Rezension // Walter Frenz: Handbuch Rohstoffwirtschaft – Recht, Ingenieur- und Naturwissenschaften, Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Digitalisierung

Wieder einmal legt Prof. Walter Frenz, Maitre en Droit Public und Professor für Berg-, Umwelt- und Europarecht an der RWTH Aachen University, als Herausgeber ein umfangreiches Werk unter Hinzuziehung zahlreicher Autoren (69!) zu einem für das Thema Rohstoffe aktuellen Zeitpunkt (erschienen bereits 2025) vor. Er betitelt es mit „Handbuch Rohstoffwirtschaft“. Schon der Name verspricht ein umfangreiches Kompendium, was es dann auch ist. Auf 1145 Seiten wird nach einem Vorwort das Thema Rohstoffwirtschaft in 6 Teilen wie folgt beleuchtet:
- Bedeutung von Rohstoffen
- Rohstoffförderung im Inland
- Bergrecht und Bergrechtsreform
- Rohstoffgewinnung und -beschaffung im Ausland
- Rohstoffe international und
- Rohstoffunionsrecht.
Abgerundet wird das Werk mit einem Stichwortverzeichnis, das bei einem solchen Umfang besonders hilfreich erscheint. Ebenso wichtig ist ein Abkürzungsverzeichnis, das neben dem Autorenverzeichnis am Beginn des Buches vorangestellt wurde.
Die 6 Teile des Werkes werden in verschiedene Kapitel übersichtlich gegliedert und in der Kopfleiste jeweils die Nummer des Teiles und des jeweiligen Kapitels aufgeführt, so dass der Leser jederzeit weiß, in welchem der Themen der Rohstoffwirtschaft er sich gerade befindet.
Der Teil 1 – Bedeutung der Rohstoffe – wird durch 9 Kapitel (Rohstoffbedarf, Energie und Klima – Nachhaltige Rohstoffnutzung im Zeichen des Klimaschutzes aus verfassungs- und europarechtlicher Sicht – Keramische und mineralische Rohstoffe für Transformation und Klimaschutz – Zukunft der heimischen Gips-Rohstoffsicherung – Rohstoffabbau in Deutschland: Betrachtung der aktuellen und zukünftigen Versorgung mit heimischen Rohstoffen anhand des Fallbeispiels Gips – Bedarf und Verfügbarkeit von Steine-Erden-Rohstoffen – Bodenschätzegewinnung – Bedeutung, gesetzliche Grundlagen und Zulassungsverfahren – Bergbau in der Circular Economy und abschließend – Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Deutschland) umfangreich dargestellt und beschrieben. Dabei wird das Kapitel 2 „Nachhaltige Rohstoffnutzung im Zeichen des Klimaschutzes aus verfassungs- und europarechtlicher Sicht“ durch den Herausgeber selbst dargestellt.
Der Teil 2 – Rohstoffförderung im Inland – gliedert sich im Anschluss in 14 Kapitel (Rohstoffwirtschaft in Deutschland – Die Zulässigkeit routinemäßiger Eignungsuntersuchungen im bergbaulichen Beschäftigungsverhältnis – Automatisierung im Bergbau – Digitalisierung im Bergbau: Daten als Grundlage für den Bergbau der Zukunft – Digitalisierung und künstliche Intelligenz im Recht – Potentiale der Aufbereitung und Nachnutzung: markscheiderischer Daten und bergbaulicher Infrastruktur im Rahmen der Energiewende – Aktueller Stand und zukünftige Entwicklungen der Tiefengeothermie in Deutschland – Minimalinvasiver Bergbau – Aktuelle Situation und Herausforderungen im rheinischen Braunkohlenbergbau vor dem Hintergrund des beschleunigten Auslaufens der Kohlenutzung – Opportunities and Challenges of Post-Mining in Lignite/Coal regions of Germany and India – Nachbergbau in der Lausitz – Sicherheitsleistung für unternehmerische Nachsorge pflichten mittels Vorsorgevereinbarung und Zweckgesellschaft – Erfahrungen bei der Entwicklung eines neuen Rohstoffprojektes in Sachsen – und zum Schluss (In-)Akzeptanz gegenüber der rohstoffgewinnenden Industrie: Eine Analyse des Status quo und kommunikative Lösungsansätze). Auch in diesem Teil arbeitet der Herausgeber ein Thema im Kapitel 14 „Digitalisierung und künstliche Intelligenz im Recht“ selbst ab.
