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Vierter Landesrohstoffbericht Baden-Württemberg – Gewinnung und Sicherung von mineralischen Rohstoffen

Fig. 1. Cover picture of LGRB information 31 “Raw materials report Baden-Württemberg 2019”. // Bild 1. Titelbild der LGRB-Informationen 31 „Rohstoffbericht Baden-Württemberg 2019“. Photo/Foto: LGRB

Baden-Württemberg ist reich an mineralischen Rohstoffen. In knapp 500 Gewinnungsstellen wurden im Jahr 2017 rd. 96 Mio. t mineralische Rohstoffe wie Kalkstein, Kies und Sand, Gipsstein, Steinsalz sowie zahlreiche weitere Rohstoffe abgebaut und überwiegend für die Versorgung der heimischen Bauwirtschaft eingesetzt. Das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB), Freiburg i. Br., hat den mittlerweile vierten Landesrohstoffbericht erstellt, in dem aktualisierte Zahlen, Daten und Fakten zur Rohstoffsituation im Land auch einen Beitrag zur sachlichen Diskussion um die Rohstoffgewinnung leisten. Im Rohstoffbericht 2019 (Bild 1) werden die Entwicklungen bei den Rohförder- und Produktionsmengen sowie der Anzahl der Gewinnungsstellen für alle Rohstoffgruppen und fünf ausgewählte Planungsregionen detailliert beleuchtet. Die wichtigsten derzeit geförderten Rohstoffe des Landes sind Natursteine (Kalksteine, Vulkanite, Plutonite, Metamorphite und Sandsteine) mit rd. 39,9 Mio. t und Kiese und Sande (inkl. Gruse) mit rd. 37 Mio. t. Seit dem Tiefststand im Jahr 2003 (87,2 Mio. t) ist die Gesamtrohfördermenge (96,2 Mio. t) um 10,2 % angestiegen, was vor allem auf die Zunahme der Gewinnung von Natursteinen zurückzuführen ist. Mit 630 in Betrieb befindlichen Abbaustellen hatte die Anzahl an Gewinnungsstellen im Jahr 2000 ihr Maximum. Seitdem ist die Anzahl auf 494 Abbaustellen im Jahr 2017 abgesunken (Rückgang um fast 22 %). Prognosen zur zukünftigen Verbrauchsentwicklung liegen dem LGRB nicht vor. Der zukünftige Rohstoffbedarf kann jedoch über die bereits abgebauten Rohfördermengen der zurückliegenden Jahre abgeschätzt werden. Die statische Reichweite der Vorräte, d. h. das Verhältnis der derzeitig genehmigten Vorräte einer Rohstoffgruppe zur jährlichen Rohfördermenge, ist bei den Ziegeleirohstoffen, Naturwerksteinen und Zementrohstoffen mit 48 bis 52 Jahren am größten, wohingegen die statische Reichweite der Massenrohstoffe sandige Kiese, Sulfatgesteine, Karbonatgesteine und (z. T. kiesige) Sande mit je 15, 15, 21 und 22 Jahren am geringsten ist. Darüber hinaus wird im vorliegenden Bericht am Beispiel der Rohstoffgruppen Sand, hochreine Kalksteine und Sulfatgesteine die Frage nach der Versorgungssituation näher beleuchtet. Neben der statischen Reichweite der Vorräte wird im vierten Rohstoffbericht auch die Flächeninanspruchnahme der Landesfläche durch offene Abbauflächen oder durch andere Nutzungen wie Schutzgebiete und bebaute Flächen gegenübergestellt. Der Anteil offener Abbauflächen ist seit dem Rohstoffbericht 2006 von rd. 0,2 % auf den derzeitigen Wert von 0,15 % (rd. 5.260 ha) gesunken. 72 % der Landesfläche sind von Schutzgebieten und bebauter Fläche belegt. Ohne Berücksichtigung solcher Schutzzonen, in denen nach Einzelfallentscheidung ein Rohstoffabbau potentiell möglich wäre, beträgt dieser Flächenanteil etwa 35 %. Der Rohstoffbericht 2019 ist mit seinen aktualisierten Informationen zur Gewinnung und Sicherung von mineralischen Rohstoffen im Land Baden-Württemberg nicht nur für Genehmigungsbehörden und die Träger der Regionalplanung von Interesse, sondern auch für Unternehmen und die Öffentlichkeit. (LGRB/Si.)

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