgaben und Ladebereichen in räumlicher Nähe für die Mitarbeitenden zur Entnahme bei Schichtbeginn bereitgestellt. Damit treffen unterschiedliche Gefährdungsmechanismen aufeinander: LIB können im Fehlerfall zu einem thermischen Durchgehen mit Brandentwicklung und gefährlichen Rauchgasen führen. SSR wirken durch Sauerstofffreisetzung brandfördernd und können eine Brandausbreitung begünstigen …
Autor: Tim Kuhne, Referent im Referat Brandschutz der Präventionsabteilung Notfallmanagement der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) und Leiter des Sachgebiets Betrieblicher Brandschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (DGUV) DOI:10.66356/mrg.2026.03.04.DEZLIBS