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Aktuelle Ausgabe 5/2019

Andreas-Peter Sitte
(Chefredakteur Mining Report Glückauf)

Editorial

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich 2011 entschieden, bis zum Jahresende 2022 aus der Nutzung der Kernenergie auszusteigen. In anderen Ländern wird die Kernenergie weiter genutzt und es werden sogar neue Kernkraftwerke gebaut. Nur teilweise geklärt ist die Frage, was mit den radioaktiven Abfällen geschehen soll. Während für schwach- und mittelradioaktive Abfälle weltweit bereits Entsorgungs- und Endlagerlösungen gefunden und umgesetzt wurden, sind für hochradioaktive Abfälle aktuell noch keine Endlager in Betrieb.

Die vorliegende Ausgabe des Mining Report Glückauf gibt in Hinblick darauf unter der Überschrift „Endlagerbergbau“ einen Überblick über die internationalen Endlagerprojekte sowie den aktuellen Stand der in Deutschland laufenden Projekte. Darüber hinaus widmet sie sich technischen Ansätzen einerseits zur Endlagerung hochradioaktiver Abfälle in tiefen Bohrlöchern und andererseits zum Einsatz von Sorelbeton für Verschlussbauwerke und Stabilisierungsmaßnahmen auf der Schachtanlage Asse II. Eine wichtige Frage in Zusammenhang mit der Beendigung der Kernenergienutzung stellt nicht zuletzt die nach der Haftung und Verantwortungsverteilung für radioaktive Abfälle dar. Antworten darauf liefert der Beitrag zum Nachhaftungsgesetz.

Im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vereinbarten die zwei ältesten Montanhochschulen der Welt, die Technische Universität (TU) Bergakademie Freiberg und die Nationale Universität für mineralische Ressourcen St. Petersburg, am 10. Oktober 2006 die Gründung eines „Ständigen deutsch-russischen Forums zu Fragen der Nutzung von Rohstoffressourcen“. Seitdem findet jährlich abwechselnd in Deutschland und Russland eine deutsch-russische Rohstoffkonferenz statt, in diesem Jahr vom 27. bis 29. November an der St. Petersburger Bergbauuniversität. Die Konferenz bietet eine wichtige Plattform, um Stand und Perspektiven der wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit im Energie- und Rohstoffbereich zu diskutieren und bilaterale Kooperationsprojekte anzustoßen. Aus diesem Anlass veröffentlichen wir in dieser Ausgabe ein Interview mit dem Präsidenten des russischen Industrieverbands.

Im Wissenschaftsbetrieb von herausragender Bedeutung, um die Eignung eines wissenschaftlichen Textes zur Veröffentlichung zu beurteilen, ist das Peer-Review. Dadurch soll die Qualität von wissenschaftlichen Publikationen gewährleistet werden. Es fördert daneben aber natürlich auch das Ansehen des veröffentlichenden Organs. Die Redaktion des Mining Report Glückauf hat sich daher entschieden, ausgewählte wissenschaftliche Beiträge in Abstimmung mit den jeweiligen Autoren einem Peer Review zu unterziehen. In dieser Ausgabe hat der Beitrag zur Endlagerung hochradioaktiver Abfälle in tiefen Bohrlöchern ein entsprechendes Verfahren durchlaufen.

Mit freundlichem Glückauf,

Dipl.-Ing. Andreas-Peter Sitte
(Chefredakteur Mining Report Glückauf, Essen)

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