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Fig. 1. Michael Schulte Strathaus, Chairman of VDMA Mining.// Bild 1. Michael Schulte Strathaus, Vorsitzender des VDMA Mining. Photo/Foto: VDMA

Technik für Rohstoffgewinnung weiter im Aufschwung

Die globale Nachfrage nach Bergbautechnik aus Deutschland ist weiter hoch. Im ersten Halbjahr 2019 stiegen der Auftragseingang um 35 % und der Umsatz um 40 % im Vergleich zum Vorjahr. Damit setzt sich der Aufwärtstrend in dieser Industrie weiter fort. Nach den schwierigen Jahren 2012 bis 2017 zieht das weltweite Geschäft seit zwei Jahren wieder an. Im Jahr 2018 erwirtschafteten die rd. 150 Unternehmen der Branche einen Umsatz von ca. 3,5 Mrd. €, der zu rd. 95 % im Ausland erzielt wurde. Für das laufende Jahr wird eine weitere Steigerung des Umsatzes von etwa 15 % erwartet. „Wie die weitere Entwicklung aber aussieht, ist wegen des Verlusts an politischer Führung weltweit kaum absehbar – wir müssen auf Sicht fahren und flexibel reagieren“ sagt Michael Schulte Strathaus, geschäftsführender Gesellschafter der F. E. Schulte Strathaus GmbH & Co. KG in Werl und Vorstandsvorsitzender des VDMA Mining (Bild 1).

Zur Sicherung der globalen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Bergbautechnik hat der VDMA Mining die Initiative „Roadmap 2035“ ins Leben gerufen. Darin diskutieren die im Verband organisierten Hersteller die Zukunftsthemen und erarbeiten gemeinsam die Lösungen dafür. Dies betrifft beispielsweise die Nutzung von Datenströmen, die Definition von Datenschnittstellen oder das Thema Datensicherheit. Die Gewährleistung eines sehr hohen technischen Niveaus und die Innovationsführerschaft sind weitere Themen, die im Rahmen der Roadmap 2035 bearbeitet werden. Unter diesen Überschriften werden Aspekte wie Leistungsfähigkeit, Verfügbarkeit, Wartungsfreundlichkeit oder Lebensdauer der Maschinen ebenso diskutiert wie die Lösungskompetenz, die durch Ausbildung und Können der Mitarbeiter gesichert wird. Behandelt werden in der Roadmap daher auch Fragen der Nachwuchsgewinnung sowie der gewerblichen und akademischen Ausbildung.

Das Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus im vergangenen Jahr hat die Branche gut verkraftet. Die Zeit zwischen dem Beschluss zum Ausstieg und der Schließung des letzten Steinkohlenbergwerks in Deutschland haben die Unternehmen genutzt und verstärkt im Ausland neue Kunden geworben. In diesem Jahr sind – neben dem Euro-Raum – die USA, China, Australien und Russland die größten Einzelmärkte. Diese Länder gehören auch zu den größten Steinkohlenproduzenten weltweit. Mehr als 7 Mrd. t Kohle wurden 2018 dort gefördert und ganz überwiegend für die eigene Energieversorgung in diesen Ländern verwendet.

Weitere Perspektiven sieht die Branche in der steigenden Nachfrage nach Rohstoffen für die Energiewende und Zukunftstechniken. Die entsprechenden Investitionen der Bergbaugesellschaften in Gewinnungs- und Aufbereitungstechnik für Lithium, Kobalt, Tantal oder Seltene Erden und Neodym schlagen sich in den Exporten der Bergbaumaschinenhersteller nieder.

Auch in Deutschland, vor allem in Sachsen, gibt es Investitionen in neue Bergbauprojekte zur Gewinnung von Lithium. Das Zinnwald Lithium-Projekt südlich von Dresden plant den Abbau von jährlich 5.100 t Lithium und hat im Juni mitgeteilt, dass eine Machbarkeitsstudie diese Planung bestätigt hat. In Sadisdorf, ebenfalls südlich von Dresden gelegen, plant das australische Bergbau- und Technologieunternehmen Lithium Australia den Abbau von Lithium, um eine steigende Nachfrage nach dem Rohstoff für die Elektromobilität bedienen zu können. (VDMA/Si.)

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