Kurznachrichten 2026

AG Energiebilanzen legt Jahresschätzung für 2025 vor

Der Primärenergieverbrauch in Deutschland wird 2025 mit großer Wahrscheinlichkeit stagnieren oder sogar leicht fallen. Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) geht in ihrer jetzt vorgelegten Jahresschätzung von einem Rückgang des Verbrauchs um etwa 0,1 % auf 10.553  PJ oder 360,1 Mio. t SKE gegenüber dem Vorjahr aus. Das entspricht einem Wert von 2.931 TWh und liegt um 26,6 % unter dem Ausgangswert des Jahres 2008 für die bis 2030 zu erreichenden Energieeffizienzziele.

Die jeweils zum Jahresende vorgelegte Schätzung der AG Energiebilanzen zeichnet sich in der Regel durch eine hohe Genauigkeit aus. Lediglich außergewöhnliche Witterungsgeschehnisse in den letzten Wochen des Jahres können die Entwicklung noch in stärkerem Maße beeinflussen.

Die gegenüber dem Vorjahr kühlere Witterung erhöhte den Verbrauch im raumwärmeabhängigen Teil der Energieversorgung. Besonders in den heizintensiven Monaten Februar, März und Oktober war es spürbar kälter als in den Vergleichsmonaten des Vorjahres, sodass vom Witterungsverlauf ein verbrauchssteigernder Effekt ausgegangen ist. Ohne den verbrauchserhöhenden Einfluss der kühleren Witterung wäre der Energieverbrauch in Deutschland nach Berechnungen der AG Energiebilanzen dagegen um etwa 1,2 % gesunken.

Die allenfalls leicht positive konjunkturelle Entwicklung hatte vermutlich nur einen geringen Einfluss auf die Entwicklung des Energieverbrauchs, da in energieintensiven Branchen die Produktion deutlich gedrosselt wurde.

Verbrauchssteigernd könnte sich ausgewirkt haben, dass die Verbraucherpreise für Kraftstoffe und Heizöl sanken und auch die Preise für Erdgas leicht zurückgingen. Insgesamt, so die AG Energiebilanzen, hatten 2025 die verbrauchssenkenden Faktoren einen stärkeren Einfluss auf die Entwicklung des gesamten Energieverbrauchs als die verbrauchserhöhenden Einflussgrößen.

Der Verbrauch von Mineralöl verminderte sich 2025 insgesamt um 2,2 % auf 3.767 PJ (128,5 Mio. t SKE). Für den Rückgang waren die um mehr als 3 % gesunkenen Lieferungen von Rohbenzin an die chemische Industrie sowie die Rückgänge bei Flüssiggas und sonstigen Produkten verantwortlich. Der Verbrauch von Ottokraftstoff stieg dagegen um knapp 1 % und beim Dieselkraftstoff gab es ein Plus von gut 1 %. Der Absatz von Flugkraftstoff erhöhte sich um mehr als 4 % und der Absatz von leichtem Heizöl lag mit 3 % im Plus.

Der Erdgasverbrauch verzeichnete 2025 ein Plus von 3,6 % und stieg auf 2.841 PJ (96,6 Mio. t SKE). Das Verbrauchsniveau liegt damit weiterhin deutlich unter dem zehnjährigen Mittel. Im Raumwärmemarkt kam es infolge der kühleren Witterung zu einem kräftigen Anstieg des Verbrauchs. Die Industrie verringerte die Nachfrage nach einem deutlichen Anstieg im ersten Quartal im Jahresverlauf wieder. Ungünstige Witterungsbedingungen für die Windstromerzeugung von Januar bis April führten zu einem Mehreinsatz von Gaskraftwerken und ließen die Stromerzeugung aus Erdgas um gut 4 % ansteigen. Die Erzeugung von Fernwärme aus Erdgas nahm um fast 8 % zu.

Der Verbrauch von Steinkohle ging 2025 insgesamt um gut 2 % auf 754 PJ (25,7 Mio. t SKE) zurück. Der Einsatz von Steinkohle in Kraftwerken zur Stromerzeugung verzeichnete zwar einen Zuwachs um rund 10 %, der Absatz an die Eisen- und Stahlindustrie verminderte sich dagegen um etwa 9 %.

Der Verbrauch von Braunkohle verzeichnete 2025 eine Abnahme um mehr als 6 % auf 756 PJ (25,8 Mio. t SKE). Die Inländische Produktion verringerte sich um knapp 7 % . Die Lieferungen an Kraftwerke der öffentlichen Stromversorgung sanken um etwa 6 %. Der Betrieb der verbliebenen Braunkohlenkraftwerke war 2025 erneut durch eine hohe Flexibilität des Anlagenbetriebs geprägt.

2025 wurden 18,3 Mrd. kWh (66 PJ) mehr Strom aus dem Ausland bezogen als umgekehrt aus Deutschland ins Ausland flossen. Die Exporte stiegen um gut 6 %, die Importe gingen gegenüber dem Vorjahr um 3 % zurück. Damit blieb Deutschland 2025 Nettoimporteur beim Strom, allerdings auf einem niedrigeren Niveau als 2024. Importüberschüsse sind ein Zeichen für einen funktionierenden europäischen Binnenmarkt. Höhere Stromimporte bedeuten weder eine Abhängigkeit vom europäischen Ausland, noch weisen sie auf inländische Knappheiten hin.

Der Beitrag der erneuerbaren Energien erhöhte sich 2025 insgesamt um 3,6 % auf 2.170 PJ (74,0 Mio. t SKE). Die kältere Witterung führte zu einem Anstieg des Verbrauchs erneuerbarer Energien im Wärmemarkt. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien nahm insgesamt um 0,9 % zu. Der Anstieg ist ausschließlich auf die Steigerung der Solarstromproduktion um mehr als 18 % zurückzuführen. Die Stromerzeugung aus Wind verminderte sich dagegen um mehr als 4 % und die der Wasserkraftwerke um mehr als 24 % gegenüber dem Vorjahr.

Im nationalen Energieträgermix konnten die erneuerbaren Energien sowie das Erdgas ihre Anteile im abgelaufenen Jahr ausweiten. Der Erdgasanteil stieg auf 26,9 (Vorjahr: 26,0) %. Die Erneuerbaren erreichten einen Anteil von 20,6 (Vorjahr: 19,8) %. Das Mineralöl verlor leicht und deckte 2025 insgesamt 35,7 (Vorjahr: 36,5) % des Energieverbrauchs in Deutschland. Bei Stein- und Braunkohle kam es erneut zu einem Anteilsverlust auf jeweils rund 7 %.

Die strukturellen Veränderungen des Energieverbrauchs sowie der stagnierende bis leicht fallende Verbrauch führen nach Einschätzung der AG Energiebilanzen 2025 zu einer Reduktion der energiebedingten CO₂-Emissionen in Höhe von gut 6 Mio. t. Das entspricht einer Minderung von mehr 1 % gegenüber dem Vorjahr. (AGEB/MRG)

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