Im Teil 3 – Bergrecht und Bergrechtsreform – werden 6 Kapitel mit den Themen Grundzüge des deutschen Bergrechts, Perspektiven des Bergrechts und begrenzte Reform, Bergrechtliche Genehmigungsverfahren in Theorie und Praxis, Bergbau und Naturschutzrecht, Bergbau und Wasserrecht sowie Nachbergbau im System des Berg- und Wasserrechts abgehandelt. Frenz bearbeitet auch in diesem Teil die Kapitel „Perspektiven des Bergrechts und begrenzte Reform“ sowie „Bergrecht und Naturschutzrecht“, in denen er sich bestens auskennt, selbst.
Im folgenden Teil 4 – Rohstoffgewinnung und -beschaffung im Ausland – werden die Kapitel Rohstoffe für Deutschland: Die Lage im Überblick, Förderung der heimischen Rohstoffgewinnung und des Auslandsbergbaus, State of Mining in the United States, Mining in Brazil, Mining in Colombia, Rohstoffzielland Volksrepublik China-Inbound/Outbound, Der Bergbau auf Seltene Erden in der Mongolei sowie Geology, Mining and Mineral Beneficiation in Southern Africa: Major Minerals, Challenges and Opportunities auf über 230 Seiten abgehandelt.
In diesem Teil werden 4 Kapitel in englischer Sprache abgedruckt (wie auch im Teil 2 in einem Kapitel), was für den Inhalt keinen Abbruch darstellt, dem flüssigen Lesen des Werkes und der Form jedoch in gewisser Weise entgegensteht.
Abschließend folgen noch zwei Teile mit den Themen „Rohstoffe international“ und „Rohstoffunionsrecht“. Der erste Teil wird durch 3 Kapitel mit den Überschriften „Blue Mining“, „Rohstoffzugangsansprüche und Folgen für den Rohstoffabbau im Inland“ und „Internationale Normungsarbeit im Bereich Alt- und Nachbergbau“ beschrieben. Der abschließende Teil 6 ist durch 2 Kapitel mit den Überschriften „EU-Rohstoffsicherung CRMA und Wettbewerbsstärkung“ sowie „Der EU Critical Raw Materials Act (CRMA) – Entstehung und Analyse seiner Umsetzbarkeit“ dargestellt. In beiden Teilen schreibt Frenz jeweils ein Kapitel.
Fazit: Das Thema Rohstoffwirtschaft und der neuerlich entbrannte weltweite Kampf um Rohstoffe wird in diesem Werk durch den Herausgeber und die namhaften Autoren umfangreich beleuchtet. Das Buch erschien 2025 und ist damit zu diesem Zeitpunkt und bis heute branntaktuell. Vielleicht ist es noch etwas zu früh erschienen, um Erfahrungen in Anwendung, bei der Beantragung und im Umgang mit dem Critical Raw Materials Act – CRMA deutscher Rohstoffprojekte einfließen lassen zu können. Dennoch zollt dem Herausgeber Walter Frenz für seine umfangreiche Darstellung und den zahlreichen Autoren für die Abarbeitung des Themas Rohstoffwirtschaft Respekt.
Das eine abschließende Darstellung aller Teilthemen nicht möglich ist, ergibt sich schon aus der Dynamik der Themen Bergrecht und Bergrechtsreform, Genehmigungsverfahren sowie der Rohstoffförderung im Inland, und der Rohstoffbeschaffung.
Alles in allem stellt dieses Buch ein lesenswertes Nachschlagewerk dar und bietet dem Leser eine Zusammenstellung der Bedeutung von Rohstoffen, der Lage des deutschen Bergbaus – der einheimischen Rohstoffgewinnung sowie dem Alt- und Nachbergbau zum aktuellen Zeitpunkt.
Dipl.-Geol. Olaf Alisch
Redaktion, Mining Report Gllückauf, Essen

