Kurznachrichten 2026

Vom Bergbauerbe zur Rohstoffzukunft: Wismut und SAXORE vereinbaren Zusammenarbeit in Pöhla

Die Wismut GmbH und die SAXORE Bergbau GmbH wollen künftig beim geplanten Rohstoffprojekt Tellerhäuser im Erzgebirge zusammenarbeiten. Dazu haben beide Unternehmen eine Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel ist es, vorhandenes bergbauliches Wissen, Erfahrungen und Infrastrukturpotenziale zu prüfen und für die weitere Entwicklung des Projekts nutzbar zu machen.

Das geplante Bergwerk Tellerhäuser liegt im Bewilligungsfeld „Rittersgrün“ der SAXORE Bergbau GmbH. Dieses überlagert sich in Teilen mit dem Bergwerkseigentum der Wismut GmbH, zu dem das ehemalige Uranbergwerk Pöhla gehört. Die Wismut befindet sich dort seit rund 35 Jahren in der bergrechtlichen Nachsorge. Die übertägige Sanierung ist abgeschlossen, die Grubenwasserbehandlung erfolgt weiterhin in der Wasserbehandlungsanlage Pöhla.

Mit der Absichtserklärung vereinbaren die Unternehmen einen strukturierten Austausch und die Prüfung konkreter Kooperationsmöglichkeiten. Im Mittelpunkt stehen dabei fünf Handlungsfelder.

Im Bereich der sich überlagernden Bergbauberechtigungen wollen Wismut und SAXORE ihre Aktivitäten koordinieren und sich zu bergrechtlichen Fragestellungen austauschen. Dazu gehören auch Abstimmungen im Zusammenhang mit dem Sächsischen Oberbergamt. Die Partner wollen prüfen, ob vorhandene bergbauliche Infrastruktur künftig gemeinsam genutzt werden könnte und welche technischen und wirtschaftlichen Potenziale sich daraus ergeben. Auch Möglichkeiten einer Zusammenarbeit beim Wassermanagement sollen untersucht werden.

Die jahrzehntelangen Erfahrungen der Wismut am Standort Pöhla und die aktuellen Erkenntnisse aus der Exploration und Projektentwicklung von SAXORE bilden eine weitere Grundlage der Zusammenarbeit. Vorgesehen ist unter Beachtung der gesetzlichen und vertraglichen Vorgaben insbesondere der Austausch geologischer Informationen und fachlichen Wissens.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Konzepten für die spätere Stilllegung und Nachsorge des geplanten Bergwerks. Dabei sollen langfristige Umwelt- und Sicherheitsanforderungen bereits bei der Entwicklung des Projekts berücksichtigt werden.

Dr. Michael Paul, Technischer Geschäftsführer der Wismut GmbH: „Unsere Erfahrung aus mehr als drei Jahrzehnten Sanierung und Nachsorge zeigt: Mit dem Ende eines Bergwerks darf man sich nicht erst beschäftigen, wenn der Abbau abgeschlossen ist. Verantwortungsvolle Nachsorge beginnt bereits bei der Planung. Diese Erfahrung und unser Wissen über komplexe Bergbau- und Umweltfragen wollen wir in die Zusammenarbeit mit SAXORE einbringen.“

Die Zusammenarbeit ist zunächst für einen Zeitraum von 2,5 Jahren vorgesehen. In dieser Pilotphase sollen die Möglichkeiten und Grenzen einer strukturierten Zusammenarbeit ausgelotet und konkrete Kooperationsansätze entwickelt werden.

Matthias Faust, Geschäftsführer der SAXORE Bergbau GmbH: „Rohstoffsicherheit beginnt vor Ort. Mit dieser Kooperation legen wir die Grundlage, um heimische Rohstoffe verantwortungsvoll zu fördern und einen Beitrag zur Versorgungssicherheit Deutschlands und Europas zu leisten. Mit der Wismut gewinnen wir einen Partner mit einzigartigem Wissen über den Bergbau im Erzgebirge. Niemand kennt die Untertageinfrastruktur, die Wasserhaltung und die geologischen Besonderheiten unserer Region so genau. Dieser Wissensschatz ist für die verantwortungsvolle Entwicklung von Tellerhäuser von unschätzbarem Wert.“

Die Absichtserklärung stellt keine Genehmigung für die Entwicklung oder den Betrieb des neuen Bergwerks dar. Die für das Projekt Tellerhäuser erforderlichen berg-, umwelt- und wasserrechtlichen sowie weiteren öffentlich-rechtlichen Verfahren bleiben davon unberührt. Entscheidungen darüber obliegen ausschließlich den jeweils zuständigen Behörden.

Auch die Aufgaben und Verpflichtungen der Wismut bei der Sicherung und Nachsorge ihrer bergbaulichen Hinterlassenschaften bleiben von der Zusammenarbeit unberührt.

Show More

Artikel im Themenfeld

Back to top button