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Fig. 1. Michael Schulte Strathaus, Chairman of VDMA Mining.// Bild 1. Michael Schulte Strathaus, Vorsitzender des VDMA Mining. Photo/Foto: VDMA

Hersteller von Bergbaumaschinen rechnen mit 12 % mehr Umsatz

Der Heimatmarkt Deutschland spielt für die Bergbaumaschinenhersteller nur noch eine untergeordnete Rolle. Für das Jahr 2018 wird mit einer Verringerung des Gesamtumsatzes um 22 % auf 90 Mio. € gerechnet. Die wenig rohstoff-, und damit auch wenig bergbauaffine Politik lasse für das Inlandsgeschäft kaum Impulse erwarten, sagte Michael Schulte Strathaus, Vorsitzender des VDMA Mining, Frankfurt am Main (Bild1). Deutschlands Bergbaumaschinenindustrie werde immer abhängiger vom Ausland. Während hierzulande das letzte Steinkohlenbergwerk geschlossen wurde, sei man in Polen dabei, die Steinkohlenförderung auszubauen, um sich so unabhängiger von Importen zu machen. Auch aus der Kali- und Salzindustrie erwarte man, wie Schulte Strathaus während der Jahrespressekonferenz seines Verbands im November 2018 in Essen betonte, kaum große Impulse. Für das Jahr 2019 geht die Branche auf ihrem Heimatmarkt von weiter sinkenden, im günstigsten Fall stagnierenden Umsätzen aus.

Die Exporterlöse werden sich im Jahr 2018 um 13 % auf etwa 3 Mrd. € erhöhen, lautet die VDMA-Prognose. 25 % der Ausfuhren gehen in die EU. Im Jahr 2017 waren es noch 31 %. Größte Abnehmer sind Italien, Österreich, Polen, Frankreich und Belgien. Wie Schulte Strathaus erläuterte, ist der Markt vor allem durch große Infrastrukturprojekte gekennzeichnet, die nach und nach auslaufen. Vollständigen Ersatz gebe es bisher nicht, sagte er. Der VDMA geht deshalb für das Jahr 2019 von stagnierenden, allenfalls leicht steigenden Exporten in die EU-Länder aus.

Der Anteil der USA am Gesamtexportvolumen erhöht sich nach Berechnungen des VDMA von 15 % im Jahr 2017 auf 17 % im Jahr 2018. Als Grund nannte Schulte Strathaus die unter US-Präsident Trump geänderte Energiepolitik. Restriktionen seien gelockert worden, was zu einem vermehrten Einsatz im Inland gewonnener Steinkohle geführt habe. Gefragt seien vor allem Maschinen, mit denen die Produktivität verbessert und somit die Gewinne gesteigert werden können. Und dies komme vor allem den deutschen Herstellern zugute. Die Branche geht für das Jahr 2019 von einer weiteren moderaten Erhöhung der Ausfuhren in die USA aus.

Gute Geschäfte machen die deutschen Bergbaumaschinenhersteller auch in China. Der Exportanteil wird im Jahr 2018 voraussichtlich von 7 auf knapp 10 % steigen. Die politisch Verantwortlichen, so Schulte Strathaus, hätten eingesehen, dass sich die Einrichtung von Hochleistungsbergwerken allein mit heimischer Technik nur beschränkt realisieren lasse. Die deutschen Hersteller böten Techniken, die in China nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Allerdings unternehmen die Chinesen erhebliche Anstrengungen, noch vorhandene Technologielücken zu schließen. Schulte Strathaus: „Noch haben wir in der Gewinnungstechnik, vor allem im untertägigen Bergbau, einen Vorsprung. Wie lange wir den halten, ja vielleicht sogar ausbauen können, wissen wir nicht.“ Die Branche erwartet, dass ihre Exporte nach China im kommenden Jahr weiter steigen. Insgesamt rechnet VDMA Mining für das Jahr 2018 mit einer Umsatzsteigerung von 12 % auf 3,1 Mrd. €. Für 2019 wird ein weiteres Wachstum der Erlöse erwartet.

Die Zukunft der deutschen Bergbaumaschinenhersteller liege im Ausland, betonte Schulte Strathaus. Schon früh habe die Branche, unterstützt durch den VDMA, ihre Auslandsaktivitäten hochgefahren. Intensiv seien neue Märkte erkundet und erschlossen worden. Man blicke deshalb durchaus optimistisch in die Zukunft. Die Nachfrage nach Rohstoffen werde weiter steigen. Schulte Strathaus verwies auf eine Untersuchung der OECD, wonach sich der Rohstoffbedarf bis zum Jahr 2060 nahezu verdoppeln wird. Das werde sich positiv und auch nachhaltig auf das Geschäft auswirken. Eine stärkere Nachfrage wird vor allem von solchen Unternehmen erwartet, die Rohstoffe gewinnen, welche bei alternativen Formen der Energieerzeugung Verwendung finden.

Die deutschen Bergbaumaschinenhersteller werden sich in Zukunft stärker mit den Anforderungen auseinandersetzen, welche die Gesellschaft an die Rohstoffgewinnung und damit an die Bergbaubetreiber als Kunden der Maschinenhersteller stellt. Als Stichworte nannte Schulte Strathaus Nachhaltigkeit, green mining, gesunde und sichere Arbeitsplätze. Zusammen mit dem VDMA wird derzeit eine Roadmap erarbeitet, welche die Unternehmen unterstützen soll, die neuen Herausforderungen zu erkennen und marktgerecht und damit erfolgreich darauf zu reagieren. Es gelte, aus der Fülle schon heute gewonnener Maschinendaten die entscheidenden Parameter herauszufiltern und für die Steuerung der Maschinen und damit letztlich auch für den Gesamtprozess nutzbar zu machen. (VDMA/Si.)

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