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Aktuelle Ausgabe 6/2017

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Andreas-Peter Sitte
(Chefredakteur Mining Report Glückauf)

Editorial

Zum Abschluss des Jahres 2017 möchte ich inhaltlich Themen in den Vordergrund des Mining Report Glückauf rücken, die sonst nicht oder nicht so oft angesprochen werden. Das eine ist die stoffliche Nutzung von Kohle jenseits der Strom- und der Stahlerzeugung, das andere ist ein Blick auf den internationalen Steinkohlenmarkt.

Viele Menschen in Deutschland glauben, dass Kohle „nur“ zur Erzeugung von Stahl und vor allem Strom taugt, auf diese Weise das Klima schädigt und deshalb keine Zukunft hierzulande mehr haben sollte. Sie übersehen dabei, dass es noch andere Nutzungsmöglichkeiten für diesen Rohstoff gibt. So lässt sich Kohle beispielsweise auch in der Chemieindustrie einsetzen. Die z. B. in Braunkohle enthaltenen Huminstoffe können helfen, karge Böden zu verbessern. Aus Kohle kann man auch synthetische Gase und Kraftstoffe herstellen. Die entsprechenden Verfahren gerade dazu wurden vor nahezu 100 Jahren in Deutschland entwickelt, zuletzt aber vor allem in Südafrika und China angewandt. Neuere Modellrechnungen belegen, dass sich mit weiterentwickelter Technologie und unter bestimmten Voraussetzungen entsprechende Anlagen wirtschaftlich betreiben lassen.

Ende 2018 wird bekanntlich die Gewinnung von Steinkohle hierzulande beendet und Deutschland danach bei der Versorgung mit diesem Rohstoff vollständig auf Importe angewiesen sein. Dies ist nicht zuletzt ein Grund, sich ausführlich mit den Weltkohlemärkten und den energie- sowie klimapolitischen Rahmenbedingungen zu beschäftigen. Darüber hinaus muss sich das die Steinkohle in Deutschland fördernde Unternehmen RAG Aktiengesellschaft auf die Zeit nach dem Bergbau ein- und strukturell aufstellen, denn der nachhaltige Umgang mit dem Erbe des Bergbaus endet nicht mit der Stilllegung des letzten Bergwerks. Auswirkungen hat das Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus natürlich auch für die Unternehmen der Bergbauzulieferindustrie. Das Netzwerk Bergbauwirtschaft der EnergieAgentur.NRW hilft ihnen dabei, diese zu bewältigen. Neben den bekannten „großen“ Bergbauländern werden dabei auch Länder wie die Türkei in den Fokus genommen.

Auch unserer Rubrik ISSA Mining räumen wir in dieser Ausgabe noch mehr Raum ein als sonst. Anfang September diesen Jahres fand in Singapur der 21. Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz statt. Das Präventionsprogramm „Vision Zero“, das zunächst eine Idee der Bergbausektion der ISSA war, wurde auf diesem Kongress zum prägenden Thema. Ebenfalls im September veranstaltete Russland gleich an drei Orten – Moskau, St. Petersburg und Novokuznetsk – die alle zwei Jahre stattfindende International Mines Rescue Body Conference (IMRB). Im Mittelpunkt standen Themen der Grubenrettung sowohl im Rahmen der wissenschaftlichen Präsentationen als auch praktischer Demonstrationen.Mit freundlichem Glückauf,

Andreas-Peter Sitte
(Chefredakteur Mining Report Glückauf, Essen)

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