Kurznachrichten 2026

Verantwortung für das Grundwasser

Mit „Recklinghausen II“ hat die RAG Aktiengesellschaft (RAG) ihre insgesamt 22. Grundwasserreinigungsanlage (GWRA) in Betrieb genommen.

Auf dem Gelände der ehemaligen Schachtanlage Recklinghausen II säubern Aktivkohle-Adsorber pro Stunde rund zehn Kubikmeter Grundwasser, das anschließend der Kanalisation zugeführt wird. Perspektivisch soll die recycelte Ressource über den Schellenbruchgraben direkt in den Wasserkreislauf zurückgelangen.

Grubenwasserreinigungsanlage auf dem Gelände der ehemaligen Schachtanlage Recklinghausen II. Foto: Ina Fassbender/RAG

Die Verunreinigungen des Grundwassers stammen vermutlich von einer bis 1928 betriebenen Kokerei, in dessen Fließrichtung das ehemalige Holzlager-Areal liegt. Bislang kam zur Reinigung eine mobile GWRA zum Einsatz. Die neue, stationäre Anlage bietet zahlreiche Vorteile – allen voran ein höheres Maß an Sicherheit, da die GWRA-Komponenten nun eingehaust sind. Beim Energieeinsatz setzt die RAG auf Nachhaltigkeit: Über die Hälfte des Strombedarfs deckt eine auf dem GWRA-Dach installierte Photovoltaikanlage.

Die kontinuierliche Grundwassereinigung ist Teil der Ewigkeitsaufgaben der RAG: Sie gehört zu den Maßnahmen, um Beeinträchtigungen der Umwelt als Folge des Bergbaus dauerhaft zu minimieren. Rund 960.000 Kubikmeter Grundwasser pro Jahr reinigt das Nachbergbauunternehmen auf diese Weise insgesamt. Alle Daten laufen in der Leitwarte am Standort Pluto in Herne zusammen. Neben einer Systemüberwachung erfolgt dort die Abfrage und Kontrolle hydrogeologischer Daten wie Grundwasserniveau und -fördermenge sowie eine Auswertung der Daten zur Information der beteiligten Behörden.

Grundwasserreinigungsanlagen kommen insbesondere an früheren Kokerei-Standorten zum Einsatz. Hauptsächlich in frühen Betriebszeiten ab Ende des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts sowie durch Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs traten insbesondere bei Kokereien und Nebengewinnungsanlagen Schadstoffe wie Teer, Benzol und PKA aus. (RAG/MRG)

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